[Rezension]Das also ist mein Leben

[Rezension]Das also ist mein Leben

Erscheinungstermin:

26. September 2011

Autor:

Stephen Chbosky

Verlag:

Heyne fliegt

Preis:

12,99 € (Taschenbuch), 9,99 € (eBook)

Seiten:

288

ISBN:

978-3-453-26751-0

Originaltitel:

The Perks of being a Wallflower (HardcoverPaperback #1, Paperback #2, Paperback #3, Paperback #4, eBook), Audio CD)

 

Bewertung

[Rezension]Das also ist mein Leben

 

Inhalt

Charlie steht kurz vor seinem 16. Geburtstag und nach den Sommerferien wird er endlich auf die High School gehen. Doch im Gegensatz zu anderen amerikanischen Teenagern, die diese Zeit ihres Lebens kaum erwarten können, ängstigt Charlie die Vorstellung bald auf eine neue Schule zu gehen. Denn egal wo er auch hinkommt, er scheint nirgends dazu zu gehören. Charlie ist ein Außenseiter, ein Mauerblümchen, ein unscheinbarer Junge, der von seinen Mitmenschen schief angeguckt wird.
Wenige Tage vor Schulbeginn beginnt Charlie Briefe an einen Unbekannten zu schreiben. In seinen Texten erzählt er über sein gesamtes Leben, seine Familie, seine Gefühle und über die beiden Menschen, die ihn so akzeptieren und lieben wie er ist.

Meinung

Auf das Buch wäre ich wohl nie aufmerksam geworden, hätte ich nicht vor einigen Monaten die Ankündigung für die Verfilmung entdeckt. Auf den Film war ich sofort Feuer und Flamme, weil viele meiner Lieblingsschauspieler mit von der Partie sind. Der Trailer hat mich sofort angesprochen und so dachte ich mir, könne ich mit dem Buch sicher nichts falsch machen. Auch, wenn ich anfangs nicht vom Buch überzeugt war, so war es im Endeffekt doch ein ganz besonderes Leseerlebnis für mich.

Allein die Aufmachung bzw. der Stil des Buchs ist schon etwas ganz besonderes. Denn ‘Das also ist mein Leben’ gibt nicht eine schlichte Erzählung über das Leben vom Protagonisten Charlie wieder. Es ist die Hauptfigur selbst, die schonungslos ehrlich aus seinem (Gefühls-)Leben berichtet. Charlie schreibt Briefe an eine unbekannte Person, die der Leser über 288 Seiten lesen kann. Die Briefe machen die Geschichte so realistisch und echt und auch eine ganze Spur persönlicher.

Einerseits waren Charlies Briefe für mich eine besonders schöne Möglichkeit, den Protagonisten kennenzulernen und tief in seine Seele zu blicken. Denn Charlie schreibt sehr bewegend und offen über besondere Momente in seinem Leben, über seine Gefühle für seine Mitmenschen. Andererseits hat Charlie wirklich unheimlich viel zu erzählen, darunter waren viele Dinge, die mich sehr interessiert haben, von Charlie aber für meinen Geschmack viel zu schnell abgehandelt wurden. Ich fand es unheimlich spannend zu erfahren, wie er sein Leben an der High School empfindet, wie sein Familienleben aussieht oder aber, wie er außergewöhnliche Momente mit seinen Freunden erlebt. Doch viel zu oft springt Charlie leider von einem Erlebnis zum Nächsten, wenn ich noch viel lieber einen Augenblick bei der ersten Geschichte verweilt wäre. Manchmal hatte ich das Gefühl durch Charlies schnelle Erzählweise einiges zu verpassen, seine Mitmenschen, die unheimlich interessante Persönlichkeiten sind, nur oberflächlich kennenzulernen.

Doch dann gibt es wiederum Momente, die genau das Gegenteil von dem beweisen, was ich gerade kritisiert habe. Im Grunde hätte ich mir für diese intensive Geschichte keine schönere Erzählperspektive vorstellen können. Denn für diesen besonderen und einzigartigen Protagonisten wäre einfach keine andere Erzählform besser gewesen.

Charlie ist einmalig anders und doch wieder verstörend. Mit seinen 15 bzw. später 16 Jahren ist Charlie genauso naiv und unbeholfen, wie man es sich oft bei Jugendlichen in einem solchen Alter vorstellt. Ein Außenseiter, ein Mauerblümchen, der noch nie mit einem Mädchen intim geworden ist, genau genommen außerhalb seiner Familie keine sozialen Kontakte pflegt. Charlie ist unsicher und hat mich damit oftmals zum Schmunzeln gebracht, aber auch traurig gestimmt. Man fragt sich oftmals, wie Charlie zu diesem Menschen geworden ist. Doch auch, wenn Charlie in seinem sozialen Umfeld oft nicht weiter weiß, sehr unbeholfen handelt, schreibt er in seinen Briefen so selbstbewusst und erwachsen. Es gibt in ‘Das also ist mein Leben’ viele Stellen, in denen Charlie mit seinen Worten genau den Nagel auf den Kopf trifft und gerade dadurch besonders zu berühren weiß.

