Schlaf, Kindlein, schlaf…

Schlaf, Kindlein, schlaf…

Hallihallo!

Hier ist es gerade 5:32 Uhr und ich liege hellwach neben meinem schlafenden Töchterchen. Findet ihr den Fehler? ;)

Die letzten Wochen waren schlaftechnisch ein absolutes Auf und Ab für uns. Jede Nacht war eine Wundertüte - man wusste absolut nicht, was einen erwartet!

Seit Mila vier Monate alt ist, habe ich Veränderungen in ihrem Schlafmuster feststellen können. Ihr Schlaf ist viel tiefer, wenn sie denn endlich eingeschlafen ist. Dadurch schafft sie es auch, längere Zeit durchzuhalten - und man glaubt es kaum: vor gut einer Woche gab es diese Nacht, in der sie durchgeschlafen hat. Also so richtig, nix mit sechs Stunden am Stück. Von abends um halb zehn bis halb neun morgens. Ich habe geguckt wie ein Auto und konnte es gar nicht glauben! Tatsächlich war ich auch am nächsten Tag wie gerädert - schließlich ist mein Körper an die zwei Stillunterbrechungen nachts gewöhnt gewesen ;) Und so lag ich jede Stunde wach und habe bei jedem Wuseln von ihr damit gerechnet, dass sie aufwacht. Aber Pustekuchen, sie hat weitergepennt.

Das passierte in der darauffolgenden Nacht dann nochmal und leider danach nie wieder.
Momentan quälen wir uns ja mit den Zähnchen rum und da wurde sowieso der komplette Rhythmus über den Haufen geschmissen - nach der Durchschlaf-Phase hat sich nämlich eine Phase mit vielem nächtlichen Aufstehen angeschlossen. Yeah.
In der befinden wir uns gerade und weil mein Körper so ein Gewohnheitstier ist, liege ich wieder mal wach, während die Maus neben mir schlummert...

Aber ich sehe das Ganze positiv: ich weiß, dass sie grundsätzlich in der Lage ist, durchzuschlafen, wenn sonst alles passt und sie keine Wehwehchen hat (Schub, Zähne, was weiß ich...).

Das Thema Schlaf ist nämlich sooo kurzweilig und unberechenbar, dass ich mich da nicht mehr stressen lassen.

Schlaf, Kindlein, schlaf…

An einem kleinen Meilenstein will ich euch aber doch noch teilhaben lassen! Und wer weiß, sicherlich gibt es die ein oder andere Mami unter euch, die unter dem gleichen "Problem" leidet: dem Einschlafstillen.

Ja, ich bezeichne es tatsächlich als Problem, weil es sich für mich persönlich so angefühlt hat.
Und doch ist es ja eigentlich etwas total Schönes: in diesem intimen, schönen Moment wegzuschlummern - da gibt es bestimmt nix Vergleichbares. Und als Mama ist es auch wunderbar, ein so zuverlässiges Schlafmittel immer bei sich zu haben!

Was es für mich aber zu einem Problem gemacht hat, war die daraus resultierende Abhängigkeit von mir. Natürlich bin ich als Mama eigentlich immer bei meinem Kind und übernehme zumindest bei uns auch den Hauptteil der Betreuung - aber ich hatte so nicht einmal die Möglichkeit, abends das Haus zu verlassen. Nicht, dass ich jetzt jeden Abend Party machen will, aber nach fünf Monaten möchte ich gerne auch einfach abends mal mit einer Freundin was essen gehen, ohne um sechs abends zuhause sein zu müssen, weil nur ich mein Kind ins Bett bringen kann.

Zudem finde ich persönlich es auch wichtig, das Einschlafen als Prozess zu sehen, der unabhängig von Mama erlernt wird. Für unsere Tochter wird es nur vorteilhaft sein, wenn nicht nur ich, sondern auch ihr Papa sie ins Bett bringen kann - schließlich können die beiden so auch intensiv Zeit miteinander verbringen und es nimmt mir den Druck, 24/7 verfügbar sein zu müssen (zumindest ein klein wenig, komplett abschalten kann ich irgendwie trotzdem nicht).

Ich will ganz ehrlich sein: momentan bringe ich die Maus in 95% der Fälle trotzdem ins Bett (vor allem auch wegen der problematischen Schlafsituation). Aber eben nicht mehr mit Stillen, sondern ganz losgelöst davon!

