Sebastian Nerz: Ein Pirat auf Wahlfang mit dem Nachhaltigkeits-Haken. Zu Nerz' FAZ-Essay "Wohin wollen wir wachsen? Schluss mit der Nachhaltigkeitslüge! "

Am kommenden Sonntag wird im Saarland ein neuer Landtag gewählt. Da hielt es Sebastian Nerz, Vorsitzender der Piratenpartei, offenbar für opportun, tief im Sumpf des Nachhaltigkeitsbegriffes zu mötschkern, um jedem Wähler seinen ersehnten Schlammkuchen zu backen.
Ergebnis ist sein  Artikel "Wohin wollen wir wachsen? Schluss mit der Nachhaltigkeitslüge!"  vom 19.03.12 auf der Webseite von FAZ.net.
Dieser Essay ist sowohl hochintelligent als auch strohdumm. Das ist (hier) kein Gegensatz, sondern eine Frage der Perspektive.
Hochintelligent ist er, wenn man ihn als Wahl- bzw. Parteiwerbung behandelt (insoweit erinnert er mich abstrakt an Sahra Wagenknechts FAZ-Artikel "Europa in der Krise. Schluss mit Mephistos Umverteilung!"; s. a. meinen Blott vom Dez. 2011).
Das Wort "Nachhaltigkeit" ist ohnehin in aller Munde, und beim ersten Lesen geht der Artikel (auch mir) runter wie Öl. Wie clever der Artikel angelegt ist zeigt sich beispielsweise daran, dass keiner von den 95 Leserkommentaren zum FAZ-Artikel, die bis zur Abfassung meiner eigenen (4!) Leserkommentare online waren (durch die Verzögerung in der redaktionellen Freischaltung habe sich noch einige dazwischengeschoben) den Nerz-Text unter dem Gesichtspunkt seiner innere Struktur und (fehlenden) Schlüssigkeit überprüft hat. Jeder hat sich irgendeinen Aspekt herausgegriffen, den er/sie offenbar für den wesentlichen hielt, und dazu positiv oder (meist) negativ Stellung genommen.
Mit anderen Worten: Alle diese Leser(innen) waren offenbar fest überzeugt, dass sie die Argumentation von Sebastian Nerz verstanden haben.
In Wahrheit hat Nerz aber gar kein stringentes Argument vorgetragen, sondern letztlich nichts als heiße Luft in die Welt gepustet. Es gibt in seinem Aufsatz keinen relevanten Kern, den man be-greifen könnte: DAS zu verstehen, ist die Aufgabe kritischer Leser!
Nerz' Essay hat gewissermaßen eine doppelte Einleitung. Im ersten Absatz parliert er über den Begriff Nachhaltigkeit und zitiert die Definition von Konrad Otto aus dem Jahr 1999: „Regenerierbare lebende Ressourcen dürfen nur in dem Maße genutzt werden, wie Bestände natürlich nachwachsen.“
Im Folgeabsatz kontrastiert er diese klare Definition mit der wie er sagt missbräuchlichen Verwendung des Begriffs in der politischen Debatte, und leitet dann zur sozusagen 2. Einleitung im 3. Absatz über, wo er eine Debatte auf dem 16. Wirtschaftsforum der European Business School (ESB) Reutlingen, das unter dem Motto  "Deutschland auf dem Weg in die Armut" stand und am 15.03.2012 stattfand, als unmittelbaren Ausgangspunkt seiner Überlegungen offenlegt. Bzw. ganz konkret einen Diskussionsbeitrag von Meinhard Miegel, demzufolge wir "das 2,7-fache dessen [verbrauchen], was unser Planet hergibt".
Darüber könnte man nun lang und breit raisonnieren, doch Oberpirat Sebastian Nerz macht ein Wendemanöver, um auf Assoziationskurs zu segeln. Mit der Überleitung
"Schon allein das zeigt, dass unsere Verhaltensweise keine besonders nachhaltige sein kann"
setzt er im 4. Absatz den ressourcenwirtschaftlichen Nachhaltigkeitsbegriff kurzerhand mit dem finanzwirtschaftlichen Nachhaltigkeitsbegriff gleich:
"Das gleiche Problem sehen wir auch an der offiziellen Staatsverschuldung."
