Richtig essen, geiler leben: Was ich auf meinen Reisen über Ernährung gelernt habe

Von Planetbackpack @planet_backpack

Ich hatte 31 Jahre keine Ahnung von Ernährung.

Meine Mama meinte immer, dass ich als Kind eine “rassistische Esserin” war:

Mir kamen so gut wie nur weiße Sachen auf den Tisch – nämlich Brot, Pasta, Kartoffeln, Reis, Käse und dergleichen.

Eine Ausnahme habe ich natürlich bei Süßigkeiten und Schokolade gemacht. Früchte und Gemüse haben mich angewidert, genauso wie Fleisch. Äpfel fand ich gut und Karotten. Das war es dann glaub ich schon. Wohlgemerkt: Ich habe Fleisch und Fisch schon immer verabscheut und war also schon immer Vegetarierin. Eine, die kein Gemüse oder Früchte wirklich mochte.

Erst mit etwa 18 bin ich auf den Geschmack von Salat und ein paar farbigeren Gemüsesorten gekommen. Alle paar Jahre habe ich dann ein, zwei neue Sachen in meine Ernährung hinzugefügt. Avocado war definitiv eine der besten Bereicherungen, das war 2007 in Mexiko.

Zuhause in Bayern habe ich immer nur die Beilagen bekommen. Ein vegetarisches Dasein war in den 80er und 90er Jahren ein Unding, damit konnte und wollte niemand wirklich was anfangen. Meistens habe ich mich dafür geschämt und es war mir peinlich, dass ich kein Fleisch und Fisch und so viele andere Sachen mochte.

Um es kurz zu machen: Ich habe mich unglaublich einseitig und ungesund ernährt.

Achja, mit 14 habe ich angefangen zu rauchen und Alkohol war auch immer ein recht starker Begleiter. Einige Jahre waren auch Drogen am Start und gekifft habe ich auch ohne Ende jahrelang. Ja so war das bei mir früher.

Krass, wie sich die Zeiten ändern:

  • Ich ernähre mich komplett pflanzenbasiert so gut wie nur von frischen Früchten und Gemüse, die meisten davon hättest du mir vor ein paar Jahren noch hinterherschmeißen können
  • Keine Pasta, kein Brot oder andere weiße Nahrungsmittel
  • Keine verarbeiteten Nahrungsmittel
  • Kaum Gluten, kaum Zucker
  • Rauchfrei
  • Koffeinfrei
  • Kaum Alkohol (vor kurzem hatte ich vier Wochen komplett ohne Alkohol)
  • Dieses Jahr habe ich 7 Tage mit grünen Säften gefastet und 7 Tage mit Wasser und Kokosnüssen

Wie es dazu kam – Der Wendepunkt…

Ich hatte meine Erleuchtung in Mexiko, Bali, Italien und Thailand dieses Jahr.

Anfang Januar bin ich komplett auf vegan umgestiegen. Mehr oder weniger von heute auf morgen, obgleich ich mit dem Gedanken schon häufiger gespielt hatte.

Das war während eines einmonatigen Yogakurses in Mexiko. Dort gab es nur veganes Essen, wobei wir auch im Dorf essen konnten. Trotzdem habe ich mich zu der Zeit entschlossen, es endlich durchzuziehen. Als Einstieg war das perfekt, denn drei Mal am Tag geil vegan bekocht zu werden ist definitiv ein Luxus bei der Umstellung und macht es um einiges leichter.

In diesem Video erzähle ich die ganze Geschichte, wie ich zur Veganerin wurde.

Nach Mexiko ging es direkt nach Bali. Und Bali ist das Food Mecca für gesundheitsbewusste Menschen, besonders für rohvegane und vegane Ernährung. Alter. Ich hatte ja keine Ahnung, wie geil veganes Essen sein kann. Die ersten Monate in Ubud waren definitiv die beste Einführung in gesundes, pflanzenbasiertes Essen.

Für mich war meine Umstellung von vegetarisch auf vegan im Januar ein großer Wendepunkt in meinem Leben.

Bali war dann die fette Einführung in die gesunde Ernährung. Und zwar auf orgasmische Art und Weise.

Man würde denken, es gäbe keinen krass großen Unterschied zwischen vegetarisch und vegan.

Für mich war die vegetarische Ernährung nie eine wirklich freiwillige Wahl. Ich habe noch nie wirklich Fleisch, Fisch oder Wurst gegessen – aus Ekel mehr als alles andere und weil ich schon als Kind nicht verstanden habe, warum Menschen tote Tiere essen.

