Schlagwerk x 12 – kräftige Töne beim Festival Musica

 

Schlagwerk x 12 – kräftige Töne beim Festival Musica

Das Ensemble de percussions beim Festival Musica (c) Philippe Stirnweiss


Mit dem „Ensemble de Percussions“, einer Formation aus Musikstudenten der Hochschule für Tanz und Musik in Paris, ließ das Festival Musica bei seinem 18. Konzert den Saal bei France 3 Alsace erbeben. Auf dem Programm standen Werke Von Philippe Schoeller, Iannis Xenakis, Martin Matalon sowie Yann Robin.
Eingebettet in Schoellers und Robins Arbeiten, die jeweils mit 11 Schlagwerkern und einer Schlagwerkerin besetzt waren, führten Victor Hanna und Emmanuel Hollebeke ihre Interpretation von Xenakis „Rebonds A et B“ vor. Die beiden jungen Männer bewiesen nicht nur enorme Virtuosität sondern auch einfühlsame Musikalität und präsentierten Xenakis Werk als zwei sich gegenüberstehende, eigenbestimmte Teile. 2 Bongos, 3 Tom-Toms und 2 große Trommeln auf der einen Seite standen 2 Bongos, 1 Tumba, 1 Tom-Tom, 1 großen Trommel sowie einem Set von 5 wood-blocks gegenüber. Eine, vor allem durch seine unterschiedlichen Klangqualitäten und Tonhöhen stringente Komposition, die keinerlei Raum für Interpretationen zuließ – wie alle Werke bei diesem Konzert . Für Adrien Pineau, der danach Matalons „Short stories“ auf dem Vibrafone performte, hätte es keine genialere Einstimmung geben können. Bewundernswert ist seine Beherrschung des Instrumentes sowie sein musikalisches Gedächtnis. Spielte er doch das 2005 entstandene Stück auswendig. Die kurzen Stücke, die Martin Matalon aufeinander bezugnehmend hintereinander stellte, liefen jeweils über den gesamten Tonumfang der drei Oktaven des Instrumentes. Durch den Wechsel der Schläger wurde eine zusätzliche Klangerweiterung erreicht. Der frenetische Applaus kam zu Recht.
Philippe Schoellers „Archaos Infinita 1 & II hatte zu Beginn gegen ein dünnes Kinderstimmchen anzukämpfen. Die wohl dosierten Pausen, die den verdichteten Klangwolken, die sich graduell in den Tonhöhen voneinander unterschieden gegenüberstanden, waren zu Beginn von einer kleinen Besucherin lautmalerisch kommentiert worden. Gute Nerven zeigte dabei Michel Cerutti, welcher das Ensemble unbeirrt über diese Klippe schiffte. Die harten Schläge, die das Werk zwischendrin akzentuieren, waren Vorboten für die sich zusammenballende Lautmasse, die schließlich infernalische Züge annahm. Schoellers energiegeladenes Stück stand jenem von Yann Robin gegenüber, der mit „Titans“ ebenfalls ein Werk für 12 Schlagwerker geschrieben hatte. Bei ihm sind es nicht vereinzelte, harte Akzentuierungen eines Musikers, sondern Unisonoschläge aller, welche eine ähnliche Rhythmisierung zeigten. Die auf- und absteigenden Wellenbewegungen und die scharfen Obertöne, welche die unterschiedlichen Teile voneinander trennten bzw. neu einleiteten waren ein weiteres Charakteristikum. Robin reizt die Energie und Möglichkeit dieses vollen Klangapparates ganz, ja fast bis zur Schmerzgrenze aus und lässt Titans in einem wahrlich donnernden Finale enden.


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