Rom aus anderer Sicht

Greg Woolf „Rom“, 495 Seiten, Klett-Cotta, 29,95 €, ISBN: 978-3608948486;

Woolf_Rom

Echt jetzt, oder? Eine Geschichte von Rom. Also ob es die nicht 1000fach gäbe. Doch der englische Frühgeschichtler Greg Woolf hat tatsächlich ein ungewöhnliches Buch geschrieben. Im Original ist von Story die Rede, in der deutschen Übersetzung von Biographie. Beides beschreibt den ungewöhnlichen Ansatz Woolfs ganz ausgezeichnet.

Die klassischen Rom-Bücher erzählen von Feldzügen, Eroberungen und Kaisern, vom Gesellschaftssystem und – wenn sie gut sind – auch von den Lebensbedingungen der normalen Menschen. Woolf geht deutlich weiter. Er erzählt von den ökologischen Umständen, die die Expansion des Reichs begrenzt hatten.

Wichtig zum Verständnis von 1500 Jahren Rom ist auch das Wissen um das soziale System. Die Herrschaft mächtiger Familien, die mittels komplexer Teilhabe- und Verpflichtungssysteme ihre Macht stabilisierten, in Rom und überall in den angeschlossenen Gebieten. Und dazu eine gigantische Maschinerie mit billigen Sklaven, die der Oberschicht ihr süßes Leben ermöglicht hatten.

Keine dieser Erkenntnisse sind tatsächlich neu. Was das Buch lesenswert macht, ist die biswielen tatsächlich lockere Erzählweise und die ungewöhnliche Verknüpfung der geschichtlichen Fakten, die dann doch eine neue Perspektive auf dieses hoch entwickelte Weltreich ermöglichen.


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