Seitdem ich mich vegan ernähre, hat sich aber eine komplett neue Welt des Essens aufgetan:

Ich komme mir vor wie ein Kleinkind in einem gigantischen Spielzeugladen – nur dass ich jetzt Nahrungsmittel und Früchte- und Gemüsesorten neu entdecke:

  • Ich esse so viel mehr Dinge jetzt als noch vor einem Jahr!
  • Ich habe einen Foodgasm nach dem anderen.
  • Ich genieße Essen mehr und schmecke mehr.
  • Ich bin so viel mehr dankbar für und glücklich über gutes, gesundes, nährreiches Essen.

Und schließlich:

Reisen und neue Orte haben für mich eine ganz andere, interessantere Qualität bekommen. Ich liebe es mich auf die Suche nach veganem Essen, Smoothies und geilen Säften auf dieser Welt zu machen. Es macht wahnsinnig viel Spaß und ich entdecke dabei unglaublich viel.

Warum richtig und natürlich Essen rockt

Ich bin so sehr von einer pflanzenbasierten Ernährung überzeugt – wenn ich jemals das Wort Religion in den Mund nehmen würde, dann dafür.

Das ganze ist ja auch schon lange nicht mehr nur ein Trend. Es ist ein Lifestyle. Der Ausdruck “clean eating” umrahmt das ganze sehr schön. Es geht darum, sich rein und natürlich. zu ernähren.

Warum?

  • Eine pflanzenbasierte Ernährung ist die absolut gesündeste für unseren Körper. Nicht nur beugt sie Krebs, Diabetes und Herzkrankheiten vor (plus viele andere), sie kann auch helfen, sie rückgängig zu machen.
  • Ich lebe und praktiziere Gewaltlosigkeit so gut es geht. Ich möchte nicht, dass Tiere sterben, leiden oder schlecht behandelt werden müssen, nur damit ich einen vollen Bauch habe. Ich finde es fucked up, dass wir Menschen uns über jedes andere Lebewesen auf dieser Welt stellen.
  • Ich liebe unsere Umwelt. Fleischkonsum braucht so viele natürliche Ressourcen, das mir fast schlecht dabe wird. Ja, auch wenn ich viel fliege (sorry, I’m not perfect).
  • Milch von einem anderen Lebewesen zu trinken finde ich abartig. Sie ist für deren Babys bestimmt, nicht für erwachsene Homo Sapiens. Unsere eigene Muttermilch hören wir ja auch auf zu trinken als Kleinkinder. Oder würdest du dir heute noch die Milch einer anderen Frau einverleiben? Nein? Aber von einer anderen Kuh? Merkst selber, wa.
  • Essen heilt und ist Medizin.
  • Essen ist das wichtigste, das wir jeden Tag mehrmals unserem Körper zufügen. Jeder Bissen ist wertvoll, jeder Bissen zählt.

Und wenn du mir jetzt mit Argumenten, wie “Aber Menschen haben schon immer Fleisch gegessen!” kommst, dann lies dir diesen Beitrag bitte unbedingt durch:

6 Surefire Ways to Lose an Argument With A Vegan

Plus: Das Argument “So wurde es schon immer gemacht.” lass ich in keinem Lebensbereich durchgehen.

Das ist Bullshit. Du hängst dich damit an Konventionen fest und machst dich zum Opfer. Wenn dem so wäre, müssten wir uns Frauen das Wahlrecht wieder entziehen und wir müssten wieder mit Feuer kochen.

Wenn ich sehe, wie Leute ihr “reichhaltiges” Frühstück auf Instagram posten, wird mir oft nur schlecht – nicht weil ich Veganerin bin, sondern weil so viele Menschen denken, sie ernähren sich gesund und nicht wissen, dass sie eine große Illusion leben.

Solche Instagram-Fotos bestehen meist aus Bacon, Käse, Brot, Orangensaft aus dem Tetrapack, Kaffee, vielen Eiern, Müsli mit schön viel Zucker..

Die “Normalbevölkerung” weiß so wenig über wirklich gesunde Ernährung – auch mir wurde es nie wirklich beigebracht, weder zuhause, noch in der Schule oder auf der Uni.

Eine der wichtigsten Skills, die jeder Mensch beherrschen sollte – gesunde Ernährung – wird völlig ignoriert. Es ist noch nicht mal die Schuld unserer Eltern.

