Sagen Sie mal, Herr Seehofer …

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Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer ist sicher, eine gesetzliche Neuordnung des Ehegattensplittings werde es in dieser Legislaturperiode mit der CSU „ganz sicher“ nicht geben. Es geht natürlich um die Homo-Ehe.  Seehofer will den gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaften den steuerlichen Vorteil nicht gönnen. Darüber kann man auch getrost streiten, soll doch jeder seinen Standpunkt vertreten. Was gar nicht geht, ist Seehofers Begründung.

 

Man müsse unter allen Umständen den “Vorrang von Ehe und Familie” schützen, bekräftigt der bayerische Ministerpräsident und sieht das als ausreichendes Argument an, weder Voll-Adoptionen noch ein modifiziertes Ehegatten-Splitting zulassen zu wollen. Der Vorrang von Ehe und Familie also? Sagen Sie mal, Herr Seehofer, wie viel Gedächtnisverlust trauen Sie der Bevölkerung zu? Das vorweg: Diesem Blog ist es völlig egal, welche Art der Sexualität Sie bevorzugen und wo und mit wem Sie sie ausleben möchten. Doch spätestens wenn das eigene Sexualleben die Basis der unerträglichen Heuchelei bildet, ist Schluss mit lustig.

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Rückblende: Horst Seehofer hatte in der Vergangenheit oft genug seine Familie dazu benutzt, sich medienwirksam zu produzieren. Im Januar 2007 wurde bekannt, dass er in Berlin eine langjährige aussereheliche Beziehung pflegte und innerhalb dieser Beziehung zum vierten Mal Vater wurde. Monatelang wurde diese Geschichte genüsslich durch die Gazetten gezogen, vermutlich befördert durch interne Machtkämpfe innerhalb der Union. Erst ein halbes Jahr später verkündete Seehofer, er werde bei seiner Frau bleiben und die Liaison in Berlin beenden, nachdem er selbst aus der CSU zu dieser Entscheidung gedrängt wurde.

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Man müsste schon der Kirche der Zeugen Seehofers angehören, wenn man angesichts der jüngsten Äusserungen des bayrischen Politikers nicht einen gewissen Zorn empfinden will. Was Seehofer unter “Vorrang von Ehe und Familie” versteht, hat er mit seinem Berliner Bums-Verhältnis *tschuldigens scho, Herr Ministerpräsident* eindrucksvoll bewiesen. Die Tatsache, dass er zu seiner Frau zurückkehrte, die nun wieder brav die Landesmutter an der Seite des Regenten zu spielen gewillt ist, macht es kein Stück besser.

Ausgerechnet Horst Seehofer sollte sich mit solchen Äusserungen gefälligst zurückhalten und sie lieber an andere Vertreter der CSU delegieren, die die christlichen Werte, Anstand und Moral höher halten und ein komplett untadeliges Leben führen: Markus Söder vielleicht …