SEINSORIENTIERTE KÖRPERTHERAPIE (231): Die narzisstische Kollusion

SEINSORIENTIERTE KÖRPERTHERAPIE (231): Die narzisstische Kollusion

foto: pixabay

Dies legte die Vermutung nahe, dass durch die Veränderungsprozesse, die unsere Methoden auslösten, ein unzureichend funktionierendes Selbstsystem durch ein korrigiertes und optimiertes ersetzt wurde. Immerhin, das war ja schon was. Aber wenig von dem, für das es sich hielt.
Ich diskutierte manche dieser Fragen damals mit meiner Kollegin, der Körpertherapie-Trainerin Bettina Schröter. Wir hielten ein Seminar mit dem Titel »Narzisstische Schattenwürfe in der Körpertherapie« auf dem Jahreskongress der DGK 2003.
»Rekurrierend auf den Paartherapeuten Markus Möller, betrachten wir die narzisstische Kollusion mit einer anderen Person, spezifisch die Therapeut-Klient- oder die Therapeut-Trainee-Beziehung.
Dabei bedarf es eines Zusammenspiels eines unbewussten überhöhten Therapeutenselbstbildes mit einem Klienten, der sich durch tiefe, aber bewusste Selbstzweifel und regressive Fixierung auszeichnet.
Beide Systeme komplettieren sich in der narzisstischen Kollusion und bilden somit ein stabiles dyadisches System. Der Klient delegiert in dieser Kollusion seine Selbstressourcen weitgehend an den Therapeuten, der Therapeut seinen spezifischen Mangel an Selbstressourcen an den Klienten.
Dabei bildet die narzisstische Gratifikation des Gebrauchtwerdens auf Seiten des Therapeuten das Gegenstück zur regressiv-fixierten Bedürftigkeit des Klienten, d. h. je abhängiger und bedürftiger sich der Klient zeigt, desto besser fühlt sich der Therapeut in seinem verzerrten Selbstsystem. Beide (miss)brauchen sich gegenseitig, um die eigene Identität zu stabilisieren und im Gleichgewicht zu halten. Dass unter diesen Umständen eine Entwicklung hin zur Autonomie und Unabhängigkeit des Klienten kontraindiziert ist, dürfte ein nahe liegender Effekt sein ... »(*FN*Unveröffentlichtes Manuskript, im Archiv des Autors*FN*)
Es war offensichtlich, dass das alte schulmedizinische soziale Modell einen bedeutenden Anteil an diesen »Schattenwürfen« besaß. Denn es wies nicht nur eine soziale Hierarchie und ein deutliches Machtgefälle auf, sondern basierte auf einer fundamentalen Trennung zwischen Subjekt und Objekt.
Der Patient und in abgemilderter Form auch der »Klient« erwiesen sich als Objekte der therapeutischen Strategien und Techniken, in der Körpertherapie repräsentiert durch die vorgegebenen Übungen oder technischen Interventionen. Die Gefahr eines narzisstischen Missbrauchs war also strukturell vorgegeben. Wiederholten damit die Therapien der Seele genau das, was bereits im neurotischen Familiensystem angelegt war? Deuteten sich nicht einige beunruhigende Parallelen an durch die Anpassung an die Erwartungen der Eltern hier und der Therapeuten dort? Fand sich in der »narzisstischen Kollusion« ein Wirkmechanismus, der darüber hinaus in allen sozialen Systemen zu finden war?

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