Meiner Meinung nach wird uns Wissen um Gesundheit vorbehalten. Absichtlich. Oft sind es auch kulturelle Gewohnheiten, die nicht verändert werden möchten. Wir halten gern an alten Sachen und Handlungsweisen fest, auch wenn sie uns nicht mehr dienen – aus Angst. Veränderung ist ja beängstigend in allen Bereichen des Lebens.

Vegane Ernährung hat mein Leben verändert

Nicht jeder Veganer ernährt sich gesund. Aber die, die bewusst leben und an Ernährung interessiert sind, werden näher an Nahrungsmittel herangebracht.

Allein schon, weil wir uns alles durchlesen, was in verpacktem Essen draufsteht um zu schauen ob Tierprodukte enthalten sind. Auf einmal siehst du dann auch die ganzen anderen Sachen, die drin sind.

Die wenigsten Menschen lesen sich das durch. Wir kaufen nur. Ohne erfahren zu wollen, was wirklich in einem Pesto oder in der Schokolade drin ist.Wieso auch – lieber die Augen schließen.

Fakt ist: Wenn ich mich auf den Straßen und den Supermärkten umsehe, mir die Körper der Menschen da draußen ansehe und sehe, wie viele Menschen an ernährungsbedingten Krankheiten sterben (nein, nicht nur Diabetes, so gut wie alle basieren auf eine falsche Ernährung), wird klar:

Wir alle müssen gesünder werden und gesündere Entscheidungen treffen.

Wie kann ich ein bewusster, intelligenter und aufgewachter Mensch sein und meinen Körper so sehr vernachlässigen? Wie kann ich mein Leben so optimieren wollen und Lifestyle Design praktizieren um glücklicher zu sein, aber eine gesunde Ernährung völlig außer Acht lassen?

Meiner Ansicht nach ist ein Digitales Nomadenleben nur dann wirklich nachhaltig, wenn wir es ganzheitlich in Angriff nehmen. Und dabei sollte unser Körper an oberster Stelle stehen.

Das, was wir reinpacken, resultiert in der Qualität unseres Lebens.

Seitdem ich meinen Lifestyle auf absolute Gesundheit ausgerichtet habe,…

  • werde ich nicht mehr krank oder bekomme Erkältungen
  • bin ich megafucking fit jeden Tag direkt nach dem Aufstehen und strotze vor Energie
  • hab ich eine geile Haut
  • brauche ich keine Angst vor fiesen Krankheiten haben
  • habe ich eine enge, tiefe Verbindung zu meinem Körper
  • fühle ich mich einfach nur happy in meiner Haut
  • ich keine Gewichtsprobleme mehr
  • ist meine Laune und emotionale Stimmung ausgeglichener
  • fühle ich mich entspannter und weniger gestresst
  • empfinde ich kaum noch Heißhunger
  • habe ich große Fortschritte im Yoga gemacht und habe mehr Kraft bekommen

Von wem ich gelernt habe

Ich sehe überall Lehrer. Sie kommen immer wieder durch interessante Weise in mein Leben.

Die erste Lehrerin kam in Form einer Frau in mein Leben. Ich kam nach Bali um sie zu besuchen letzten November. Sie ist Mitgründerin eines des bekanntesten veganen Restaurants in Ubud. Sie hat mich definitiv angesteckt mit ihrem gesunden Lifestyle und ihrem Wissen über pflanzenbasiertes Essen.

Ende Januar kam ich dann zurück nach Bali. Ich war angefixt. Im März bin ich dann auf das Bali Spirit Festival gegangen und habe dort unter anderem einen Workshop von Hillary Hitt besucht zum Thema Spirituelle Ernährung und Fasten. Die Frau hat mich mit ihrem Wissen und lebenslanger Erfahrung komplett vom Hocker gehauen.

Ein paar Tage später habe ich mit Violeta von The Step to Myself ein Detoxprogramm gestartet. Eine Woche ayurvedische Ernährung auf Kapha-Basis, gefolgt von einer Woche Saftfasten mit vorrangig grünen Gemüsesäften.

Das Ganze war absolut lebensverändernd und hat mir die Augen geöffnet. Mir ging es noch nie so gut wie in diesen Wochen, mein Körper war fit ohne Ende. Das war das erste Mal, dass ich so richtig gemerkt habe, welchen Einfluss Essen auf unseren Körper hat. Gigantisch.

