Richtig kompostieren – Mit Bokashi & im Garten

Du willst lernen, wie du richtig Kompostieren und deinen eigenen Kompost anlegen kannst? Dann bist du hier richtig! Durch das Kompostieren machst du ganz einfach aus organischen Küchenabfällen einen natürlichen Dünger für deine Pflanzen im Garten oder in der Wohnung. Indem du richtig kompostierst, vermeidest du Plastikmüll, sowie den Transport des organischen Abfalls und machst deinen natürlichen Pflanzendünger selbst. In diesem Artikel lernst du, wie du einen Kompost in der Küche, als auch im Garten anlegst und was genau ein Bokashi Eimer ist. Auf geht’s!

  • Vorteile
  • Tipps
  • Kompostieren in der Küche
  • Bokashi Eimer
  • Wurmkomposter
  • Kompostieren im Garten
  • Zusammenfassung

Vorteile des richtigen Kompostierens

Bevor ich dir erkläre, wie du dir einen Kompost anlegen kannst, möchte ich dir zunächst die vielfältigen Vorteile des Kompostierens näher bringen:

  • Dein Hausmüll wird deutlich reduziert
  • Du vermeidest den umweltbelastenden Transport deines Biomülls
  • Deine Bio-Abfälle müssen nicht unter hohem Energie-Aufwand in den Abfallanlagen verwertet werden
  • Du kannst drinnen (Küche) und draußen (Balkon, Garten) kompostieren
  • Gewonnen wird wertvolle Pflanzenerde für Garten- und Zimmerpflanzen (und Pflanzendünger)
  • Richtiges Kompostieren riecht nicht
  • Kompostieren ist nicht aufwändig

Im Zero Waste Lebensstil ist richtiges Kompostieren des angefallenen Biomülls ein wichtiger Faktor. Aber es macht auch einfach Sinn, um sich seinen eigenen Dünger oder seine eigene Pflanzenerde selber herzustellen. Wie du siehst, hat das Kompostieren viele Vorteile und schafft damit gute Gründe dafür, sich selbst einen Komposthaufen anzulegen.

Wichtige Tipps zum richtigen Kompostieren

Egal ob du in der Küche oder im Garten deinen Kompost anlegen möchtest. Wenn du richtig Kompostieren und eine schnelle Kompostierung erzielen willst, solltest du die folgenden, grundsätzlichen Tipps beherzigen:

  • Durchmische den Kompost gut, um die Kompostierung zu beschleunigen
  • Bio-Abfälle sollten deshalb auch so sehr verkleinert werden, wie nur möglich
  • Fruchtfliegen vermeiden, indem du den Kompost ab und zu auflockerst
  • Für eine schnelle Kompostierung solltest du für ausreichend Luft am Kompost sorgen (Luftiger Behälter, sowie Zweige & Äste)
  • Knochen, Kohlenasche, chemische Reststoffe und Fleischreste sollten nicht auf dem Kompost entsorgt werden
  • Der Kompost sollte nicht zu feucht (Schimmelbildung) und nicht zu trocken (schlechte Kompostierung) sein

Mit diesen Tipps zum Kompostieren kannst du den Abbau deines Biomülls beschleunigen.

Richtig Kompostieren in der Küche

Es muss nicht immer der Komposthaufen im Garten sein. Wer in der Stadt lebt, hat meist keinen eigenen Garten. Aber es gibt zum Glück auch Alternativen, um direkt in der Wohnung richtig kompostieren zu können. Ohne Gestank und ohne die Ästhetik der Küche zu zerstören.

Bokashi Eimer für organische Abfälle

Bei uns in Deutschland schmeißen wir durchschnittlich ein Drittel (18 Mio. Tonnen – siehe Artikel Tipps gegen Lebensmittelverschwendung) unserer gekauften Lebensmittel weg. Für die stinkenden Mülltonnen und Mülleimer mit Fruchtfliegen gibt es aber eine coole Alternative aus Japan: Den Bokashi Eimer. Dieser ist in der Regel zwar aus Plastik, kann aber eine Ewigkeit verwendet werden. Bokashi ist übrigens das mineralstoffhaltige Dünge-Substrat, das du am Ende erhältst. Im Bokashi Eimer kannst du den gesamten organischen Müll aus deinem Haushalt sammeln und zu hochwertigem Pflanzendünger verarbeiten lassen. Besser als die hohen Gebühren für die Müllentsorgung zu zahlen, oder?