Charlie nimmt den Leser durch sein Wesen auf eine Achterbahnfahrt der Gefühle mit. Kaum ist mir bisher in einem Buch ein Mensch vorgekommen, den ich besser aber gleichzeitig auch weniger verstehen konnte. Charlies Charakter und Verhalten hat mich gleichermaßen aufgewühlt und wütend gemacht, wie zum Lächeln und Nachdenken gebracht.
Im Endeffekt überwiegen für mich aber die besonders positiven Eigenschaften des Protagonisten. Charlie ist unheimlich liebenswert und wohl die unsichtigste und fürsorglichste Figur, die ich je in einem Buch kennenlernen durfte. Charlie würde niemals seine Bedürfnisse über die seiner Freunde und Familie stellen.

Sam und Patrick, die für mich neben Charlie wichtigsten und tollsten Figuren in ‘Das also ist mein Leben’, sind das genaue Gegenteil von Charlie. Sie haben einen fest Platz in der Welt, wissen, was sie von ihrem Leben erwarten. Sie sorgen für erfrischende Momente in der Geschichte. Wie Charlie sind sie sehr fürsorgliche und gefühlvolle Personen. Gerade, weil sie den Protagonisten mit all seinen Ecken und Kanten akzeptieren, möchte man die Beiden an vielen Stellen gerne in den Arm nehmen.

Genau wie das Verhalten und Wesen des Protagonisten ist auch die Geschichte. Gefühlvoll und nachdenklich stimmend, aber auf der anderen Seite auch schockierend, verstimmend und verstörend. Ich kann mir gut vorstellen, dass ‘Das also ist mein Leben’ im prüden Amerika für Aufregung gesorgt hat. Denn von Drogenkonsum, Vergewaltigung, Partyexzessen bis zu Teenie-Schwangerschaften ist in dieser Geschichte alles dabei.

Zugegeben, auch mich haben einige Erlebnisse in Charlies Leben erschüttert. Doch andererseits sind sie auch realistisch und werden sehr gefühlvoll und authentisch von Charlie dargestellt. Es sind nun einmal Themen, die Jugendliche wie Charlie bewegen und ansprechen. Vielleicht sind es die schlimmsten Erlebnisse, die sich ein Teenie nur vorstellen kann, doch sind sie für manche aus dem Leben gegriffen. Doch ‘Das also ist mein Leben’ ist keinesfalls ein Buch, was die ganzen 288 Seiten über traurig stimmt. Genauso geht es um die Sonnenseiten des Erwachsenwerdens, um Freundschaft, Entwicklung, Zukunft, Familie und Zusammenhalt.

Blick in die Zukunft

Die Verfilmung mit dem Titel ‘Vielleicht lieber morgen’ startet am 01. November in Deutschland. Premiere feierte der Film am 08. September auf dem Toronto International Film Festival. Die ersten Stimmen sind sehr positiv. Mit dabei sind unter anderem Logan Lerman als Charlie, Emma Watson als Sam und Ezra Miller als Patrick.

Fazit

Das Wort, das ‘Das also ist mein Leben’ in meinen Augen am besten beschreibt ist ‘besonders’. Denn dieses Adjektiv trifft tatsächlich auf jeden einzelnen Aspekt des Buchs zu. Der Protagonist Charlie ist einzigartig und sehr individuell, die Geschichte ist abwechslungsreich und der Aufbau des Buchs könnte nicht besser zur Handlung passen. Zwar ist ‘Das also ist mein Leben’ vom Schreibstil her zunächst gewöhnungsbedürftig und ich persönlich habe einige Kapitel bzw. Briefe benötigt,
um mich auf die Geschichte und den Protagonisten einzulassen. Doch gibt es ab einem gewissen Punkt immer wieder diese kleinen Momente, die einen innehalten lassen und nachdenklich stimmen.

Über den Autor

Stephen Chbosky wuchs in Pittsburgh auf und studierte Filmwissenschaft an der University of Southern California. Sein erster Film The Four Corners of Nowhere wurde 1995 auf dem Sundance Film Festival gezeigt, für das Drehbuch zu Everything Divided gewann er zahlreiche Preise. Chbosky lebt in New York. Das also ist mein Leben ist sein erster Roman. (Quelle)

Leseprobe

[Rezension]Das also ist mein Leben


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