Wir sind so an unsere scheiß Ernährung und Gewohnheiten gewohnt, dass wir gar nicht wissen, welche unglaubliches Potenzial an Gesundheit und unendlicher Energie in uns steckt. Wow.

Von da an war klar: Es gibt kein Zurück mehr. Ernährung war auf einmal Priorität. Auch weil Violeta es immer wieder zum Thema gemacht hat, mir neue heilende Nahrungsmittel eröffnete und mich auch die Wochen nach meinem Reinigungsprogramm auf achtsame Ernährung sensibilisierte.

Immer mehr habe ich mich in das Thema vegane Ernährung und Superfoods und Smoothies und Säfte eingegraben und angefangen regelmäßig zu recherchieren, sowie Bücher und Blogs in diesem Bereich zu lesen.

Im Juni war ich dann auf einem tollen Retreat in den Bergen im Süden Spaniens. Es gab nur veganes Essen und von unserem Yogalehrer Namit aus Indien haben wir täglich nach dem abendlichen Essen so viel über Ernährung gelernt, wie Pflanzen unseren Körper beeinflussen und noch viel mehr. Viele der Inhalte stellt Namit öffentlich auf seinem kleinen Blog zur Verfügung.

Im Juli hatte ich die Ehre bei einem Retreat von Sofia Araujo und Jai von Swara Yoga in der Toskana dabei sein zu dürfen. Das Theme war “Attuning to the Seasons Food & Yoga Retreat”. Es drehte sich alles um die fünf Elemente, Ayurveda, Essen und Yoga als Medizin. In den Kochstunden haben wir viel über makrobiotisches und ayurvedisches Essen und gelernt und danach beim Zubereiten umgesetzt. Jeder Tag war einem der Elemente gewidmet – für das Essen und die Yogastunden: Erde, Wasser, Feuer, Lust und Space.

Ein paar Wochen später bin ich nach Thailand aufgebrochen um bei Hillary Hitt ein Fastenprogramm zu machen und um noch mehr von ihr zu lernen. Ihr kleines Retreat-Center Dharma Healing International befindet sich auf Koh Samui. Unter ihrer Anweisung und Aufsicht habe ich 7 Tage lang nur Wasser, Kokosnusswasser, Zimttee und Mineralien zu mir genommen. Jeden Tag gab sie Unterrichtsstunden zum Thema Ernährung, Fasten, Astrologie, Kokosnüsse und mehr. Ich war in der Woche die einzige neue Schülerin und daher bekam ich exklusiven Einzelunterricht mit ihr, was einfach nur fantastisch war. Du kannst dir hier mein YouTube-Tagebuch während des Fastens ansehen.

Nach dem Fasten bin ich auf Koh Phangan und habe mich im Orion Healing Center für 8 Tage eingenistet. Dort gab es tagein, tagaus nur orgasmisches Essen und Smoothies. Zudem habe ich dort auch einen rohveganen Kochkurs mitgemacht.

Mein Plan ist es in absehbarer Zukunft bzw. Ende diesen Jahres eine Art Fernstudium zur Ernährungsberaterin zur machen. Wenn sich bei mir eine Leidenschaft eingenistet hat und ich angefixt bin, dann will ich alles wissen, alles darüber lernen. So war es damals mit dem Tauchen, dann mit dem Bloggen und Online Business – nun Yoga, Spiritualität und Ernährung. Herzblut, Baby.

Hier nun meine Einsichten und Learnings der letzten Monate und was mir persönlich gut tut. Viel Spaß dabei, vielleicht kannst du ja auch das ein oder andere für dich mitnehmen.

Was ich über Ernährung gelernt habe

1. Starte deinen Tag bewusst gesund

Das beste Morgenritual ist heißes Zitronenwasser morgens nach dem Aufstehen auf leeren Magen. Warum? Lies das hier.

Mach dir dann ein gesundes Frühstück: Zum Beispiel Porridge mit Früchten und/oder einen grünen Smoothie. Mein persönliches veganes Porridge-Rezept koche ich in diesem Video.

Hier eine gute Ressource für einfache, aber supergesunde grüne Smoothies. Und noch eine hier.

2. Spare nie beim Essen

Viele Leute sparen bei der wichtigsten Sache im Leben: Dem Essen.

Ja klar ist es teurer sich bio und abwechslungsreich zu ernähren statt zu Lidl und McDonalds zu gehen. Überraschung!

