Seeperlen in Wien Teil II

Von Seeperlen
Sonntagnachmittag. Herbststurm. Tee. Törtchen. Und der nächste Schwung von Urlaubsfotos aus der wunderschönen Stadt Wien. Heute gibt es den zweiten Teil meiner Museumstour, eine klassische Wiener Tea Time und einen kulinarischen Glücksgriff.
Obwohl Wien getränkemäßig für den guten Kaffee bekannt ist, hat mich vor allem der leckere Tee begeistert, der in allen Cafés in sehr schöner Form angeboten wird. Man bekommt fast immer ein kleines Kännchen oder eine große Tasse. Anders als in den meisten deutschen Cafés wurde mir hier nicht ein einziges Mal ein Teebeutel vorgesetzt. Der Tee wurde immer aus frischen Zutaten gebrüht und war jedes Mal wirklich köstlich. Mein persönliches Tee Highlight war der Orangen-Ingwer-Tee im Café Diglas, den ich dort zum Kaiserschmarrn (auch ganz großartig) getrunken habe. 
 
Den Sonntag haben wir damit verbracht, durch die vielen Kunstmuseen zu streifen. Ich habe selten eine Kunstszene als so präsent empfunden wie in Wien. Überall gibt es kleine Gallerien, Auktionshäuser, Ateliers, Museen und Läden für Künstlerbedarf. Besonders gut hat mir das Kunsthistorische Museum gefallen, wo wir uns die Lucian Freud Ausstellung angesehen haben. 
Die Ausstellung war sehr schön gemacht und gut in das restliche Museum integriert. Man konnte gut nachvollziehen, wie Freud seinen Stil im Laufe seiner Schaffenszeit weiterentwickelt hat und in dem erklärenden Begleitkatalog waren interessante Hintergrundinformationen zu den einzelnen Bildern geschildert. So wurde deutlich erkennbar, wie Biografie und künstlerisches Werk zu einem großen komplexen Ganzen verschmelzen.Auch in diesem Museum war natürlich die Architektur einfach atemberaubend und hat manchmal den Exponaten fast die Show gestohlen. 
Mein Outfit für die Museumstour:
Jeans: Tommy Hilfiger
Pullover: Mint&Berry
Bluse: Benetton
Kette: H&M
Schuhe: Sebago







Nach diesem langen Museumstag hatten wir Hunger und haben uns auf die lange Suche nach einem kleinen Bistro in der Nähe gemacht, in dem wir eine leckere Kleinigkeit essen konnten. Auf klassische Wiener Küche hatten wir beide keine Lust und übermäßig viel Geld für ein mehrgängiges Menü wollten wir auch nicht ausgeben. Ich sage nur: Odyssee! Nachdem wir ja schon den ganzen Tag auf den Beinen waren sind wir gut zwei Stunden durch die Stadt getigert ohne Ergebnis. Wo wäre da etwas Passendes gewesen???
Solltet ihr euch einmal in derselben Situation befinden kann ich euch wärmstens das Grillhouse da Max zum Huth in der Schellinggasse 6 empfehlen. Nicht unbedingt im Museumsviertel, aber hier lohnt sich der Weg. Das Restaurant haben wir leider erst zwei Tage später entdeckt, aber es wäre in dieser Situation genau das Richtige gewesen. Die Atmosphäre in dem Lokal war sehr angenehm und gemütlich ohne angestaubt zu sein. Die Einrichtung hat mir sehr gut gefallen. Die Lampe aus den vielen einzelnen Glühbirnen möchte ich so gerne für unsere Wohnung haben. 
Das Essen war köstlich. Die Gerichte waren klassisch mit modernem Twist. Natürlich gab es in erster Linie Grillgerichte. Ich habe aber ein Käsefondue mit geschmorten Zwiebeln und Apfelsalsa gegessen und es war wirklich sehr lecker. Es gibt auch Mittagsmenüs, zu denen es dann einen Salat gibt, der sehr frisch ist und mit einem tollen Dressing angemacht wird. Getränkespezialität ist Bier. Das Restaurant bezieht Bier aus verschiedenen kleinen Brauereien, es gibt eine richtige Bierkarte in denen die einzelnen Sorten genauer erläutert werden und unter den einzelnen Gerichten werden passende Biere empfohlen. Das Restaurant ist super, wenn man keine Lust auf Wienerische Hausmannskost hat, Kleinigkeiten essen und gemütlich aber in moderner Atmosphäre sitzen möchte.