Rot wie das Meer

Von Buecherchaos @FranziskaHuhnke

Rot wie das Meer

Maggie Stiefvater

Script 5, 2012

978-3839001479

18,95 €

Amazon

Die Insel Thisby ist einzigartig. Sie wird heimgesucht von gefährlichen Meereswesen, den Capaill Uisce. Sie bringen Tod und Angst, dabei sind es nur wunderschöne Pferde. Sein ganzes Leben hat Sean von ihnen bestimmen lassen. Aber sind sie es wert oder gibt es mehr, was im Leben wichtig ist, als ein halsbrecherischer Sieg? Von dem einen Rennen ist alles abhängig…

Sean Kendrick ist unwiderstehlich, unbrauchbar und manchmal sehr liebevoll. In seinem Körper leben nach meinem Verständnis mehrere Seelen, die ich alle mochte. Zwar gab es Momente, da hätte ich ihn gerne angeschrien, aber genau so wollte ich ihn in den Arm nehmen und trösten. Seine Gabe mit den Meereswesen umzugehen, hat mir oft ein Lächeln entlockt und er war manchmal so unfassbar sanft, dass ich ihn lieben musste.

Auch die Capaill Uisce haben es verdient als Protagonisten angesehen zu werden. Alles dreht sich nur um sie und ich bin ehrlich: Pferde sind jetzt keine Lieblingstiere von mir. Aber die Capaill Uisce haben mich fasziniert, ein bisschen angewidert, aber sie waren ein gut gewählter Dreh- und Angelpunkt.

Tja und da wäre noch Puck! Puck ist so liebenswert, sie ist vergleichbar mit Grace hat auch sehr weiche, weise aber auch harte Züge an sich. Und über ihren Dickkopf musste ich sehr oft lachen.

Die Kulisse ist etwas Malerisches, vor allem in den Büchern von Maggie Stiefvater. Sie sucht sich immer eine Landschaft aus, die einzigartig ist, die berührt, aber auch grausam sein kann. Diese Insel ist für mich das Buch über ein grausames und einsames Zuhause gewesen. Aber irgendwie tief in mir drin, habe ich sie geliebt wie Puck und gehasst wie Sean.

Sie sind eindeutig faszinierend und ich wollte immer mehr über sie wissen: die Capaill Uisce. Eine ganze Insel dreht sich nur um sie, lebt von Ihnen und fürchtet sie. Was hat es mit ihnen auf sich?, frage ich mich sofort, als die Geschichte beginnt. Wo kommen sie her?

Und dann lerne ich die Personen kennen, die die Pferde fürchten, lieben und für sie leben. Es stimmt einfach alles: Die Probleme die die Menschen miteinander und mit den Tieren haben, sind nachvollziehbar. Gleichzeitig sind sie geheimnisvoll und nicht langweilig. Maggie Stiefvater spielt mit dem Interesse des Lesers, lässt ihn warten, bangen und hoffen. 

Das Cover ist ein Traum aus Rot. Später, nach dem  Buch, hatte diese Farbe auch eine Bedeutung für mich und ich muss sagen, dann konnte ich es nicht mehr so arglos anblicken. Aber ich mag es.

Es gab Seiten, da hat die Autorin viel erzählt, was ich nicht gebraucht hätte. Und sie hat in diesem Buch die grausamere Seite von sich und ihren Geschichten gezeigt. Deswegen bekommt dieses Buch nicht die volle Punktzahl, ist aber immer noch empfehlenswert, weil der Schreibstil wie immer überragend ist.