Auf der abstrakten Ebene kann man das sicherlich tun: beide "Pfade", der ressourcenverschlingende ökonomische Wachstumspfad wie der Regierungs-Verschuldungspfad sind auf Dauer nicht aufrecht zu erhalten. Volkswirtschaftlich lassen sich und werden üblicher Weise diese beiden Themen durch den Hinweis verknüpft, dass eine Rückzahlung der Schulden ein ökonomisches Wachstum voraussetzt, welches aber aufgrund der Ressourcenbegrenzung zukünftig kaum noch realisierbar sei. (Das klassische Gegenargument - das ich nicht teile, das aber auch hinter vielen der FAZ-Leserkommentare steht - hat Julian Lincoln Simon in seinem Buch "The Ultimate Resource" formuliert. Simon hatte behauptet, dass das menschliche Ingenium sämtliche scheinbaren natürlichen Schranken in der Ressourcenverfügbarkeit überwinden könne.)
Trotz dieser möglichen Themenverknüpfung haben wir es hier natürlich mit zwei unterschiedlichen Problemfeldern zu tun, die zunächst einmal für sich analysiert werden müssten, und wenn es einen (verschlungenen) Kausalbeziehung zwischen beiden gibt, dann ist sie  nicht reziprok, sondern eindimensional von der natürlichen zur finanziellen Nachhaltigkeit gerichtet. So kann z. B. eine Debatte über die Staatsverschuldung keinerlei Beitrag zur Klärung der natürlichen Ressourcenverfügbarkeit leisten. Wenn dagegen - rein hypothetisch - Julian Simon Recht hätte mit seiner Hypothese (die man tatsächlich wohl nur zeitbedingt im Kontext des entfesselten Neoliberalismus und der Ayn-Rand-Gesellschaftsphilosophie verstehen kann), wäre umgekehrt die Sorge um das Verschuldungswachstum hinfällig.
Aber Nerz hält in den Absätzen 5 - 7 seinen Staatsverschuldungs-Thema-Kurs, um dann in Abs. 8 + 9 mit einem neuerlichen abrupten Wendemanöver in die Verknappung konkreter geologischen Ressourcen einzusteigen. Erdöl, das Element Lithium sowie das Seltenerdmetall Neodym identifiziert er hier als Problemfelder. (Auch wenn man diese Aufzählung natürlich nur im Sinne von Beispielen verstehen darf ist es für mich schon etwas überraschend, dass er die möglichen Phosphatverknappung - vgl. meine Links in einem Anhang zu einem Peak-Oil-Blott - ausblendet).
War da noch was? Richtig die Demographiedebatte ist 'n Dauerbrenner: den müssen wir auch noch einwickeln für die Wähler. Also rasch flugs den Abs. 10 in die Tasten gehauen:
"Der demografische Wandel macht dem unbegrenzten Wachstum zumindest in Deutschland ebenfalls einen dicken Strich durch die Rechnung. ... Das Verhältnis von Einzahlern der Renten- und Pensionskassen zu den Empfängern verändert sich zu Ungunsten der Zahlenden. Die eingangs erwähnte Nachhaltigkeitslücke bedeutet hier aber, dass dafür bisher nicht vorgesorgt wurde. Die Last auf den Schultern jedes einzelnen Zahlers steigt also an. Umso mehr, wenn man das unbegrenzte Wachstum bei steigender Schuldenlast und schwindenden Ressourcen beibehalten möchte."
Nerz hat hier einfach die verschiedenen im öffentlichen Diskurs gängigen "kritischen" Meinungen gebündelt, ohne sich über ihre wechselseitige Kompatibilität auch nur die geringsten Gedanken zu machen. Wie stellt sich denn der Herr Nerz eine nachhaltige Rentenvorsorge vor? Dass man Geld in einen Juliusturm legt, und später die Rentner die Scheine verzehren? Und warum sollte (wenn es denn überhaupt möglich wäre) ein weiteres 'unbegrenztes' Wachstum die Rentenzahlungen erschweren? Gerade umgekehrt würde (wenn es nicht, wie gesagt, Utopie wäre) ein Schuh draus: Mit Wachstum könnte eine Gesellschaft relativ steigende Rentenlasten weitaus leichter finanzieren als ohne ein solches.
Das ist ja die gängige Mythologie der Mainstream-Wirtschaftswissenschaft, die als ökonomische Pseudo-Rechtfertigung der Riester-Rente unterliegt: 'Wir müssen jetzt mehr sparen; dieses Geld wird investiert; dann kann unsere Wirtschaft später (auch) für die Rentner mehr herstellen'. (Vgl. die ausführliche Darstellung der - gedachten und der gegenläufigen tatsächlichen - Zusammenhänge bei der Rentenfinanzierung auf meiner Webseite "Rentenreich".)
