Rundrücken – Hyperkyphose

by Roland Späht | 27Bewertung: .04.2018

Rundrücken: Eine Erkrankung der Moderne?

Der Rundrücken ist keine neues Phänomen und wurde früher als Witwenbuckel bezeichnet. Zwischenzeitlich nimmt die Häufigkeit jedoch zu. Das Handy spielt dabei eine große Rolle. Vor allem bei Jugendlichen tritt er immer häufiger aufgrund der gebückten Haltung auf. Oftmals gibt es keine medizinischen Probleme, die Ästhetik steht hier meist im Vordergrund, was eine psychische Belastung mit sich bringt. Ist die Hyperkyphose stark ausgeprägt kann es aber auch zu körperlichen Symptomen kommen.

Was erfährst Du in diesem Artikel?

1. Zuerst lesen!

Wie ist dieser Artikel zu lesen? Du hast von einer Hyperkyphose schon mal gehört und möchtest Dir einen kurzen Überblick über die Erkrankungen verschaffen? Du hast bereits Rückenbeschwerden und versuchst Dich über mögliche Ursachen aufzuschlauen?
    Lese Dir als erstes die durch, wenn sie teilweise oder gänzlich auf die zutreffen ist es sinnvoll den kompletten Artikel zu lesen.
Du leidest bereits an einer Hyperkyphose und bist auf der Suche nach Behandlungsmöglichkeiten die Dir eine Linderung verschaffen?

Wir möchten Dich an dieser Stelle über Ursachen, Symptome, Diagnosemöglichkeiten und therapeutische Maßnahmen bei einem Rundrücken, medizinisch als Hyperkyphose bezeichnet, informieren. Darüber hinaus werden alternative Behandlungsmethoden beschrieben, die Dir eine Linderung verschaffen sollen.

2. Was ist eine Hyperkyphose?

Die Krümmung im Bereich der Brustwirbelsäule wird genannt und ist völlig normal. Eine krankhafte Veränderung dieser Krümmung nennt man Hyperkyphose oder auch im Volksmund "Buckel". Die Symptome eines Rundrückens, je nach Ausprägung und Ursache, reichen von "lediglich" kosmetischen Einschränkungen bis hin zu Störungen der inneren Organen und Schädigungen des Rückenmarks.

Die Symptome einer Hyperkyphose sind je nach Ursache und Ausprägung sehr unterschiedlich.

  • Posturale Kyphose - das ist die häufigste Form, sie entsteht durch eine gekrümmte Haltung beim Gehen, Stehen und vor allem beim Sitzen.
  • Diese sollte durch Sport oder andere Aktivitäten (Rückenübungen) ausgeglichen werden. Ansonsten führt dies zu einer geschwächten Muskulatur, die keine aufrechte Sitzhaltung halten kann.
    Ebenso kann unausgeglichenes Krafttraining zu einer Hyperkyphose führen, oftmals wird die Brustmuskulatur überproportional stark im Vergleich zur Rückenmuskulatur trainiert.
    Die Brustmuskeln ziehen dann den Oberkörper in eine gebückte Haltung da der Rücken das nicht mehr ausgleichen kann.
  • Scheuermann Kyphose - diese wird durch das Scheuermann-Syndrom verursacht.
  • Bei Morbus Bechterew kann es ebenfalls zur Ausbildung eines Rundrückens kommen.
  • Morbus Paget kommt im höheren Alter als Ursache auch in Frage.
  • Angeborene Kyphose - wird durch Fehlentwicklung im Mutterleib verursacht.
  • Nutritionale Kyphose - entsteht durch eine Mangelernährung (Vitamin D) in der Kindheit

Betrachtet man die Evolution des Menschen hatte er fünf Millionen Jahre Zeit den aufrechten Gang "zu üben". Das ist evolutionär betrachtet ein sehr geringer Zeitraum. Somit ist die Muskulatur, bei zu wenig Bewegung, nicht in der Lage eine aufrechte Haltung von alleine herzustellen. Der Körper sackt in sich zusammen und das Risiko eines Rundrückens steigt.

Man unterscheidet bei einer Hyperkyphose mehrere Arten:

Im Alter können durch Osteoporose und die damit verbunden Verminderung des Knochengewebes sogenannte Sinterbrüche entstehen und zu keilförmigen Wirbeln führen. Dies bildet mitunter eine Hyperkyphose aus.

