Selbstverschuldeter Fachkräftemangel - Wie Unternehmen mit merkwürdiger Personalpolitk Bewerber verscheuchen…

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In Zeiten von unbesetzten Ausbildungsplätzen, Fachkräftemangel und Bewerbernotstand, sollte man meinen, zeigen sich die deutschen Personalabteilungen in Bestform. Kreative Anwerbetechniken und individuelle Angebote erwartet man von innovativen Firmen, die im Wettbewerb um die heißbegehrten „Young Professionals“ mithalten wollen.

Stattdessen fehlt es an Grundsätzlichen Umgangsformen. Weder Eingangsbestätigung noch Rückmeldung erhalten die meisten Bewerber auf ihre sorgfältig erstellten Bewerbungsunterlagen. Bei der deutschen Bahn oder der Hansestadt Hamburg muss man sich durch seitenlange elektronische Formulare und Fragebögen klicken und anschließend alle Zeugnisse und Nachweise einzeln hochladen, damit irgendeine unpersönliche Software den „optimalen“ Bewerber heraus filtern kann. Kommt es zu einem Bewerbungsgespräch sind Sätze wie „Bitte beachten Sie, dass anfallende Übernachtungs- und Reiskosten nicht von uns übernommen werden“ mittlerweile Standard. Bewerber sollen aber bis zu drei mal den Weg zum Unternehmen auf sich nehmen, weil komplizierte mehrstufige Auswahlverfahren anscheinend nur so eine Aussortierung für das Unternehmen möglich machen. Und in der Praxis der Absagen hören dann jegliche Höflichkeits- und Unternehmensstandards auf. Bestenfalls hört man nie wieder was von der entsprechenden Organisation. Andernfalls kann es Bewerbern aber auch passieren, dass sie 14 Tage nach einem Vorstellungsgespräch beim Unternehmen anrufen, um eine Rückmeldung zu erhalten und der Verantwortliche legt dort einfach kommentarlos auf. Oder man bekommt folgende charmante E-mail:

„Guten Tag,
der Kandidat/die Kandidatin wurde für die Position abgelehnt.
Grund der Ablehnung:
Mit freundlichen Grüßen,

Die Nachricht wurde elektronisch erstellt und trägt deshalb keine Unterschrift.“