Scharia, das Gesetz der Rache

Ameneh Bahrami (Foto: Welt Online)

Ameneh Bahrami (Foto: Welt Online)

In den Schlagzeilen habe ich es heute bereits berichtet: Eine Frau, deren ehemaliger Verehrer ihr das Gesicht mit Schwefelsäure verletzte, ist auf der Reise in den Iran.

Die im Gesicht entstellte Frau hatte vor Gericht erstritten, dass sie ihren Peiniger nach dem Prinzip “Auge um Auge” blenden kann. Das Urteil soll am Samstag in Teheran vollstreckt werden. (Welt Online)

Ich kann es nicht fassen. Was sind das für unmenschliche Gesetze, die es zulassen, dass man – gut alttestamentarisch (gibt es den Begriff: altkoranisch?) Gleiches mit Gleichem vergilt. Die “Aug um Aug” wörtlich nehmen?

Nach übereinstimmenden Pressemitteilungen hat sich Frau Bahrami von niemandem überzeugen lassen, auf diese Rache zu verzichten. Selbst mehrere Jahre in Spanien und die Hilfe von Ärzten und einfachen Menschen konnte sie nicht überzeugen, davon abzulassen.

Bereits im März 2009 berichtet die FAZ über den Fall:

Es war in diesem Fall nicht einfach, die Vergeltung durchzusetzen. Nach der Scharia, so sagt Ameneh Bahrami, „sind zwei Augen einer Frau nur eins eines Mannes wert“. Man habe ihr gesagt, dass sie umgerechnet noch 20.000 Euro dazubezahlen müsse, wenn sie von Majid auch das zweite Auge wolle.

Ich bin fast außerstande, diesen Gedanken zu folgen. Das kommt mir unglaublich verdreht vor. Bei Spiegel Online gibt es ein Interview mit Ameneh Bahrami - auch darin zeigt sich diese unmenschliche Verbohrtheit,  die ich mir nur durch religiöse Gehirnwäsche erklären kann.

Schlimm genug, dass es solch ein unmenschliches System wie das iranische überhaupt gibt. Schlimmer jedoch, dass es Menschen gibt, die genau so ticken wie dieses.

Es ist mir klar, dass es sehr schwer ist, zu verzeihen. Aber unethisches Handeln ist nicht dadurch rückgängig zu machen, dem Anderen zu schaden.

Es bringt Frau Bahrami nicht das Sehvermögen zurück.

Nic

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