Samstag, den 31.07.2010; Trauerfeier in Duisburg für die Loveparade-Opfer

Der Westen informiert:
"Die Landesregierung plant für den kommenden Samstag um 11 Uhr in der Duisburger Salvatorkirche eine zentrale Trauerfeier für die Loveparade-Opfer. Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundespräsident Christian Wulff haben ihr Kommen zugesagt....
...Der ökumenische Gottesdienst wird live im ARD-Fernsehen übertragen. Außerdem wird es eine Außenübertragung auf Großleinwände am Burgplatz und im Innenhafen geben."
In den Userkommentaren erkennt man die emotionale aufgebrachte Stimmung in der Bevölkerung. Wenn Frau Merkel und Herr Wulff kommen, sollten sie sich ihre salbungsvollen Reden sparen. Das übliche "wir sind tief betroffen", "wir trauern mit ihnen", um dann zur Tagesordnung überzugehen bzw. sich zurück in den Urlaub zu begeben, dürfte nicht gut ankommen. Manchmal ist es besser zu schweigen. Wir befürchten, das Erscheinen von diversen Verantwortlichen könnte zur Eskalation führen.
Wir möchten die Teilnehmer bitten diesen Anlass nicht für Proteste zu nutzen. Das wäre den Opfern gegenüber nicht gerecht, ein Schock für die Angehörigen und für alle, die es physisch heil überstanden haben. Die psychische Verarbeitung steht auf einem anderen Blatt. Denken Sie auch an Polizisten, Ordner, Rettungskräfte, die bis zur Erschöpfung geholfen haben und selber physisch und psychisch angeschlagen sind.
Wenn Sie etwas tun wollen nehmen Sie bitte an der Demo am Donnerstag teil, wenden Sie ihren Unmut gewaltlos an die Verursacher und Verantwortlichen, verstricken Sie sich nicht in einseitige Schuldzuweisungen, lassen Sie das Geschehene nicht in Vergessenheit geraten, helfen Sie durch Zeugenaussagen, Fotos und Privatvideos bei der Aufklärung.
Wir möchten uns bei den Polizisten, den Ordnern und Teilnehmern bedanken durch deren Hilfe und Hinweise wir körperlich unversehrt noch rechtzeitig der Katastrophe entkamen. Das waren unsere Schutzengel. Vielen vielen Dank. Wenige Minuten später... Ach, ich darf gar nicht daran denken.
Wir werden an dieser polit- und mediengeilen "Trauerfeier" nicht teilnehmen. Die Angehörigen sind nicht eingeladen worden. Wir gehen zurück an den Ort des Geschehens. Wir wollen uns das Gesabbel nicht anhören.
Viele schreiben, dass dieses Ereignis hochgezogen wird und es wichtigere Dinge gäbe. Das streite ich nicht ab. Es gibt viel Schlimmes, Ungerechtes und Vertuschtes in der Welt. Wenn wir nicht im "Kleinen" anfangen, nicht mit den "kleinen" Ungerechtigkeiten hartnäckig versuchen aufzuräumen, können wir im Großen nichts ändern.
Mein Bericht kommt noch. Das wird der längste Kinder-Alarm-Post meines Lebens. Ich möchte nichts vergessen. Ich rege mich auf über die Berichterstattung und am meisten regen mich Menschen auf, die sagen: "Selbst schuld, man hätte ja nicht hingehen müssen".

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