Der Bokashi Eimer ist leider aus Plastik, aber hält eine halbe Ewigkeit. Zu empfehlen sind zwei Bokashi Eimer, da der volle Eimer eine gewisse Zeit benötigt, um abgebaut zu werden. Den anderen Bokashi Eimer kannst du dann täglich mit deinem Biomüll befüllen, während der andere verarbeitet wird.

Hier bekommst du das komplette Starter Set für deinen Bokashi

Bokashi-Eimer und Komposteimer – Unterschied?

Im Gegensatz zum herkömmlichen Komposteimer in der Küche ist der organische Abfall im Bokashi-Eimer weitgehend geruchslos. Das liegt an sogenannten Mikroben, die du über den organischen Abfall streust und die diesen dann langsam zersetzen. Wie du auf dem Foto sehen kannst, befindet sich unten am Bokashi-Eimer ein „Zapfhahn“ für überflüssige Flüssigkeit aus den Abfällen. Doch so überflüssig ist die Flüssigkeit gar nicht. Du kannst sie direkt als Dünger für deine Zimmerpflanzen nutzen. Nach etwa 2-3 Wochen ist der organische Abfall verarbeitet bzw. fermentiert.

Richtig kompostieren mit Würmern

Lebensmittelreste wie Eierschalen und Hülsen bauen sich nur sehr schwer biologisch ab. Ein junges StartUp aus der Schweiz kam auf eine Idee, Bioabfälle aus dem Haushalt mit Hilfe von Regenwürmern zu zersetzen. Ohne Gestank und in einem extra dafür entworfenen Wurmkomposter. Insgesamt besteht das System im sogenannten WormUp Komposter aus drei Schichten, aus denen man ganz einfach regelmäßig Pflanzendünger gewinnen kann. Der Wurm-Komposter ist eine tolle Alternative, um mit deinem anfallenden Biomüll die Umwelt zu schonen und wertvollen Pflanzendünger zu gewinnen. Die Würmer sind nämlich in der Lage, eine Schicht in etwa 2-3 Monaten vollständig in Dünger zu verwandeln. Die Lebenserwartung eines solchen Regenwurms liegt bei etwa 2 Jahren. Im Komposter vermehren sich die Regenwürmer natürlich. Die Natur hat es aber so eingerichtet, dass niemals eine Überpopulation an Würmern entsteht. Im folgenden Video macht dir das StartUp WormUp ein Bild des Wurmkomposters.

Richtig Kompostieren im Garten in 4 Schritten

Der Komposthaufen ist super, um dem Boden in deinem Garten zusätzliche Nährstoffe zu schenken. Wenn du in deinem Garten einen Kompost anlegen willst, gibt es noch ein paar Dinge zu beachten. Beispielsweise sollte dein Kompostbehälter mindestens an einer Seite einfach zu öffnen sein. Wie du auf dem Titelbild dieses Artikels erkennen kannst, eignen sich Kompostbehälter, die aus Holz zusammengenagelt wurden. Du kannst auch einen Behälter wunderbar aus alten Europaletten selber bauen. Durch einen offenen Behälter kommt genügend Luft an den Komposthaufen. Zusätzlich solltest du durch Äste und Zweige immer wieder für ausreichend Sauerstoff im Komposthaufen sorgen. Stelle den Komposthaufen außerdem am Besten in einem schattigen Bereich auf, damit ausreichend Feuchtigkeit im Kompost bleibt und der Haufen nicht anfängt, richtig zu stinken. Ist der Komposthaufen zu trocken, solltest du ihn regelmäßig leicht gießen. Folgend möchte ich dir in 4 Schritten zeigen, wie du den Kompost anlegen solltest:

