Seeds of Hope

Geteiltes Leid ist bekanntlich halbes Leid. Das dachte sich auch Masika, als sie nach ihrer Vergewaltigung beschloss anderen Gleichgesinnten zu helfen. Fiona Lloyd-Davies begleitete die starke Frau fast zwei Jahre und brachte die grausame Geschichte über den Einsatz des männlichen Geschlechtsteils als Kriegswaffe auf die Leinwand. Frauen verkommen zur Beute und werden zur seelischen Baustelle. Gezeigt wird, wie wichtig es ist trotz des Seelenleides nicht aufzugeben.

Die Republik Kongo ist im Krieg der gefährlichste Ort der Erde für Frauen. In einer Welt in der es keine Gerechtigkeit gibt, treibt die Nationalarmee nämlich ihr Unwesen. Was passiert, wenn ein oder zwei Frauen von einer Herde Soldaten angegriffen werden, die den Befehl bekommen haben Frauen zu vergewaltigen, ist für uns unvorstellbar, im Kongo aber schreckliche Realität. Viele Opfer gehen daran zugrunde, verrecken auf dem Feld, sehnen sich nach Selbstmord. Doch nicht wenn es um Masika geht. Sie hat es sich zur Aufgabe gemacht den betroffenen Frauen helfend zur Seite zu stehen um ihr Trauma zu überwinden. Viele werden von ihrer Familie verstoßen und mit nichts zurückgelassen. Andere schämen sich und verschwinden und versuchen stärker zu sein als ihre Suizidgedanken. Masika gibt den Opfern Hoffnung, vor allem durch ihre Arbeit am Feld, von der alles Leben abhängt.

Seeds-of-Hope-©-2014-Studio-9-Films

Die einst stille Idylle wird zum Ort der Grausamkeit, denn der Schein trügt. Gewalt und sexuelle Übergriffe stehen an der Tagesordnung. In einer Stunde werden 48 Frauen vergewaltigt. Die Erlebnisse mehrerer Frauen werden bei Seeds of Hope sichtbar gemacht. Jedes ein bisschen anders, aber eines haben sie doch gemeinsam: alle erlitten Vergewaltigungen – manche sogar mehrmalig – und wurden zu Opfern gemacht und sind davon gezeichnet. Fiona Lloyd-Davies legt die Schicksale gebrochener Frauen dar, welche geflickt werden und schließlich starke Frauen personifizieren.

Die Regisseurin unterstreicht die tragische Handlung mit harten Schnitten, zeigt aber auch, dass die Frauen ihren Lebensmut und Glauben an Gott nicht verloren haben. Sie hat zu den Betroffenen ein Naheverhältnis aufgebaut. Die Vergewaltigungsopfer schütten der Kamera voll und ganz ihr Herz aus und lassen den Zuschauer fassungslos zurück.

Besser hätte der Titel gar nicht gewählt werden können. Alles Leben hängt vom Samen ab. Die Erzählungen der Frauen werden durch Texteinblenden vervollständigt. Auch die Peiniger selbst kommen zu Wort, wenn sie auch nicht erkannt werden wollen. Doch das Gesagte alleine reicht schon aus und verschafft dem Publikum Gänsehaut.

Lloyd-Davies schuf eine aufrüttelnde Geschichte, die einen im Kampf mit sich selbst begibt ob man den Kinosaal verlassen soll, weil man sich dem Leinwandgeschehen nicht mehr aussetzen kann, denn der Film ist definitiv nichts für schwache Nerven. Wie angewurzelt klebt man auf dem Sessel und starrt wie versteinert auf die Bilder. Die Regisseurin öffnet mit ihrem Dokumentarfilm die Augen, dass die eigenen “Probleme“ eigentlich gar nicht so schlimm sind und verdeutlicht wie gut es einem selbst doch geht.

Regie und Drehbuch: Fiona Lloyd-Davies
Filmlänge: 71 Minuten, gezeigt im Rahmen von this human world 2014
www.seedsofhopefilm.co.uk


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