Rezi: Tolstoi und der lila Sessel

Rezi: Tolstoi und der lila SesselAutorIn: Nina Sankovitch
Titel: Tolstoi und der lila Sessel
Band: Einzelband
Verlag: Graf
Genre: Biographie, Bücher über Bücher
ISBN: 978-3-86220-027-6
Erscheinungsjahr: März 2012
Seitenanzahl: 287Altersempehlung:  ab 14 Jahren
Kaufpreis:  16,99€
Krümelanzahl: 3
Erster Satz:
Im September 2008 fuhren mein Mann Jack und ich an einem verlängerten Wochenende aus unserer Kleinstadt in Conneticut hinaus nach Long Island ans Meer.
Mein Inhalt:
Nina Sankovitch lässt ein besonderes Jahr in ihrem Leben noch einmla Revue passieren. Nicht der Zeitpunkt als sie ihren Mann Jack kennen lernte, oder mit der Geburt ihres jüngsten Sohnes George eine komplette Familie wurden, auch nicht die Zeit, als ihre liebste Schwester Anne-Marie starb. Sondern das Jahr danach. Denn Nina beschließt ein ganzes Jahr lang jeden Tag ein Buch zu lesen. Sie will nach dem plötzlichen Todesfall ihrer Schwester einen Weg zurück ins Leben finden. Und welcher Pfad eignet sich da besser, als der mit Büchern gepflasterte, der sie ablenkt und an fremde Orte und alte Zeiten reisen lässt?!
Meine Meinung:
Beim Betrachten des Covers fühlte ich mich schon inmitten der Geschichte. Sogleich wird einem der obligatorische lila Lesesessel vor einem immensen Bücherwand vorgestellt. Das Bild sieht wirklich sehr gemütlich aus und lässt eine ausgewachsene Leseratte schon mal ins Schwärmen geraten. Ich machte mich gefasst auf einen richtig buchigen Schmöker mit ganz vielen interessanten Anekdoten, wie man es schafft oder auch nicht schafft, neben Alltag wie Kindern, Haushalt und Mann im Hause jeden Tag zwischen 200 und 400 Seiten zu lesen. Ich las und las und bekam die Vorgeschichte von Ninas Projekt "Ein Buch an einem Tag" präsentiert. So las ich weiter und weiter und ich erfuhr von der unerwarteten Krankheit ihrer Schwester sowie dem baldigen Tode, von den Kriegserlebnissen ihres Vaters aus Belgien und von vielen weiteren familiären Hintergründen. Zwischendurch schlich sich auch hin und wieder mal ein Hinweis auf ein oder zwei Buchtitel ein.
Ich hatte bereits über die Hälfte der Geschichte gelesen bis mir auffiel, dass Nina Sankowitch durchaus ein System in ihrer Erzählung verfolgte.
Jedes Kapitel ist einem großen Thema gewidmet. Ob es nun um den Verlust eines liebgewonnen Menschen und die damit verbundene Trauer geht, oder die Familie und dass man weder mit noch ohne kann .. auch Sex ist bei Nina ein Thema, genauso wie Freundschaft, Alltag. Während sie zu allem irgendeine kleine Geschichte darbietet, die mehr oder minder mit ihr selbst zu tun hat, verbindet sie dies geschickt mit kleinen Zitaten aus den gelesenen Büchern. Diese Bücher passen inhaltlich natürlich dann zum jeweiligen Kapitel. Da sie also innerhalb ihres Lesejahres auch erotische Lektüre verputzt hat, musste sie demenstprechend wohl auch etwas über Sex schreiben ... Die Idee ist an sich nicht schlecht! Aber die Umsetzung missfiel mir leider umso mehr. Ich erinnere mich noch daran, wie ich einer Kollegin während der Mittagspause von dem Buch erzählte. Trotz dessen, dass ich wusste, dass es eigentlich von 365 Büchern im Jahr handeln sollte, konnte ich ihr nicht sagen, wo sich dies im Buch großartig widerspiegeln sollte. Meine Euphorie über ein neues Buch über Bücher war also bereits nach etwa 100 Seiten etwas gehemmt. Leider ging es inhaltlich so weiter und erschöpfte sich in noch viel unwichtigere Details über Ninas Kindheit und deren frühere Liebhaber und ähnliches.
Dafür hat das Buch aber eine Seite an sich, die fast so schwer wiegt wie die negative. Und zwar habe ich aus genau diesem einen Grund weiter gelesen: Mir gefiel der Schreibstil und Ninas Sprache so gut. Oft waren ihre Formulierungen so wohlklingend gewählt, dass ich sie mir noch einmal laut vorlas. Und durch Ninas nachdenkliche und melancholische Art nach dem Tod ihrer Schwester wirft sie häufig mit Gedanken und Ideen um sich, die mich sehr berührt haben.  Seite 91"Immer, wenn ein Mensch stirbt, müste die Erde beben, doch dann würde sie nie mehr zur Ruhe kommen. Die Erdkugel würde im wahrsten Sinne des Wortes von Tod und Trauer erschüttert werden. Wie schaffen wir es, uns an der Erdkruste festzukrallen und weiter zu machen?"
"Tolstoi und der lila Sessel" ist also keineswegs eine seichte Bettlektüre (obwohl ich mich nicht daran erinnere, dass Tolstoi Erwähnung gefunden hätt - ich kann mich aber auch täuschen), sondern viel mehr ein zwar langatmiges aber poetisches und intelligentes kleines Buch.
Mein Fazit:
Durch diese Gegensätze fällt es mir wirklich schwer, die Geschichte angemessen zu bewerten.
Ich möchte gerne ~ 3 Krümel ~ mit Tendenz nach oben vergeben.
Jimmy

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