Rezi: Rebellen der Ewigkeit

Rezi: Rebellen der Ewigkeit

AutorIn: Gerd Ruebenstrunk
Titel: Rebellen der Ewigkeit
Band: Einzelband
Verlag: Ars Edition ; Hardcover
Genre: Fantasy, Jugendbuch
ISBN: 978-3-7607-6539-6
Erscheinungsjahr: Febr. 2012
Seitenanzahl: 410Altersempehlung: ab 13 Jahren
Kaufpreis: 17,99€
Krümelanzahl:
Erster Satz:
Amanda Reisz fluchte. Es war ein Fehler gewesen, die Autobahn zu nehmen.
Inhalt:
Nach jahrelanger Forschungsarbeit schafften Amanda und Ricardo es gemeinsam, ein unglaubliches Projekt zu verwirklichen. Sie nutzten Einsteins Arbeiten über die Quantenphysik, um die Zeit auszutricksen. Doch am entscheidensten Punkt ihrer Zusammenarbeit wirft Ricardo die Mathematikerin kurzerhand recht illegal aus der Firma.18 Jahre später muss sich der internationale Konzern Tempus Fugit um seine Existenz sorgen. Ihr Angebot besteht darin, Kunden ihre Lebenszeit für viel Geld abzukaufen. Doch ist diese Technologie wirklich so ungefährlich, wie behauptet wird? Einzelne Betroffene erleiden erste Wahrnehmungsstörungen. Risse klaffen in der Realität auf und hinterlassen Fragen und Sorgen.  Eine organisierte Geheimgruppe - die Rebellen der Ewigkeit - scheint dem in die Quere kommen zu wollen und in einer Nacht- und Nebelaktion verschwinden plötzlich sämtliche Zeitvorräte der Firma Tempus Fugit. Der junge Willis schließt sich der Geheimdetektivin Karelia an, die für Tempus Fugit nach der terroristischen Gruppe recherchieren soll. Dabei geraten beide in einen zerstörerischen Kampf, der dazu in der Lage ist, die ganze Welt und dessen Wirklichkeit zu erschüttern.
Meine Meinung:
Das Cover allein kommt interessant daher. Mit den vielen ineinandergreifenden Zahnrädern wird nicht nur schnell klar, dass hier das Thema Zeit im Vordergrund steht, sondern auch, dass die Geschichte mindestens ebenso verflechtet sein wird wie die zahllosen Rädchen miteinander. Auch der Titel lässt bereits Spannung aufkommen. Das bedeutungsschwere Wort 'Rebellen' hinterlässt bei mir meist einen nachhaltigen Eindruck und bleibt mir im Gedächtnis. Denn es klingt nach Revolte, Widerstand und Sozialkritik! Der erste positive Eindruck wurde leider mit einem kleinen Detail schnell zunichte gemacht. Zur Veranschaulichung möchte ich mit einem Beweisfoto nicht hinterm Berg halten:
Rezi: Rebellen der EwigkeitWie ich bereits schon öfter erwähnt habe, kann ich farbigen Schnittkanten rein gar nichts abgewinnen. Aber Gott sei Dank beeinflusst die Optik in keiner Weise das inhaltliche Niveau. Und das möchte ich gerne hervorheben. Denn vordergründig liegt mir mit "Rebellen der Ewigkeit" ein wirklich guter Jugendroman vor. Die Geschichte rankt sich um die zwei Jugendlichen Valerie und Willies, die beide von der Privatdetektivin Karielia angeheuert werden, um ihr zu helfen. Somit erhält die Geschichte ihren jugendlichen Touch genauso wie den nötigen ernsten Ton. Der Hauptprotagonist ist mit seiner Zuneigung für Valerie für die knisternden und prickelnden Momente zuständig, während Karelia die zwei regelmäßig auf den Boden der Tatsachen zurückholt und ihnen den Ernst der Lage bewusst macht. Doch mit diesen drei Figuren nicht genug. Zwar gestalten sie den Haupthandlungsstrang, doch die wichtigen Hintergrundinformationen bekommen wir durch viele weitere Charaktere. So wird beispielsweise alle 50 Seiten ein kurzes Kapitel mit einer Ortsüberschrift eingeleitet, wie etwa "irgendwo überm Pazifik" oder "irgendwo im Vorort", wo dann wildfremde Personen ihre momentane Situation schildern. Meist handelt es sich dabei um Betroffene, die mit verschiedensten Formen von Nebenwirkungen eines Zeitgeschäfts leben müssen.
Denn nach so einem Geschäft mit der Firma Tempus Fugit ist nichts mehr so wie es mal war.