Nur, wenn man in diesem Sinne Geld (produktiv!) zurücklegen würde, und wenn man dadurch für die jeweilige Volkswirtschaft einen steileren Wachstumspfad erschließen könnte, würde sich zwangsläufig auch der Ressourcenverbrauch erhöhen. In diesem Falle wäre es also gerade die finanzielle Vorsorge (deren Fehlen Nerz implizit beklagt), welche den (früher oder später ohnehin unvermeidlichen) Eintritt von Versorgungsschwierigkeiten (für die Alten wie für die Jungen!) sogar noch beschleunigen würde.
Und überhaupt müsste er (und müssten noch mehr die Grünen, die aber gar nicht daran denken!) gerade unter dem Gesichtspunkt der Ressourcenschonung eine (möglichst auf natürlichem Wege eingetretene) Reduzierung der Population begrüßen, anstatt sie als Problem hinzustellen.
Solche Betrachtungsweisen setzen allerdings etwas voraus, was in der Population ganz allgemein, bei sog. "Umweltschützern" aber oft ganz besonders fehlt: die Fähigkeit zu vernetztem (und natürlich auch illusionslosen) Denken. Mit einer solchen Zumutung ist der Piraten-Kapitän Sebastian Nerz offenbar überfordert; dessen intellektuelle Kapazitäten reichen offenbar gerade dafür hin, jene Diskursstränge aufzunehmen, von denen er sich eine Aura als Gesellschaftskritiker erhoffen darf.
Das mögen die Wähler, nur darf es nicht allzu kritisch werden, und vor allem die Gegenmaßnahmen nicht konkret: dann kann sich jeder damit identifizieren - genau wie beim Subventionsabbau auch. Oder kennen Sie jemanden, der grundsätzlich dagegen ist? Bzw. kennen Sie umgekehrt Leute, die jeweils für ihren eigenen (subjektiven oder objektiven) Interessenbereich Subventionen fordern oder akzeptieren würden?
Dass Nerz bloß daherredet, ohne das mindeste Verständnis für die Zusammenhänge zwischen Finanz- und Realwirtschaft, zeigt sich bei einem Rückblick in seinen 6. Absatz:
"Bisher ging das Pyramidenspiel Staatshaushalt gut, da das nominelle Wirtschaftsprodukt jedes Jahr stark genug wuchs, um die steigenden Kosten zu decken. ..... Zum einen ist ein nicht gerade kleiner Teil dieses Wachstums tatsächlich nur inflationsbedingt."
Insoweit, als finanzielles Wachstum nur nomineller Art ist (also "inflationsbedingt") kann man das umweltpolitisch doch nur begrüßen, denn diese Art von "Wachstum" verbraucht nicht ein  einziges Gramm Rohstoff: weder nicht erneuerbare noch nachwachsende Ressourcen.
Genau das ist ja auch die (teils offen ausgesprochene, teils stillschweigende)  Hoffnung vieler Ökonomen  (und vermutlich auch der Politiker): dass die Staaten durch Geldentwertung aus ihren Schulden herauswachsen. Das träfe zunächst einmal die Geldbesitzer, und wenn man für die kleinen Geldbesitzer einen Ausgleich schaffen und nur die großen Kapitalisten rupfen könnte, und wenn die Sache ansonsten frei von Risiken und Nebenwirkungen wäre, hätte man damit das Ei des Kolumbus entdeckt. Ich persönlich glaube daran nicht; aber wer als Politiker reales Wachstum für nicht wünschenswert hält, aber gleichzeitig kritisiert, dass anderes Wachstum "nur inflationsbedingt" ist, muss sich schon fragen, ob er nicht gerade unter seinen eigenen Prämissen ein nominales Wachstum einem realen Wachstum vorzuziehen sollte.
Treten wir aber wieder ein in die Reihe der Chronologie und entdecken in Abs. 11 ff., welche Schlussfolgerungen Nerz aus seinen Erörterungen zieht.
Zunächst einmal die klare (aber wenig sensationelle) Botschaft 'The party is over':
"Wir hatten eine schöne Zeit. ... Aber nach jeder guten Party kommt der traurige Moment, in dem es nach Hause geht – gefolgt vom Katzenjammer am nächsten Morgen."