An dieser Stelle muss ich mal eine klare Empfehlung für das Buch "Schlafen statt Schreien" von Elizabeth Pantley aussprechen. Ich bin absolut gegen das Schreien lassen und will das für mein Kind nicht. Komplett das erste Jahr über mein Kind nur mit Stillen in den Schlaf zu kriegen, war für mich aber auch keine Option. Es musste also ein goldener Mittelweg her, bei dem mich dieses Buch sehr überzeugt hat.

Am Anfang habe ich tatsächlich nicht geglaubt, dass es funktionieren würde, mein Kind wach ins Bett zu legen. Und es hat auch zu Beginn nicht funktioniert, so dass wir nach ein paar Minuten abgebrochen haben. Geschrien hat Mila dabei nie, sobald sie geweint hat, habe ich sie aus dem Bettchen genommen. Trotzdem habe ich weiter versucht, sie mit Bauch streicheln, singen oder einer Spieluhr zum Schlafen zu bringen.

Und überraschenderweise hat das dann auch irgendwann tatsächlich funktioniert! Ich weiß noch, als ich völlig entgeistert nach einer halben Stunde aus ihrem Zimmer kam und mein Freund mich verwirrt anschaute, weil ich erklärte "Sie ist tatsächlich einfach so eingeschlafen."

Meine Hoffnung, dass sie durch die Einführung des Abendbreis besser schläft, kann ich leider nicht bestätigen. Aber immerhin schläft sie alleine ein.

Wir haben seit dieser Zeit auch ein festes Abendritual, an dem wir festgehalten haben und bei dem ich glaube, dass es uns sehr geholfen hat:

Zuerst gibt es ihren Abendbrei, danach wird sie (allerdings nur etwa alle drei Tage) gebadet. Anschließend bettfertig gemacht und der Schlafsack wird angezogen. Dann kuscheln wir noch ein bisschen und es geht in ihr Zimmer. Dort kriegt sie ihren Schnuller, dabei singe ich dann La Le Lu für sie, und mittlerweile fallen ihr dann schon die Augen zu.

Ich hätte wirklich nicht gedacht, dass das klappt, ganz ehrlich. Ich habe das sogar für absolut unmöglich gehalten, wenn ich in Foren von anderen Kindern gelesen habe, die einfach so einschlafen. Mila ist keins von diesen Kindern, was man einfach hinlegt und die dann einschlafen. Muss sie aber auch nicht, so wie wir das im Moment handhaben bin ich aber vollkommen zufrieden!

Ich glaube, was uns in der Hinsicht wirklich weiter geholfen hat, war ein konsequentes Abendritual. Das muss ja nicht total ausgeschmückt sein, aber die gleichen Abläufe abends haben ihr dabei geholfen, zu verstehen, dass es jetzt schlafen geht. Und eine weitere "Taktik" habe ich angewendet, als es um das Entwöhnen ging: beim Stillen habe ich sie, kurz bevor sie eingeschlafen ist, immer abgedockt. Damit sie nicht das Saugen mit dem Einschlafen verknüpft. Das hat ewig gedauert und es fällt schwer, das durchzuziehen, besonders nachts! Aber ich war da wirklich eisern und habe mich versucht, jedes Mal daran zu erinnern. Natürlich habe ich sie wieder weiter trinken lassen, sobald sie gemeckert hat (meist so nach 10-15 Sekunden). Geklappt hat es aber irgendwann!

Natürlich kann es auch einfach sein, dass sie älter geworden ist und es deshalb leichter mit dem Einschlafen klappt. Das weiß ich im Nachhinein nicht. Aber ich bin doch erleichtert, dass das Einschlafen keine so komplizierte Sache mehr ist, und ich nicht mehr 5-6 mal die Nacht stillen muss, weil mein Kind sonst nicht (wieder) einschläft.

Das ist mit Sicherheit kein Patentrezept, aber vielleicht für die ein oder andere Mami unter euch, die sich mit der gleichen Situation nicht wohl fühlt, eine Hilfe!

Und ich schicke den Mamis von euch, die zur Zeit vom gleichen Schlafmangel geplagt sind wie ich eine gehörige Portion Kraft :)

Alles Liebe,

Anni