SEINSORIENTIERTE KÖRPERTHERAPIE (155): Über die "tragende Beziehung" im Transformationsprozess

SEINSORIENTIERTE KÖRPERTHERAPIE (155): Über

Foto: vkd

Auf diesem Hintergrund bilden die Herstellung einer tragenden Beziehung und Bindung die Voraussetzung auf der Beziehungsebene, der direkt körperlich erfahrbare Halt und die verbundene Tiefentrance diejenige auf der Ebene der Körpererfahrung.
Unter einer »tragenden Beziehung« verstehe ich jene Qualität einer Klient-Therapeut-Beziehung, welche durch die Gewissheit von Liebe und die Sicherheit der Bindung getragen wird. Sie setzt auf Seiten des Therapeuten eine bestimmte Liebesfähigkeit (»Agape«: bezeichnet die Qualität einer transpersonalen Liebesfähigkeit, die sich von der personengebundenen Liebe (»Eros« oder »Philia«) grundlegend unterscheidet) und ein offenes Herz voraus. Es dürfte naheliegend sein, dass eine solche Beziehungsqualität sich grundlegend von einem therapeutischen Arbeitsmodell unterscheidet, das auf psychotherapeutischer Technik oder angelerntem abstrakten Wissen basiert.
Der Entwicklung solcher Agape-Potentiale in Einzelarbeit, Weiterbildung und Supervision kommt innerhalb der seinsorientierten Körpertherapie eine größere Bedeutung zu als dezidiertes und abstraktes Wissen über Diagnostik und Therapietechnik. Denn letztere bleiben hohl und weitgehend wirkungslos, basieren sie nicht auf einem offenen Herzen und wahrhaftiger Liebesfähigkeit.
Eine tragende Beziehung stellt sich auf Seiten des Klienten in der Gewissheit und im Vertrauen dar, dass insbesondere die kritischen Deutungen des Therapeuten nicht auf das Selbst, sondern stets nur auf das narzisstische Ego zielen.
Dass sich eine derartige Beziehungsqualität als ein sukzessiver Prozess realisiert, dürfte einleuchten. Menschen, die ein Leben lang vor tiefem Misstrauen gegenüber Anderen geprägt sind, werden nicht plötzlich den Schalter umlegen können. Hier hilft uns allerdings die »positive Übertragung«, in der sich das tiefe Bedürfnis nach dem »guten Vater« und der »guten Mutter« als Idealtypus abbildet. Wir haben diese Phänomene bereits an anderer Stelle erläutert (der »Stimmigkeits-Effekt«).
Auf solcher Beziehungsbasis, die im Laufe des Prozesses sukzessive an Stabilität gewinnt, wird es möglich, die neurotischen Programme des narzisstischen Egos durchzuarbeiten. Eine tragende Beziehung entwickelt die Wahrnehmung von Herzverbindung und Liebe. Sie repräsentiert die alchemistischen Experimentierstube für eine zunehmende Liebesfähigkeit des Klienten, die sich bei akkurater Auflösung der Übertragungen realen Liebesobjekten außerhalb der therapeutischen Beziehung zuwenden kann.
(Fortsetzung folgt)

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