In unserer verkehrten Welt kostet Scheiße wenig, in Gutes muss investiert werden. Es ist schon skurril, dass wirklich natürliches Essen aus dem Biomarkt teurer ist als das verarbeitete, unnatürliche in den normalen Supermärkten. What da fuck!

Essen ist das wichtigste, das wir unserem Körper geben können, es ist unser Sprit. Sehe es als eine Investition in dich selbst. Wenn du Geld für Reisen und Ausgehen hast, dann hast du auch genügend Geld um dich gesund zu ernähren.

Mich selbst ekelt es fast schon beim Gedanken daran, bei den großen Discountern einzukaufen. Am liebsten gehe ich auf Frischmärkte oder sonst eben in den Biomarkt.

Ein guter Post zum Thema Geld sparen für gesunde Ernährung ist dieser hier:

4 Tipss für eine günstige und vegane Ernährung

3. Finde dein Ayurvedisches Dosha heraus und basiere deine Ernährung darauf

“Ausschlaggebend für ein gesundes und glückliches Leben ist laut Ayurveda das Wissen um die individuelle Konstitution. Kennen wir unsere eigene Natur, so können wir unsere körperlichen Bedürfnisse und mentalen Potentiale auf positive Weise erfüllen. Dabei bestimmen die drei sogenannten Doshas (Vata, Pitta, Kapha) die Qualitäten und die Ausdrucksform von Körper und Geist.” (Quelle)

Um dein Dosha herauszufinen, kannst du einen Test online machen. Noch besser aber du gehst zu einem Ayurveda-Berater oder Arzt. Ich war mal bei Dr. Bauhofer in München und kann ihn sehr empfehlen, falls das in deiner Nähe ist.

Ich selbst bin zum Beispiel sehr Vata und auch Pita, muss also mein Kapha ausgleichen. Das bedeutet, dass ich mehr warmes Essen brauche, mehr Wurzelgemüse und erdendes Essen.

Zum Thema Ayurvedische Ernährunge sind auch diese Beiträge sehr gut:

4. Ernähre dich pflanzenbasiert – tue so, als gäbe es verpacktes Essen nicht mehr

Vegan ist definitiv nicht gleichzusetzen mit gesund. Es gibt viele Veganer, die sich trotz allem sehr ungesund ernähren:

Viel Zucker, Kaffee, Alkohol, viel verarbeitetes und verpacktes Essen wie Pasta und Brot, viel Fleischersatzprodukte aus Soja oder Seitan.

Pflanzenbasiert ist die einzig wirklich gesunde, reine Ernährung: Alles ist natürlich, unverarbeitet und in Bioqualität.
Im besten Fall ernährt man sich auch saisonal und aus der Region.

Ich nenne das einfach nur “Back to the Roots”:

Die pflanzenbasierte Ernährung geht zurück zum Ursprung, zur natürlichsten Art und Weise zu essen. Im Grunde genau das was die Menschheit die meiste Zeit seit ihrer Existenz gemacht hat. Das was wir heute alles im Supermarkt finden und als normal betrachten (verarbeitetes Essen aus der Packung) ist eine recht neue Erscheinung der letzten ein, zwei Jahrhunderte.

Was alles verarbeitet ist? Brot, Pasta, Chips und Süßigkeiten, Milchprodukte, alles was in Dosen und Tüten verpackt ist im Grunde. Im Grunde quasi 80% was du im Supermarkt heutzutage findest. Unglaublich eigentlich.

5. Jeder ist anders: Höre auf deinen Körper

Ich kann dir hier tausend tolle Tipps geben und dir alles erzählen, was ich gelernt habe und für mich gut funktioniert. Aber fuck it: Jeder Körper ist anders. Deiner hat vielleicht ganz andere Bedürfnisse als meiner.

Dein Dosha ist anders, oder aber dein Körper schreit nach Fleisch (mein Tipp: ernähre dich nach Paleo – wobei das kein Freifahrtschein für Fleisch ohne Ende sein sollte), oder vielleicht ganz nach Rohkost.

Das hier sind alles Guidelines, gesunde Eckpfeiler, die sich lohnen auszuprobieren. Experimentiere mit den verschiedensten Sachen, verbinde dich mit deinem Körper und identifiziere seine Signale, was ihm gut tut und was nicht. Dazu braucht es viel Bewusstheit und Aufmerksamkeit.