1. Die Basis des Komposthaufens

Wenn du richtig Kompostieren willst, solltest du den Kompost in den optimalen Schichten anlegen. Dabei ist ein ausgewogenes Verhältnis zwischen trockenem und feuchtem Kompost entscheidend. Ideal ist die Basis des Komposthaufens in den folgenden Schichten von unten nach oben:

  • Schicht 1 (ca. 30 cm): Rasenabfälle, Laubblätter, kleine Zweige und Heckenschnitt stellen die Basis des Komposthaufens. In dieser Schicht empfiehlt es sich, zusätzlich reifen Kompost hinzuzugeben, wenn vorhanden. Für eine schneller beginnende Kompostierung kannst du in dieser Schicht des Komposthaufens alternativ einen solchen Kompoststarter dazugeben. Ein Kompoststarter ist besonders empfehlenswert, wenn du deinen Kompost in einem geschlossenen Behälter anlegen willst.
  • Schicht 2 (ca. 10 cm): Gesunde Gartenerde, um Mikroorganismen in den Kompost zu bringen. Die Erde schließt die Basis deines Komposthaufens ab. Achte darauf, dass die Mikroorganismen ausreichend Sauerstoff zur Verfügung haben, indem du kleingeschnittene Äste in diese Schicht integrierst.

Die optimale Basis für richtiges Kompostieren ist gesetzt. Nun kannst du Bioabfälle aus Haushalt und Garten auf den Kompost bringen.

2. Kompost anlegen und oben abschließen

Du kannst jetzt auch andere organische Abfälle auf deinen Komposthaufen werfen. Achte darauf, dass der Haufen nicht zu trocken wird und immer ausreichend Sauerstoff im Haufen verfügbar ist. Wenn du deinen Kompost richtig anlegen willst, solltest du den Haufen oben bei etwa 1 – 1,20 m Höhe erneut mit Rasenschnitt schließen. Um kein Ungeziefer anzulocken, kannst du den Haufen zusätzlich mit einer Plane abdecken. Jetzt werden die Organismen in deinem Komposthaufen ordentlich arbeiten.

3. Setze den Komposthaufen um

Dein Kompost hat jetzt ein paar Wochen gearbeitet? Dann sollte er deutlich kleiner geworden sein und es ist Zeit, den Kompost umzusetzen und die Schichten zu mischen. Indem du innere und äußere Schichten des Komposthaufens miteinander tauschst, beschleunigst du den Zersetzungsprozess noch etwas mehr.

4. Nutzung des entstandenen Komposts

Die Geduld hat sich gelohnt. Nach etwa 9 Monaten sollte den die Mikroorganismen ihre Arbeit abgeschlossen haben und du kannst die entstandene Komposterde verwenden. Um grobes Material wie Äste und Co. sauber zu entfernen, solltest du die Erde einfach durch ein großes Gitter / Sieb kippen. Nun kannst du die Komposterde für deine Pflanzen nutzen. Die groben Reste kannst du für die Basis des neuen Komposthaufen oder zum Mulchen (Boden mit unverottetem Material bedecken) verwenden.

Wenn du im Garten deinen Kompost anlegen willst, kannst du dich auch von Stefan im folgenden Video inspirieren lassen:

Richtig Kompostieren – Einfach, oder?

Deinen Kompost anlegen kannst du sowohl drinnen, als auch draußen. In der Küche, auf dem Balkon oder im Garten kannst du dafür sorgen, dass du deinen Hausmüll im Sinne des Zero Waste Lebensstils reduzierst und gleichzeitig großartige Pflanzenerde und natürlichen Pflanzendünger gewinnst. Das ist einfach und umweltfreundlich. Ich hoffe, dass dir die Anleitungen und Tipps zum richtigen Kompostieren weiterhelfen und freue mich auf deine Fragen, Anregungen und persönlichen Erfahrungen mit dem Kompostieren in den Kommentaren unter diesem Artikel.

Beste Grüße,

Plastikfrei leben - Weniger Plastikmüll in der Umwelt

PS.: Deinen organischen Müll hast du dann sehr gut reduziert. Wie sieht es mit deinem Plastikmüll im Haushalt aus? Im Beitrag Leben ohne Plastik, gebe ich dir wertvolle Tipps für weniger Plastikmüll. Viel Spaß!


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