Sei auch Du ein Botschafter der kleinen Worte!

Von Wernerbremen

Quelle: Helmut Mühlbacher

Ihr Lieben,
heute Abend möchte ich Euch eine Geschichte von Helmut Siegel erzählen:

„Die kleinen Worte“

Herz, Hirn und Zunge kamen überein, keine kleinen Worte mehr zu machen.
Das Herz sagte: „Die kleinen Worte belasten mich nur, sie machen mich weich.
Heutzutage muss ein Herz hart sein!“

Und das Hirn sagte: „Große Gedanken, Formeln, Spekulationen…das bringt was ein!
Die kleinen Worte kosten nur Zeit!“

Die Zunge sagte: „Ich spezialisiere mich auf Fachausdrücke, Fremdworte, große Reden. Mit den kleinen Reden kann ich mich nicht mehr abgeben!“

So schickte das Herz nur noch harte Worte auf die Zunge, das Hirn produzierte nur gescheite Worte und die Zunge hielt große Reden. Kein kleines Wort kam mehr über die Lippen.

Und nach dieser Verschwörung wurde die Welt trostlos, kalt und leer.

Aber es gab immer noch Menschen, die sich an die kleinen Worte erinnerten.
Sie begannen, sie aus der Vergessenheit herauszuholen.
Zuerst hatten sie Angst, ausgelacht zu werden.
Aber siehe da: Mit froher Kraft sprangen sie von Mund zu Mund, von Kopf zu Kopf, von Herz zu Herz und lösten ungeahnte Kreisläufe aus.
Und die Welt wurde wieder freundlicher!

Ihr Lieben,

in meinem Leben habe ich viele große Reden gehört.
Die beste Rede war die von John F. Kennedy im Jahr 1963 in Berlin.
Aber auch von Bundeskanzler Adenauer, von Bundespräsident Heuss, von Papst Johannes Paul II, von Mutter Theresa, von Nelson Mandela, von dem russischen Präsidenten Michael Gorbatschow sind mir große Reden noch in Erinnerung.
Alle hielten Reden, von denen man sagte, dass sie die Welt verändert haben!!!

Quelle: Wilhelm Busch

Und nun möchte ich Euch ein kleines Geheimnis verraten:
Haben alle diese Reden Dein oder mein Leben glücklicher, zufriedener oder zuversichtlicher gemacht, Nein, Nein und abermals Nein!
Durch große Reden, durch große Pläne, durch große Sprüche ist noch kein Mensch auf dieser Welt glücklich geworden.

Große Worte mögen vielleicht politische Systeme verändern, wie das Nelson Mandela und Michael Gorbatschow getan haben, aber das Leben des einzelnen Menschen, also auch Dein und mein Leben können sie nicht glücklicher, fröhlicher, zuversichtlicher und zufriedener gestalten.

Leider glauben die Menschen immer noch, wenn z.B. ein Mann wie Joachim Gauck (den ich als Bundespräsident sehr schätze) zum Bundespräsidenten gewählt wird und gute Reden mit großen Worten hält, dass sich dann in ihrem eigenen Leben etwas zum Positiven ändern.

Dabei ist das Geheimnis eigentlich ganz einfach:
Große Worte sind etwas für große Staaten, für die große Welt,
für große Feiertage, für große Gelegenheiten.
Der einzelne Mensch braucht kleine Worte in seinem kleinen Alltag.
Was aber sind die kleinen wunderbaren Worte, die wir gar nicht genug verwenden können und die so viel Licht, Wärme, Sonnenschein, Liebe, Zuversicht und Hoffnung in unser Leben hineintragen?

Sind es geheimnisvolle Zauberworte?
Nein, es sind Worte, die Du und ich kennen, aber sie sind etwas aus der Mode gekommen, dabei wohnt diesen kleinen Worten eine so gewaltige Kraft inne.
Hier einige Beispiele:
„Danke“
„Wie geht es Dir?“
„Das hast Du gut gemacht!“
„Kann ich Dir helfen?“
„Ich habe Zeit für Dich!“
„Du bist mir viel wert!“
„Ich habe Dich lieb!“
„Ich glaube an Dich!“
„Du schaffst das!“

Wer begreift, wie wundervoll die Wirkung der kleinen Worte ist, dem fallen sicher noch viel mehr kleine Worte ein.
Und wer in seinem Alltag immer wieder kleine Worte verschenkt, der macht die Menschen in seiner Umgebung glücklich, zufrieden und fröhlich.

Ihr Lieben,

lasst uns Botschafter der kleinen Worte sein.
Die Welt wartet auf große Reden und große Worte, aber Dein Nachbar, Deine Partnerin /Dein Partner, Deine Kinder und Enkelkinder, Deine Freunde und Bekannten warten auf Deine kleinen Worte, nach denen sie sich so sehr sehnen.

Ich wünsche Euch eine gute Nacht und grüße Euch herzlich aus Bremen

Euer glücklicher Werner 

Quelle: Karin Heringshausen