6. Pflanzliche Proteine sind die gesündesten

Nachdem ich die China Study gelesen hatte und die Doku Forks over Knives gesehen habe, ist der Groschen ganz schön hart gefallen:

  • Kein Mensch braucht so viel Protein, wie uns immer erzählt wird. Im Gegenteil: Der Durschnitt nimmt viel zu viel zu sich. Proteine sind Aminosäuren. Zu viel Protein = Übersäuerung im Körper. Das kann sich auf viele Ebenen wiederspiegeln: “Furthermore, a pattern was beginning to emerge: nutrients from animal-based foods increased tumor development while nutrients from plant-based foods decreased tumor development.” Und: „Casein, and very likely all animal proteins, may be the most relevant cancer-causing substances that we consume“
  • Pflanzliches Protein ist genauso effektiv und dazu gesünder. Es wird uns so viel Pseudowissen verkauft und auf Verpackungen im Supermarkt draufgeklatscht, damit wir Produkte kaufen.

Es gibt natürlich viel Kritik rund um die China Studie, aber wen wundert es:

Die Fleisch- und Michlobby ist rießig und mächtig. Und viele Fleischesser und Vegetarierer fühlen sich bedroht. Sind natürlich keine geilen News für alle, die ihre Steaks, Käsebrote und Milchkaffees lieben. Denn das hieße ja, man müsse was verändern. Und überhaupt, Fleisch und Milch sind doch Teil unserer Kultur. Und wir Veganer sind ja sowieso total crazy. Unser Ego mag es nicht in seinen alten, etablierten, konventionellen Arten und Weisen angegriffen zu werden. Dann doch lieber lauthals Kritik äußern.

Und was liefert nun das meiste Protein in der veganen Ernährung? Ich selbst bin gerade auf einer Muskelaufbau-Mission, da ich beim Yoga stärker werden möchte (Chaturanga, Baby!). Daher habe ich viel recherchiert.

Ich selbst esse derzeit viel davon:

  • Chia-Samen
  • Tempeh (fermentierte Sojabohnen)
  • Spinat
  • Bohnen, Linsen und Kichererbsen
  • Erbsen und Edamame
  • Hanfsamen
  • Hafer
  • Kürbiskerne
  • Brokkoli
  • Spargel
  • Mandeln
  • Quinoa und Amaranth
  • Kresse
  • Spirulina
  • Leinsamen

Und das Resultat: Ich sehe langsam Muskeln aufkommen! Geilo!

Aber kein Wunder – es gibt viele vegane Athleten und Fitnessenthusiasten:

7. Fuck Zucker, Alkohol, Kaffee, Salz und Gluten

Was soll ich sagen, außer: Alles richtig scheiße, aber süchtig machend. Daher ist es auch so schwer damit aufzuhören.

Kaffee habe ich nach lebenslangem Konsum von etwa 1-3 Tassen am Tag dieses Jahr endlich eingestellt. Zwei Mal. Jedes Mal 5 Tage endlose Kopfschmerzen und ein Gefühl, als wäre ich nicht ganz bei mir. Der erste Versuch hat nicht lange gehalten – so ist das mit den Drogen – aber nach den zweiten schmerzvollen 5 Tagen, war klar: Wenn mein Körper so krasse Symptome bei Koffeinentzug an den Tag legt, kann das Zeug echt nur furchtbar sein. Mittlerweile weiß ich: Koffein ist die schlimmste legale Droge. Ich fühle mich hunderdtausend Mal geiler und fitter und wacher und entspannter ohne. Ja, grüner und schwarzer Tee und Macha Tee haben auch Koffein, also keine wirklichen Alternativen.

Das mit dem Alkohol. Schon lange trinke ich nur noch wenig, kürzlich habe ich 30 Tage komplett ohne eingelegt. Nicht nur die Kater werden schlimmer mit dem Alter. Ich habe einfach irgendwann eingesehen, dass ich aus den falschen Gründen Alkohol trinke: Ablenkung, Langeweile, Gewohnheit. Alle drei uncoole Gründe.
Kaffee und Alkohol verändern meine Wahrnehmung und bringen mich weiter weg von mir selbst und von spiritueller Erleuchtung (was ich jetzt mal so reinschmeisse, ist aber so).

