Saisonal und Regional – Gesund und Lecker

Von Beatrice Schmidt

Erdbeeren im November, Frühlingszwiebeln im Januar, Weintrauben im März oder Feldsalat im Dezember. All das ist inzwischen ganz alltäglich für uns geworden. Ebenso Kiwis, Bananen, Orangen, Clementinen oder Mandarinen zu allen möglichen Jahreszeiten. Wir haben uns in den letzten Jahrzehnten an diesem Überfluss gewöhnt und die nun folgende Generation kennt es auch nicht anders. Viele Menschen können kaum noch zwischen einheimischen und importierten Früchten unterscheiden oder kennen gar die Erntezeiten der vielen Obst- und Gemüsesorten, die in unserer Klimazone wachsen. Das Ergebnis ist, dass viele unreif geerntete Früchte auf unseren Tellern landen und die Umwelt massiv durch den Anbau und den Transport unserer Nahrung belastet wir. Doch all das muss nicht sein. Schließlich können wir alle innehalten und genau hinsehen.

Regionalität

Obst und Gemüse aus der unmittelbaren Umgebung schont die Umwelt und ist zudem auch noch Vitalstoffreicher als importierte Früchte aus allen möglichen Teilen der Welt. Durch die kürzeren Tranportwege vom Feld zum Verbraucher werden Treibstoffkosten gespart und weniger Abgase produziert. Die Früchte werden in einem reiferen Zustand geerntet und enthalten dadurch mehr Vitamine, Mineralstoffe und Co. Ganz nebenbei unterstützen wir einheimische Landwirte und deren Familien und sorgen auf diese Weise dafür, dass unser Landleben weiter lebendig bleibt.

Importfrüchte

Viele importierte Früchte werden mit diversen ungesunden Stoffen gespritzt, damit sie auch nach dem tage- oder gar wochenlangen Transport aussehen, wie frisch geerntet. Diese Stoffe sind zwar alle von der EU zugelassen, aber deshalb trotzdem nicht besonders gesund. Wenn ich mir allein die Auflistungen in der Broschüre „Was bedeuten die E-Nummern“ der Verbraucherzentrale Hamburg ansehe, wird mir ganz anders. Viele der darin enthaltenden und zugelassenen Stoffe, werden mit folgenden Sätzen beurteilt: „Vom Verzehr ist abzuraten“, „Nicht für Kinder zu empfehlen“ oder auch „Keine abschließende Bewertung möglich“.

Saisonalität

Neben der regionalen Herkunft der Nahrungsmittel ist auch die saisonale Verfügbarkeit wichtig. Obst und Gemüse, welches auf natürliche Art gezogen wird und viel Sonnenlicht bekommt, schmeckt besser und ist gesünder, als die Nahrungsmittel, die mit künstlicher Wärme, Dünger und Kunstlicht heranwachsen. Hinzu kommt noch, dass bei natürlich gewachsenen Früchten, der Vitalstoffgehalt höher ist, als bei denen die im Gewächshaus herangezogen wurden. Das kann man im Übrigen auch schmecken. Wenn man eine „Wintererdbeere“ mit einer Sommererdbeere vergleicht, kann man gar nicht glauben, dass es sich hierbei um ein und dieselbe Spezies handelt.

Erntezeiten

Bei den Deutschen ist Paprika ein besonders gern verwendetes Gemüse in der Küche. Diese kann man das ganze Jahr im Supermarkt kaufen. Die Erntesaison bei uns in Deutschland beschränkt sich jedoch auf den Zeitraum von August bis Oktober. Je nach Farbe hat sie einen unterschiedlich hohen Kaloriengehalt und ist, zur richtigen Zeit geerntet und nur kurz transportiert, eine wahre Vitamin C-und Vitamin E-Bombe. Auch Blaubeeren erfreuen sich immer größerer Beliebtheit, was dazu führt, dass diese nun auch zu allen Jahreszeiten in der Obst- und Gemüseabteilung der Supermärkte zu finden sind. Die Erntezeit dieser schmackhaften Früchte ist jedoch nur von Juli bis September. Sie sind in dieser Zeit nicht nur farblich sehr ansprechend, sondern enthalten bei wenigen Kalorien auch noch jede Menge Vitamine.

Da das Wissen, um die Erntezeiten von Obst und Gemüse bei der Mehrheit der Menschen immer mehr in Vergessenheit gerät, ist hier mein Saisonkalender Obst und Gemüse. Er gibt einen Überblick über die gängigsten Obst- und Gemüsesorten in unseren Breitengraden und hier im Blog, gibt es dann noch jede Menge Rezepte zu vielen der aufgeführten Früchte. Saisonal und Regional Kochen ist einfacher als man denkt.

Ich persönlich finde ja, dass Nahrungsmittel auf die man manchmal etwas warten muss, genau deshalb so lecker sind, weil man sie nicht immer verspeisen kann. Was freue ich mich jedes Jahr auf die Spargelernte oder darauf, die ersten Erdbeeren vom Feld zu holen? Auch die Kürbissaison im Herbst ist ein Highlight auf das ich nicht verzichten möchte.

In diesem Sinne, wünsche ich allen einen guten Appetit und viel Freude und Genuss an der einheimischen, regionalen und gesunden Küche.

Beatrice Schmidt – Ernährungsberaterin und Autorin von „Ich stell dann mal um“ und „Abnehmen ohne Achterbahn“.

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