Aber dann wird sein Text rein politisch, also wolkig:
"Wir können ihn [den Katzenjammer] natürlich noch hinausschieben und noch ein letztes Glas für den Weg trinken. Aber eigentlich sollte uns klar sein, dass dieses Glas das berühmte Glas zu viel ist. Wir können nicht einfach so weitermachen, wie es uns gefällt. Wir sitzen auf einer riesengroßen Seifenblase. Und anstatt sie immer weiter aufzupusten, müssen wir versuchen, die Luft langsam herauszulassen."
Wer würde dem nicht aus ganzem Herzen zustimmen? Und selbstverständlich sind die, bei denen zu viel Luft drin ist, ohnehin immer die anderen. Auch Nerz möchte keinem wehtun (außer der FDP):
"Eine Politik, die sich selbst und den Menschen in die Tasche lügt, hilft nichts. Ich möchte an dieser Stelle nicht gegen Wachstum an sich reden, nur gegen Wachstum um jeden Preis. Und sowohl für die FDP als auch für die Endzeitfilm-Fans habe ich noch eine unangenehme Nachricht: Unbegrenztes Wachstum gibt es nicht."
Wow, welch ein genialer Denker!  Oder doch nur Heißlufthersteller?
Anscheinend hat Sebastian Nerz selbst gemerkt (und insoweit ist er durchaus intelligent), dass er an dieser Stelle auf irgend eine Weise was (Schein-)Konkretes herbeischaffen muss. Sich nicht in die Tasche zu lügen ist ja schön, aber was bedeutet das realpolitisch?
Das weiß Nerz natürlich ebenso wenig wie wir alle; also fädelt er kurzerhand einfach einen weiteren aktuellen Diskursfaden in seinen Text ein: die Komplexitätsdebatte (die üblicherweise - und so auch bei Nerz - zur Bürokratiekritik verkürzt wird):
"Um diese Ehrlichkeit zu erreichen, müssen dringend notwendige Reformen im Staat endlich umgesetzt werden. Der ganze Apparat ist so groß und komplex geworden, dass er nicht mehr überschaubar ist."
Ach ja? Nur für die Ehrlichkeit? Nicht für die Wirtschaftlichkeit? Politik ist Interessenvertretung; gewiss: für die breite Bevölkerung werden die jeweils im Einzelfall verfolgten Interessen transparenter, wenn das Gesamtsystem einfacher ist. Wahrscheinlich hat Nerz an dieser Stelle die Piraten-Forderung nach einem bedingungslosen Grundeinkommen vor Augen, die alle möglichen anderen Einzelförderungen ersetzen soll. Das mag eine größere Transparenz im Verteilungskampf schaffen; für die Umwelt ist dadurch freilich zunächst einmal gar nichts gewonnen, und für den Kampf gegen die steigende Staatsverschuldung noch viel weniger.
Mit anderen Worten: Diese Passage hat er in seine Argumentationskette reingeklatscht, ohne dass sie diesem Zusammenhang innerlich zugehörig wäre. (An sich ist Komplexitätskritik nicht nur legitim, sondern sogar dringend nötig; mehr darüber in meinem "Rentenreich" im Kapitel "Gesellschaft restrukturieren statt Maschinenpark munitionieren – der (bessere) Weg zur Rentensicherung?").
 Weil dieser Absatz mit den nicht erneuerbaren Rohstoffen zunächst einmal gar nichts zu tun hat, täuscht er seine Leser, wenn er im nächsten Satz eine Scheinkausalität herstellt:
"Daher ist meine Bitte an dieser Stelle: Stellen wir uns der Situation wie sie ist. Hören wir auf, uns selbst etwas vorzulügen und gedankenlos die Ressourcen der Zukunft zu verbrauchen. Beginnen wir ehrlich zu werden."
Bei den letzten drei Absätze beschränkt Nerz die Nachhaltigkeitsdebatte (sinnvoller Weise, aber ohne dass er in irgendeiner Weise einen Lösungsweg für die die von ihm großspurig angeschnittene Frage der finanziellen Nachhaltigkeit auch nur angedeutet hätte) wiederum auf die geologischen Ressourcen.
Vollends erschreckend, weil reinster Sozial-Kitsch, ist der letzte Absatz:
"Zum Glück hat Meinhard Miegel noch etwas erwähnt, das uns zuversichtlich stimmen kann: Wie glücklich und zufrieden Menschen mit ihrem Leben sind, hat ab einem bestimmten Level nichts mehr mit dem materiellen Wohlstand zu tun. Wir müssen wieder lernen, Zufriedenheit abseits des Ressourcenverbrauches zu finden. Dann klappt es auch wieder mit den Nachbarn und der Nachhaltigkeit im eigentlichen, nicht-politischen Sinn des Wortes."
