Saerbeck macht sich unabhängig und setzt auf Wind, Sonne und Biomasse

Von Energystar @energynet

Die westfälische Gemeinde Saerbeck ist für ihr Engagement als „Energie-Kommune“ des Monats März 2011 ausgezeichnet worden. Mit diesem Titel würdigt die Agentur fürErneuerbare Energien vorbildliche kommunale Energieprojekte und stellt sie auf dem Infoportal www.kommunal-erneuerbar.de ausführlich vor.

Die 7300-Einwohner-Gemeinde möchte bis 2030 ihren Energiebedarf in der Bilanz vollständig aus Erneuerbaren Energien decken. Die erwartete Überproduktion beim Stromsoll die Minderproduktion bei der Wärme und Mobilität bilanziell ausgleichen. Die Bürger stehen hinter dem Ausbau von Wind, Sonne und Co. in ihrer Nachbarschaft. „Die Gemeinde hat frühzeitig und umfassend informiert. Dadurch besteht eine große Akzeptanz für die vorgesehenen Projekte und eine hohe Nachfrage nach eigenen Investitionen in Bürgeranlagen“, versichert Wilfried Roos, parteiloser Bürgermeister der Gemeinde Saerbeck.

Um die ambitionierten Ziele zu erreichen, hat Saerbeck ein integriertes Klimaschutz- und Klimaanpassungskonzept erarbeitet; neben Experten waren auch die Bürger beteiligt. Herzstück des Konzeptes ist ein Bioenergiepark auf dem Gelände eines ehemaligen Munitionsdepots der Bundeswehr. Die Gemeinde kaufte das Gelände von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben für knapp 1,1 Millionen Euro. Auf etwa 90 Hektar sollen Biogasanlagen, Windräder und Bürgersolarkraftwerke noch in diesem Jahr entstehen. Und auch an der Wertschöpfung werden die Bürger beteiligt. Über Beteiligungsmodelle der örtlichen Banken haben die Saerbecker die Möglichkeit, an der Energiegewinnung aus Sonne, Wind und Biomasse finanziell zu partizipieren. Außerdem ist ein Kompetenzzentrum Bioenergie geplant, zu dem Forschungseinrichtungen und ein Energieerlebnispark für Schulklassen gehören. Klimaschutz wird so für die Bürger aller Altersstufen erlebbar gemacht.

„Zu dem Ausbau der Erneuerbaren Energien gibt es keine Alternativen. Um die Versorgungssicherheit vor Ort zu gewährleisten und die kommunale Wertschöpfung zu erhöhen, ist die Umstellung auf Erneuerbare Energien für mich unabdingbar“, so Wilfried Roos.