Zuerst sollte die Krankengeschichte des Patienten erfragt werden (Anamnese). Dabei wird gezielt gefragt wie stark die Schmerzen sind. Welche Belastungen der Betroffene im Alltag (Arbeit/Sport) ausgesetzt ist und ob familiäre Fälle einer Hyperkyphose bekannt sind. Dies hilft das Krankheitsbild einzugrenzen (Differenzialdiagnose).

Anschließend sollte eine genaue körperliche Untersuchung stattfinden. Der Arzt sollte in erster Linie die Beweglichkeit der Wirbelsäule testen. Dazu beugt sich der Patient nach vorne (Flexion) und nach hinten (Extension).

Speziell durch die Flexion kann geprüft werden ob versteifte Wirbelsäulensegmente vorhanden sind. Ebenso ist die Beweglichkeit zur Seite und die Drehbarkeit zu überprüfen.

Mit einem Kyphometer kann der Grad der Wirbelsäulenkrümmung ermittelt werden. Zusätzlich sollte die Untersuchung durch bildgebende Verfahren wie Röntgen oder einer MRT unterstützt werden.

Die Aufnahmen sind hilfreich um den Cobb-Winkel der Krümmung zu bestimmen. Dadurch kann zusätzlich die Schwere des Rundrückens bewertet werden. Im Allgemeinen sollte ausgeschlossen werden, dass Erkrankungen wie Morbus Scheuermann, Morbus Bechterew oder Osteoporose vorliegen.

Im Zusammenhang mit dem Schmerzzustand des Patienten lassen sich dann die Behandlungsmöglichkeiten ableiten.

Die Art der Therapie ist stark vom Zustand des Patienten abhängig und sollte nach ausführlichem Gespräch mit dem behandelnden Arzt entschieden werden. Entscheidend für den Erfolg der Therapie ist die Zustimmung und die Einstellung des Patienten. Ziel der Behandlung ist den Betroffen wieder aufzurichten und bei jungen Patienten ein Fortschreiten der Krümmung zu verhindern.

In erster Linie kommt eine Physiotherapie zu Stärkung der Brust- und Rückenmuskulatur zur Anwendung um die Wirbelsäule aufzurichten. Hierbei ist die Standardbehandlung im Rahmen einer Physiotherapie in Deutschland nach der Methode von Katharina Schroth. Sie beinhaltet Übungen zur Aufrichtung der Wirbelsäule, Atemtechniken zur Vergrößerung des Atemvolumens und Bewegungsabläufe für den Alltag.

Muskelentspannende Maßnahmen können die Pyhsiotherapie unterstützen und schneller zu einer Schmerzreduzierung oder -freiheit führen. Hier kann die Anwendung einer Akupressurmatte und ihre positiven entspannenden Effekte hilfreich sein

Ebenso ist die Einnahme von Schmerzmitteln (, Paracteamol) möglich um eine schmerzhafte Hyperkyphose zu behandeln. Darüber hinaus kann die Einnahme von Muskelrelaxanzien eine verspannte Muskulatur lockern.

Eine weitere Möglichkeit beinhaltet das Tragen einer Orthese (Korsett) welche die Wirbelsäule stützt und sie wieder aufrichtet. Oftmals wird sogar eine " Überkrümmung" durchgeführt, weil die Wirbelsäule nach der Beendigung der Korsetttherapie wieder "zurückfedert".

Wichtig dabei ist ein konsequentes Tragen, im ersten Jahr bedeutet dies 23h pro Tag. Danach, in Abhängigkeit des Erfolgs, ist es nur noch nachts zu tragen. Ein ständiges Nachjustieren ist notwendig und meist auch nach Ende der Behandlung zusätzlich, dauerhafte Krankengymnastik.

In sehr schweren Fällen ist eine Operation notwendig. Dies wird vorwiegend bei einem Rundrücken, der durch Wirbelbrüche entstanden ist durchgeführt. Die Art der Operation nennt man Kyphoplastie, dabei wird durch einen eingesetzten Knochenzement die Wirbelsäule wieder stabilisiert.

Eine weitere Möglichkeit bietet die Durchführung einer Spondylodese (Wirbelkörperverblockung). Hierbei werden verschlissene Bandscheiben entfernt und dafür Knochensegmente aus dem Beckenkamm oder den Rippen eingesetzt. Eventuell ist noch eine Entfernung von Knochenkeilen notwendig.

Im Anschluss werden dann zwei oder mehr Wirbelkörper miteinander "verschraubt" umso eine Stabilisierung der Wirbelsäule zu erreichen. Dies führt jedoch zu einer nicht rückgängig machbaren Bewegungseinschränkung.


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