Salz und Pfeffer - Zuggedanken 1. Teil

Zweiundzwanzig minuten, verlängert sich meine Reise an einem Wintertag im Januar. Es liegt Schnee, der langsam seinen Zustand ändert und übergeht in braunem etwas. Es ist angenehm kalt. Kälte die ich mag, weil ich warm angezogen bin. Ohne zu schauen, wer sich mit mir auf die Reise gemacht hat,eile ich ins Bistro. Frühstücken, ein schöner Gedanke. "Einmal City Frühstück", lächel ich die nette Bistrobeauftragte an. Doch dann fühle ich mich bestraft, als eine kurze Antwort " nur bis halb zwölf " aus ihren ungeschminkten Mund rutscht. Ich werde bestraft, dafür das der Zug zu spät kommt. Wäre er pünktlich auf Gleis neun eingelaufen, dann hätte ich mein Frühstück bekommen.Ich schlucke es runter. " einen Kaffee und...ich schaue auf die Karte..."Ähm...das hier". Während sie mir den Kaffee vor die Nase stellt, sagt sie nur kurz" elf euro vierzig". Ich lege das Geld, dieses mal passend hin nehme meinen Kaffee und setze mich an meinen Fensterplatz im Bistro. Niemand hier, denke ich. Doch! Ein junger Mann sitzt in der letzten Ecke. Zusammengesunken, fast unsichtbar. Er starrt aus dem Fenster, ohne auch nur einmal die Augen zu bewegen. So wie er dasitzt, hätte man ihn auch ins Wachsfigurenkabinett der Madame Tussauds setzen können. Während ich schreibe und Musik durch meine Ohren hämmert, rutscht meine Tasse samt Kaffee über den Tisch. Ich warte auf ein "Plong und Platsch", aber die Tischkante bringt meine Tasse zum stehen. Eigentlich Schade, denn das wäre das Highlight meiner Reise gewesen. Ich muss, und begebe mich auf die Suche nach dem Ort, wo man sich dessen entledigen kann, was der Körper als nicht brauchbar betrachtet. Da sitzen sie alle. Meine Mitreisenden.Das erste, was mir in den Sinn kommt ist eine Trillerpfeife. Denn dann wäre hier mal Leben im Abteil. Ich fühle mich wie ein Lebender unter toten,die ihre letzte Reise ins Krematorium angetreten haben.Reserviert habe ich nicht, dass muss man auch nicht, wenn man montags fährt.