Hier ist zunächst einmal schon der erste Satz irreführend.
Zwar bringt es keinen Zuwachs an realer Lebensqualität (schon gar nicht in den USA mit ihren strikten Geschwindigkeitsbeschränkungen), wenn man seinen Audi-Sportwagen gegen einen Porsche eintauscht. Aber es bringt Prestige; der Porsche-Fahrer steht (oder sieht sich jedenfalls selbst) in einer anderen sozialen Klasse als ein popeliger Audi-Lenker. Es ist eben gerade nicht so, dass unsere Bedürfnisse rein materieller Natur wären. Je höher das insoweit erreichte Niveau ist, um so bedeutsamer wird für uns der Vergleich mit dem Nachbarn; Bedürfnisse werden nicht mehr absolut definiert, sondern relativ im Vergleich zu dem, was die anderen haben.
Sodann zeigt sich auch an dieser Stelle, wie wenig Nerz seine Textkonstruktion auf ihre innere Stringenz hin durchgearbeit hat. Denn implizit setzt er ja das aktuell erreichte Niveau als den normalen Level voraus. Wenn man bedenkt, dass wir nach Nerz' eigener Feststellung auf eben diesem Niveau bereits 2,7 Welten verbrauchen, und wenn weiterhin der allergrößte Teil der Weltbevölkerung dieses Niveau noch nicht im Entferntesten erreicht hat, dann wird deutlich, wie lächerlich es ist, wenn Nerz die Umweltproblematik auf die Frage eines weiteren WACHSTUMS reduziert.
Damit enthüllt sich die ohnehin schon völlig unsubstantiierte und unglaubwürdige Heilsbotschaft seines letzten Satzes als reines Polit-Geseires:
"Dann klappt es auch wieder mit den Nachbarn und der Nachhaltigkeit im eigentlichen, nicht-politischen Sinn des Wortes."
Das wird nur dadurch noch schlimmer, dass er jetzt auch noch die "Nachbarn" ins Spiel bringt. Was will er damit sagen? Spielt er auf die "Rettung" der Eurozone mit deutschen Steuergeldern an?
Gerade da habe ich ein großes Hühnchen zu rupfen mit den Piraten. Im früheren Zeiten habe ich die Gründung dieser Partei sehr begrüßt, weil ich mir davon ein Aufbrechen des Berliner Parteienkartells (von Kritikern oft und in vieler Hinsicht keineswegs unzutreffend nach altem DDR-Sprachgebrauch als "Blockparteien" bezeichnet) erhofft hatte (vgl. meinen bebilderten Blott "2000 Jahre nachdem Arminius Deutschland von den Römern befreit hat, will uns die Piratenpartei vom Kreuz der Räumer erlösen!" vom August 2009).
Aber schon wenig später wurde mir bei einer Debatte im Forum der Piratenpartei klar, dass diese scheinbar jugendlichen Geister in Wahrheit mental bereits vergreist sind: Die gleiche Hosenscheißerei wie bei den Altparteien in Sachen Eurozonen-Rettung, die gleiche Bereitschaft, deutsche Steuergelder für fremde Völker rauszuhauen. Und deren Boss will jetzt die Staatsverschuldung reduzieren?
Biologisch mögen die Parteimitglieder der Piraten jünger sein als in den anderen Parteien; mental sind das für mich die reinsten Gruftis. Oder Kindsköpfe.
Letztlich ist es aber ohnehin egal, ob der Chefpirat Sebastian Nerz dem Wahlvolk sein Machwerk aus aktuellen Diskursfetzen und sein unsubstantiiertes Heilsversprechen aus Altersschwachsinn oder Infantilität in dieser Weise zusammengemötschkert hat: In jedem Falle ist sein Text ein Dokument des intellektuellen Versagens.
Und solche Leute sollen wir in die Parlamente schicken?

ceterum censeoEuropa ja, Albtraum nein!Euro ja, Fremdschulden nein!Freunde ja, Kostgänger nein!
Textstand vom 21.03.2012. Gesamtübersicht der Blog-Einträge (Blotts) auf meiner Webseite http://www.beltwild.de/drusenreich_eins.htm. Soweit die Blotts Bilder enthalten, können diese durch Anklicken vergrößert werden.

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