Selma

Dr. Martin Luther King feiert in Selma sein Filmdebüt als Hauptprotagonist im ersten Big-Budget Film von Ava DuVernay über die amerikanische Bürgerrechtsbewegung in den 60er Jahren. Emotional und eindrucksvoll inszeniert, bringt DuVernay die markantesten Schritte der Bewegung auf die Leinwand.

Selma erzählt die Geschichte vom historischen Kampf um das Wahlrecht für afroamerikanische US-Bürger. Im Jahr 1965 besteht bereits das Wahlrecht für Afroamerikaner auf dem Papier, doch vor allem in den Südstaaten wird dieses Recht nicht umgesetzt. Schwarze sind dort nach wie vor Bürger zweiter Klasse und täglicher Diskriminierung ausgesetzt. In der Stadt Selma im Bundesstaat Alabama formt sich der Widerstand. Der kürzlich mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnete Dr. King (David Oyelowo) schließt sich mit den lokalen Aktivisten zusammen und löst dabei Unmut bei den örtlichen Behörden, aber auch beim Gouverneur von Alabama Georg Wallace (Tim Roth) aus. Neben den rassistischen Spannungen verschlechtert sich auch das Verhältnis zwischen King und Präsident Johnson (Tom Wilkins) zunehmend. Dies noch nicht genug, wird auch die Ehe zwischen King und seiner Frau Coretta (Carmen Ejogo) auf eine harte Probe gestellt.

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Obwohl sich der Film hauptsächlich auf die Repräsentation des Widerstandes in Selma mit seinen gewaltfreien Demonstrationsmärschen und deren brutalen Niederschlägen im Jahr 1965 fokussiert, beginnt die Erzählung einige Jahre zuvor. So reicht das Drehbuch vom eindrucksvoll inszenierten Bombenattentat auf eine Kirche in Birmingham 1963, über die Geschehnisse in Selma selbst bis hin zur Unterzeichnung des „Voting Right Acts“ im August 1965. Der Prozess die Geschichte zu verfilmen dauerte an die acht Jahre, bis das Projekt mit Ava DuVernay als Regisseurin realisiert werden konnte. Ihr war es wichtig neben den männlichen Helden der Bewegung auch Heldinnen zu zeigen. Auch Frauen waren maßgeblich an der Bürgerrechtsbewegung beteiligt, wurde jedoch bislang marginalisiert und nicht ausreichend gewürdigt. So wird man auch mit historischen Persönlichkeiten wie Annie Lee Cooper, Diane Nash oder Amelia Boynton konfrontiert.

Genaue Zeit und Ortsangaben, sowie Ausblicke in das weitere Leben einiger Protagonisten am Ende des Filmes, verleihen Selma eine zusätzliche dokumentarische Atmosphäre. Bei den Dreharbeiten mit von der Partie waren die Zeitzeugen John Lewis (Kongressabgeordneter) und Andrew Young (Botschafter), die führende Köpfe der Bürgerrechtsbewegung waren. Auch scheut Selma nicht davor zurück Archivaufnahmen der damaligen Berichterstattung miteinzugliedern. Gefilmt wurde zu einem erheblichen Teil an Originalschauplätzen in Alabama und zusammen mit den vielen zeitgemäßen Requisiten gelingt der Zeitsprung in die 60er Jahre ohne große Probleme.

Die Bilder sind einprägsam inszeniert, die Szenenübergänge gut gelungen und Kameraeinsatz und Schnitt tragen zum Spannungsaufbau bei und überraschen mitunter auch. So fangen Szenen in Slow-Motion das Grauen und die Gewalt gegen die Demonstranten eindrucksvoll ein und erzeugen eine erschreckende Stimmung. Natürlich ist der Film schon aufgrund seiner Thematik moralisch sehr aufgeladen, doch die kräftigen Reden von King tragen zusätzlich zum dramatischen Aufbau der Geschichte bei – auch wenn wir nicht ganz dem Originalwortlaut des realen Dr. Kings lauschen (die Reden sind sehr gut Urheberrechtlich geschützt). Trotz einigen etwas langgezogenen Szenen, gelingt es durch gute Kameraarbeit und durch das überzeugende Schauspiel von Hauptdarsteller Oyelowo, auch diese Teile interessant zu halten.

Oyelowo porträtiert einen charismatischen, starken aber auch komplizierten Martin Luther King und wirkt dabei unglaublich authentisch. Doch auch die Nebendarsteller zeigen sich von ihrer besten Seite. Carmen Ejogo spielt die warme und mutige Coretta King, während die Co-Produzentin Oprah Winfrey in die Rolle der Annie Lee Cooper schlüpft und trotz großteils glaubwürdiger Ähnlichkeit und Darstellung der tragischen Figur, auch ein bisschen Oprah durchschimmern lässt. Währenddessen verkörpert Tim Roth als Gouverneur Wallace einen exzellenten Antagonisten – ein sehr bissiger Charakter, den man von der ersten Sekunde an als unangenehm empfindet. Kurzum handelt es sich um eine sehr emotionale Verfilmung, die bei den zartbesaiteten Kinobesuchern schon mal eine Träne zum Vorschein bringen kann.

Regie: Ava DuVernay, Drehbuch: Paul Webb
Darsteller: David Oyelowo, Tom Wilkinson, Tim Roth, Carmen Ejogo, Oprah Winfrey, Giovanni Ribisi
Filmlänge: 128 Minuten, Filmstart: 20.02.2015, www.selmamovie.com


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