Zucker! Meine größte Herausforderung. Gottseidank habe ich gelernt, dass es geile natürliche Alternativen gibt. Besonders shit is raffinierter weißer Zucker. Gute Alternativen: Honig (nicht 100pro vegan, aber bei Bio-Honig aus der Region mache ich eine Ausnahme, besonders hier in Bali, wo ich weiß, wie die Imker arbeiten), Stevia, Ahornsyrup, Kokosnusszucker, Agavensyrup. Wenn überhaupt, dann greife ich zu braunem Zucker.

Wir alle tendieren dazu unsere Gerichte zu übersalzen. Ich habe angefangen Salz fast komplett aus meiner Küche zu entfernen. Ab und an verwende ich richtig gutes Himalaya-Salz. Salz verursacht Wassereinlagerungen, überschattet natürliche Geschmäcke des Essens.

Ich habe zwar keine Glutenunverträglichkeit, aber ich versuche mich größtenteils von weißen Mehlprodukten fern zu halten. Weißes Mehl ist so krass manipuliert worden in den letzten paar Hundert Jahren, das nicht mehr viel von seiner Grundsubstanz vorhanden ist. Es gibt so viele andere tolle Getreidesorten, die gesünder sind, weniger Gluten enthalten und weniger Kohlehydrate.

8. Essen im Außen: Nutze natürliche Kosmetik und Seifen

Mein Motto: Wenn du es nicht essen würdest, gehört es auch nicht auf deinen Körper. Heißt also: Fuck alle Produkte, die Chemie beinhalten. Das sind so ziemlich 99% in den Drogerien.

Ich kann mir nicht mehr vorstellen, ein L’oreal Shampoo zu benutzen oder mich mit Nivea einzucremen oder Colgate auf meine Zahnbürste zu packen.

Eine Ausnahme mache ich derzeit noch bei meinem Haarprodukt, weil ich einfach noch nichts vergleichbares natürliches gefunden habe. Aber ich bin dabei und probiere ständig neues aus.

Du kannst auch deine eigenen natürlichen Sachen herstellen. Alles kein Hexenwerk, denn was natürlich ist, kannst du dir selbst besorgen und zusammenmixen. Eine tolle Ressource ist dafür dieser Post von This American Girl „My All Natural Travel Kit“ und der Blog Wellness Mama.

9. Fuck Perfektionismus und Zwang

Es geht nicht darum, sich zu 100% richtig ernähren zu müssen jeden Tag. Klar, es wäre das große Ziel, aber ist manchmal sehr schwer oder auch anstrengend.

Mir persönlich geht es um Bewusstheit. Und als die dann bei mir ankam, wollte ich ganz natürlich keine Milchprodukte mehr und hatte keine Probleme damit, Brot und Pasta aus meinem täglichen Leben zu streichen. Ich musst mich nicht zwingen, es waren all die Einsichten und vor allem aber eben die Bewusstheit und tiefe Verbindung zu meinem Körper. Dann ging alles automatisch.

Ich mach mich nicht fertig, wenn ich Bock auf Schoko habe. Oder das vereinzelte Glas Wein, wenn mir danach ist.
Aber es sind mittlerweile eher die Ausnahmen als die Regeln.

Wenn du EINMAL gespürt hast, wie gesund und fit und rein sich dein Körper anfühlen kann, dann willst du nicht mehr zurück.

Hier noch ein paar allgemeine Extratipps:

  • Vitamin B12 muss bewusst auf meine Agenda – als Veganer müssen wir ein wenig extra zu uns nehmen oder ganz viel Seetang zu essen (Kombu, Wakame…)
  • Meine eigenen Smoothies im Blender zu machen ist das nonplusultra – die rocken mega. Einfach und schnell viel gesund essen. Geht ganz einfach.
  • Superfoods sind eine top Gesundheitsversicherung – Spirulina, Chlorella, Weizengrass, Maca, Goji, Acai, Chia…
  • Fasten ist der Hammer und hat mein Leben verändert – Saftfasten und Wasserfasten werden jetzt regelmäßig ein bis zwei Mal im Jahr in mein Leben integriert. Schön die Leber und den Körper entgiften. Sauwichtig, macht rein.
  • Gesunde Ernährung muss auch auf Reisen Priorität sein – es gibt für mich keine Ausreden, egal wo ich bin. Das bedeutet, dass ich mich immer gut vorbereiten muss und mir meist Orte aussuche, an welchen mein Lifestyle einfacher möglich ist. Siehe dazu auch diesen Post zum Thema Organisation als Digitale Zen Nomadin.
  • Erinner dich immer daran, wie du dich fühlen willst, wenn du mit dem Essen fertig bist. Ich war im Juni dieses Jahr auf einem Mastermin mit einer großen Gruppe fleischessender Männer. Sie waren nach jedem Essen fast komatös und müde. Ich dagegen war immer fit nach dem Essen. Komisch, oder?
  • Wähle die richtigen Restaurants aus. Ich nutze so gut wie immer Happy Cow.
  • Umgebe dich mit anderen bewussten Menschen, für die Ernährung und Gesundheit eine wichtige Priorität im Leben hat.
  • Kokosnüsse sind ein Grund, weshalb ich so gut wie nur noch in den Tropen leben möchte. Ich trinke jeden Tag eine, nutze das Öl zum Ölziehen und in der Küche zum Kochen und für Salata, schmiere es auf meine Haut, liebe die Milch in allem was ich zubereite… Und hier erfährst du noch 101 Arten Kokosnuss zu verwenden.
  • Es gibt soooo viele geile gesunde vegane Desserts. Ich hatte ja vorher echt keine Ahnung. Aber fuck, es gibt die tollsten veganen Brownies und Käsekuchen und Energy Balls und vieles mehr.. Es braucht wirklich keine Eier und Butter und Milch. Im Gegenteil, ich finde vegane Desserts viel toller ohne. Aber immer nachfragen, mit was gesüßt wird!

Die pflanzenbasierte Nahrungspyramide: Esse so bunt wie möglich jeden Tag!

Was auf deinen Speiseplan jeden Tag sollte:

  • Grünes Blattgemüse
  • Früchte
  • Buntes Gemüse
  • Getreide in Form von Quinoa, Amaranth, Vollkornreis (braun, rot, schwarz), Hafer…
  • Sprossen und gesprossene Hülsenfrüchte
  • Nüsse und Samen
  • Superfoods
  • Hülsenfrüchte: Erbsen, Bohnen, Linsen, Kichererbsen..
  • Alternative Milchsorten: Mandeln, Reis, Hafer…
  • Kaltgepresste Öle aus guter Qualität

Empfohlene Bücher:

  • Die China Study von Dr Colin Campell
  • Tiere Essen von Jonathan Safran Foer
  • Skinny Bitch: Die Wahrheit über schlechtes Essen von Rory Freedman und Kim Barnouin
  • Vegan für alle: Warum wir richtig leben sollten von Jan Bredack
  • Becoming Vegan von Brenda Davis
  • Spiritual Nutrition und Conscious Eating von Gabriel Cousens
  • The Kind Diet von Alicia Silverstone
  • Thrive: The Vegan Nutrition Guide to Optimal Performance in Sports and Life von Brendan Brazier
  • The Plantpower Way und Finding Ultra von Rich Roll
  • Why We Love Dogs, Eat Pigs and Wear Cows von Melanie Joy
  • Food as Medicine von Dharma Singh Khalsa
  • Superfoods: The Food and Medicine of the Future von David Wolfe
  • Die Lustfalle: Warum Gesundsein so schwerfällt und was Sie dafür tun können von Douglas Lisle
  • Fasting and Eating for Health von Dr. Joel Fuhrman

Empfohlene Blogs und Webseiten:

Empfohlene YouTube-Kanäle:

  • Rawberry Vegan
  • Green Boooh – Veganer Sportsgeist
  • Das Rohkost 1×1
  • Die Sundancefamily
  • Rohe Energie – Vegan und gesund
  • Carb the Vegan Up
  • PETA Deutschland
  • Nutrition Facts
  • Plantbased Athlete
  • Minimal Pro
  • Jason Pizzino
  • The Food Babe

Empfohlene Filme:

  • 101 Reasons to Go Vegan
  • Fork over Knives
  • Fat, Sick and Nearly Dead
  • Earthlings
  • Food Inc.
  • Food Matters

Eine gesunde Ernährung ist keine Diät und dreht sich nicht nur darum, was du auf deinen Teller packst. Es ist eine Lebenseinstellung, ein ganzer Lebensstil.

Es bedeutet, dass du dir wichtig bist.

Sie steht für pure Selbstliebe und Selbstfürsorge.

Bist du dabei??

Was weiß du noch alles über eine gesunde, pflanzenbasierte Ernährung? Noch mehr Tipps? Oder hast du noch Fragen?

Rein damit in die Kommentare!