Schuldenkrise: Verschwörungstheorie um den Euro

Je länger die Schuldenkrise anhält, desto verwegener werden die Verschwörungstheorien. Eine der hartnäckigsten: Mit den Ländercodes auf den Euro-Scheinen sei der große Kollaps schon vorbereitet.

Eine der hartnäckigsten: Mit den Ländercodes auf den Euro-Scheinen sei der große Kollaps schon vorbereitet. von Isabel Gomez und Daniela Leistikow, Frankfurt

Schuldenkrise: Verschwörungstheorie um den Euro

© Bild: 2011 Reuters/MICHAEL BUHOLZER

Für eine oberflächliche Plausibilitätsprüfung einer der derzeit wildesten Verschwörungstheorien zur Zukunft der Euro-Zone genügt derzeit schon der Griff zur Geldbörse – sofern Scheine darin sind. Denn auf der Seite mit der Landkarte steht eine Zahlenfolge mit einem Großbuchstaben davor.

Ist der Großbuchstabe ein X, sollte man ihn, so der Tenor in vielen Internetblogs und Foren, besser behalten. Dann sei der Schein nämlich in Deutschland gedruckt worden – und wäre, den Verschwörungstheoretikern zufolge, auch noch nach Abspaltung der Euro-Peripherieländer in Deutschland gültig. Ganz offensichtlich sei ja mit den unterschiedlichen Buchstaben Vorsorge für das Ende der Euro-Zone getroffen worden.

Theorien wie diese kursieren seit Monaten:

Mal druckt die Bundesbank angeblich schon wieder D-Mark für alle Fälle, mal hat jemand schon Lastwagen bei den Währungshütern vorfahren gesehen. Kaum ein Gerücht läuft aber derzeit so gut wie die Nummer mit den Buchstaben auf den Scheinen.

Vielleicht liegt das auch an der Prominenz des Urhebers. Schon vor zwei Jahren riet der Wormser Wirtschaftsprofessor Max Otte in einer Internetkolumne dazu, Scheine mit den Länderkürzeln S, T, Y, V, P und M schnell weiterzureichen oder umzutauschen. Denn diese Kürzel stünden für Scheine aus den Schuldenstaaten.

Je mehr sich die Euro-Schuldenkrise zuspitzt, desto mehr Futter bekommen die Anhänger von Ottes Stark- und Schwachwährungsscheintheorie. “Bei uns im Allgäu beobachten wir schon seit Oktober, dass auffällig viele griechische 10-Euro-Banknoten im Umlauf sind”, heißt es etwa in einem Eintrag auf www.ag-edelmetalle.de. Erkennen könne man diese an der Kennung Y.

Nur hat die Sache einen Haken: Die fraglichen Buchstaben haben nichts damit zu tun, wo der Schein gedruckt wurde. Das steht auf der anderen Seite, in einem kleinen Buchstaben- und Zahlencode in der Mitte eines der Europa-Sterne. Beginnt dieser mit einem G, wurde der Schein etwa in der Druckerei Koninklijke Joh. Enschedé in den Niederlanden gedruckt. Das X auf der Landkartenseite dagegen heißt nur, dass der Schein von der Bundesbank in Auftrag gegeben wurde.

Auch Professor Otte muss inzwischen widerrufen. “Leider ist die Sache mit den Ländercodes banaler als damals gedacht”, sagt er heute. Es habe sich dabei um eine Vermutung seinerseits gehandelt. “Heute weiß ich, dass da nichts dran ist.”

via Schuldenkrise: Verschwörungstheorie um den Euro | FTD.de.


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