Diese kurzatmigen Passagen sind spannungsvoll gestaltet und halten den Leser natürlich zum weiter Machen an. Gerade bei diesen recht fad betitelten Texten fällt im Nachhinein auf, dass man gar nicht weiß, wo geschweige denn wann das Gesamszenario abläuft. Durch die Erwähnung der Euro-Währung lässt sich erahnen, dass der Kontinent Europa den großen Rahmen darstellt, aber genaueres wird nicht klar.
Abgesehen von diesen kleinen Abschnitten plätschert die Handlung gemächlich dahin. Zwar heuern einen die eben erwähnten ereignisreichen Zwischenkapitel an, mehr zu lesen.. aber dazu hätte ich schon zur nächsten Passage dieser Art vorblättern müssen. Doch Spannung wollte keine aufkommen. Ab und an musste ich mich wirklich zusammenreißen, das Buch nicht beiseite zu legen. Währenddessen lernt man die drei Protagonisten besser kennen lernen - vertieft in ihre Detektivarbeiten wurden sie mir auch immer sympathischer.  Besonders unser Held Willis hat mir gut gefallen. Als Junge aus einem Weisenhaus ist er glücklich, endlich mal eine eigene Wohnung, ein kleines Reich für sich zu haben. Und ausgerechnet jetzt müssen zwielichtige Gestalten hinter ihm her sein, dessen Verfolgung er eigentlich nur Karelia - der Detektivin - zu verdanken hat. Willis ist ein gewitzter Junge, der zum ersten Mal mit seinen 18 Jahren so etwas wie ein Verliebtsein zu spüren scheint. Dementsprechend unerfahren und tollpatschig wirkt er. Und Pluspunkte bekommt er sowieso schon einmal, weil er ein mutiker Kerl ist, der sich trotzdem zu seiner Hamsterliebe bekennt. Man sieht, es muss nicht immer ein stahlharter Typ sein, der umwerfend aussieht und gute Manieren hat. Hier reich auch ein pubertierender Junge auf einer heißen Pfährte und großem Niedlichkeitsfaktor :)
Seite 297
>> Wir wissen heute, dass es unendlich viele Universen gibt, die alle existieren [...]Jedes Mal, wenn wir uns zwischen mehreren Möglichkeiten entscheiden, wechseln wir in ein anderes Universum, in dem es nur die Möglichkeit gibt, für die wir uns entschieden haben. Aber die anderen Universen, in denen wir uns für eine andere Möglichkei entschieden haben, existieren auch und entwickeln sich weiter. <<
Es gibt also noch etwas anderes Wichtiges, wovon ich euch berichten muss und möchte. Und das ist die Idee hinter dem ganzen Zauber. Ruebenstrunk hat mit "Rebellen der Ewigkeit" eine brandneue, innovative Idee ins Jugendgenre miteinfließen lassen: den Zeitraub. Nun werden einige sagen, ach das kennen wir doch schon von Michael Ende aus "Momo" wo die Herren in Grau die kostbare Zeit der Bürger stehlen. Aber Ruebenstrunk packt die Thematik an einer anderen spannenden Ecke an. Zeit ist Geld, heißt es in unserer Gesellschaft heute. Und was die Leute alle brauchen, ist Geld! Wieso dann nicht einfach die eigene Lebenszeit, die einem ja so oder so zusteht, einfach zu Barem machen? Von der abhandenen Zeit merkt man dann ja eh nichts mehr, oder? Oder?Doch was man nehmen kann, kann man anderen geben! So können kranken Menschen Lebensjahre geschenkt werden, genauso wie jedem anderen, der genug Geld hat. Stoßen wir damit an die plötzlich geöffneten Grenzen der Unendlichkeit? Fragen über Fragen und Ruebenstrunk weiß sie mit interessanten Elementen der Quantenphysik gekonnt zu beantworten.Das Thema ist toll, die Figuren interessant, das Ende dramatisch. Aber den Mittelteil hätte sich der gute Herr deftig, wenn nicht sogar streckenweise gänzlich sparen können. Sehr schade.
Mein Fazit:
Das futuristisch angehauchte Buch versprach anfangs mehr als es halten konnte. Schade, doch für die tolle Idee vergebe ich immer noch ~ 4 Krümel ~
Jimmy


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