Serbien 2020, Teil 1

Von Doceva @dental_food

In meinem letzten Blogpost hatte ich euch einen Kirschmichel aus dem Vorrat vorgestellt. Als nächstes sollte es mal wieder auf Food und Travel Tour mit kurativem Hintergrund gehen. Seid also gespannt wie und wo mich meine Reise hinführt - es war überraschend anders als erwartet. Nun ist plötzlich alles ganz anders und niemand weiß wie es weitergeht - aber lest doch einfach selbst ...

Serbien 2020

Ich weiß, dass ich nichts weiß - Sokrates

Kurz bevor uns die Corona Krise überfahren hat durfte ich eine fantastische einwöchige Rundreise durch Serbien mit einem umfangreichen Programm antreten. Ich schreibe das heute und hier, weil ich es versprochen habe, denn für Reiseberichte schlägt die Stunde gerade nicht wirklich. Zunächst einmal sei erwähnt, dass ich deutlich mehr erfahren habe über dieses wundervolle Land als beim letzten Mal. Wiederum ging es im Kern um Medizintourismus. Aber was treibt einen westeuropäischen Medizintouristen an sich ausgerechnet sich im weit entfernten Serbien kurieren zu lassen oder die dortigen Wellnessangebote wahrzunehmen? Der Preis allein kann es nicht sein, denn kostengünstige Angebot gibt es in den ehemaligen Ostblockstaaten zu genüge. Nein, es ist das Gesamtpaket aus Opium für die Augen, Balsam für die Seele und Köstlichkeiten für Zunge und Gaumen was dieses Balkanland zu bieten hat.

Belgrad

Nach Ankunft auf dem Flughafen Nikola Tesla in Belgrad begann die Reise mit all ihren mehr oder weniger prickelnden Überraschungen. Heute schon geschmunzelt?

Chuck Norris hat mal ein Fiasko erlebt.

Die Erde dreht sich immer noch.

Fiasko Nr. 1: Ein Koffer tauchte nicht auf! Den hatte inzwischen ein ominöser Volltrottel abgegriffen und den Seinen auf dem Band hinterlassen - sehr spaßig nachts um 23:30 auf dem Sprung zu einer terminierten Rundreise. Merke: Markiere deinen Koffer so, dass kein anderer ihn verwechseln kann und hinterlasse auch deine Telefonnummer auf ihm! Mit dem zuvor bei Sunny Cars reservierten Mietwagen ging es mit der, auch im Offline-Betrieb funktionierenden, HERE WeGo - App zwei Stunden später, mit dem derweil zurückgebrachten Koffer zum 4 * Hotel Crystal in der Internacionalnih brigada 9 in Beograd. Trotz nachtschlafender Zeit erwartete uns ein fantastischer Imbiss.

Ein Verdauungsspaziergang um den naheliegenden Dom des Heiligen Sava war auch noch drin. Am nächsten Tag starteten wir nach Atomska Banja.

Etwas Serbische Seele in Form von Musik?

Atomska Banja

Man erreicht Gornja Trepca über die nagelneue Autobahn Milos der Große, gebaut vom chinesischen Baukonzern Shandong Hi-Speed Group. Serbien hat China den roten Teppich nach Europa ausrollt, denn von dort gibt es unkompliziert Kredite. Der Individualreisende sei vorgewarnt: Tankstellen sind zwar in der Planung aber derzeit eben nicht vorhanden.

Die Kur- und Rehabilitationsanlage Atomska Banja liegt im Zentrum des Ortes Gornja Trepca am Fuße des Berges Vujan und ist am Ende des Tales von einem schönen Wald umgeben. Die Unterkunft erfolgt im Hotel Vujan, Blagoja Paunovica, in 32215 Gornja Trepča Serbien, das doch eher den Charme eines eleganten Krankenhauses hat.

Die Anlage verfügt über ein großes sehr gut ausgestattetes Rehabilitationszentrum mit Fachärzten, Subfachärzten und 24-h-Krankenschwesterdienst. In weitläufigen Therapiegebäuden wird eine große Auswahl an Behandlungen aus Physiotherapie, medizinischer Rehabilitation und Balneotherapie (Heilbehandlung durch Bäder) angeboten. Nach einem Medizincheck genossen wir eine Hydromassage in der Wanne - ein spannendes Novum, nicht nur für mich. Im Hotel Vujan hat man definitiv noch alte Ostblocksitten im Hinterkopf, die Speisen entsprechen nicht unbedingt der Ernährungspyramide wenngleich sie sehr gut schmeckten - extrem gehaltvoll eben.

Das Paket zur Rehabilitation im Hotel Vujan ist sehr kostengünstig geschnürt und durchaus eine Erwägung wert. Eine Detailanpassung durch westeuropäische Ernährungs-, Service- und Hygienetrainees könnte hier sehr zielführend sein.

Čačak

Čačak (kyril. = Чачак) ist eine Stadt in Zentralserbien. Sie ist die achtgrößte Stadt Serbiens mit 72.148 Einwohnern. Der erste Eindruck ist entscheidend, sagt man immer. Diese Stadt ist ausnahmslos sauber, gepflegt und ungefährlich, ja man fühlt sich gut aufgehoben.

Aber zunächst einmal gab es Opium für die Augen: Der Naturliebhaber findet ein einmaliges Naturerlebnis in der Schlucht des Flusses Zapadna Morava zwischen den Bergen Ovčar und Kablar. Die Ovčar-Kablar Schlucht befindet sich in Zentralserbien. Das Naturrevier ist sehr gut geeignet für Wanderer und Biker.

Abgesehen von atemberaubender Natur hat die Ovčar-Kablar Schlucht eine sehr reiche Geschichte. Weil sich in der Schlucht insgesamt 12 Heiligtümer befinden wird die Gegend auch als Der serbische Athos (heiliger Berg) genannt. Wir besuchten das Kloster Saint Nicholas.

Dort verkosteten wir örtliche Köstlichkeiten.

Zurück in Čačak genossen wir sehr feines Lunch im Kafana Car Lazar in Dr. Dragiše Mišovića, Čačak, Serbien. Mein Herz schägt für Krempita eine äußerst köstliche Süßspeise!

Natürlich besuchten wir auch einen zahnärztlichen Kollegen Herrn Dr. L. Stojković in der Praxis as dental in Dr. Dragise Misovica 57, 32000 Čačak.

Eine sehr vertrauenserweckende Praxis mit allem was auch in Berlin zum gegenwärtigen Standard gehört. Hier empfiehlt sich ebenfalls ein Preisvergleich. In Eigenregie unternahmen wir zur Nacht noch einen Einkehrschwung bei Rakija Minic in Donja Trepča, 32215 Čačak, Serbien.

Durch jahrzehntelange harte Arbeit wurde das Rakijahaus von Familie Minić zu einem der ersten Rakija-Museen in Serbien und der Welt. Die umfangreiche Alkohol-Kollektion sowie die zahlreichen Auszeichnungen sind treffliche Gründe hier einzukehren.

Auf dem Weg von Čačak nach Vrnjačka Banja haben wir auf dem Markt von Kraljevo den besten Kaymak (eine Frischkäsespezialität) gefunden und ihn damit zum Opium für die Zunge erklärt.

Bis hierhin bedanke ich mich bei den örtlichen Touristenbüros für die Einladungen und die Organisation sehr, sehr herzlich.

Die Vorschau

Der nächste Blogpost meiner Food und Travel Tour durch Serbien wird sich noch mehr um kurative Hintergründe kümmern. Seid also gespannt wie, wohin und mit welchen weiteren Fiaskos mich meine Reise hinführt - bis dahin und SO LONG ...