Rezension – Theo Lawrence: Mystic City. Das gefangene Herz

Rezension – Theo Lawrence: Mystic City. Das gefangene Herz

Inhaltsangabe:

Nach einer verherrenden Umweltkatastrophe steht die Stadt New York unter Wasser. Die Menschen leben in auf Säulen errichteten Hochhäusern, den Hosten. Jedoch nicht alle: Die arme Bevölkerung sowie die Mystiker leben in der Tiefe, in den Kanälen unter schrecklichsten Bedingungen.

Seit dem großen Feuer, für das die Mystiker verantwortlich gemacht werden, herrscht ein angespanntes Verhältnis zwischen den reichen Horstbewohnern und der übrigen Bevölkerung, was zu weitreichenden Konflikten geführt hat. Doch die arme Bevölkerung schöpft Hoffnung, da eine Mystikerin gute Chancen hat, die Bürgermeisterwahl zu gewinnen. Dies wollen die führenden Familien, die Fosters und Roses, durch eine Heirat ihrer Kinder Thomas und Aria verhindern. Doch Aria fühlt sich bei dieser ganzen Sache nicht wohl. Nach einem Gedächtnisverlust fühlt sie sich nicht mehr wohl in ihrer Haut und ihre Gedanken kreisen immer wieder um einen unbekannten Jungen. So begibt sie sich auf Spurensuche, ohne zu ahnen, in welche Gefahr sie sich dabei begibt …

Bewertung:

Die Kulisse, in der dieser Roman spielt, ist wahrlich filmreif. Mit vielen tollen Ideen und einer gewissen Detailtreue schafft es Lawrence, den Leser in eine futuristische Welt zu entführen, die sich wie ein Film vor dem inneren Auge abspielt. Auch wenn so manchem Leser sicherlich einige Aspekte aus anderen Lektüren bekannt sein dürften, schadet es dieser Szenerie nicht.

Im Grunde hat Lawrence hierdurch eine optimale Ausgangsposition für einen wirklich aufregenden Roman geschaffen, der nur durch eine spannende Handlung sowie interessanten Charakteren ausgestattet hätte werden müssen. Leider gelingt genau dies nicht. Die Geschichte, die sicherlich in ihrer Konzeption als spannend und ideenreich bezeichnet werden kann, scheitert an ihrer Umsetzung. Zu offensichtlich sind viele Handlungsschritte und gewollte Überraschungen, die der Leser viel zu leicht aufdecken kann. So ist dem Leser leider viel zu früh das Ende der Geschichte bekannt.

Auch die Charaktere können dieses Manko nicht wettmachen. Aria, der Hauptcharakter, besticht durch ihre Naivität und ihr unlogisches Verhalten, was sie einfach unglaubwürdig und oberflächlich erscheinen lässt. So beschreibt sie etwa ihre Sorge, in den Kanälen alleine umherzuwandern, tut dies beharrlich und ohne lange nachzudenken, trotzdem ständig und immer wieder. Der Verlust eines ihr geliebten Menschen tut sie mit einer für den Leser nicht nachvollziehbaren Akzeptanz ab, die keinerlei Emotion beim Leser hervorrufen. So wie sie bleiben auch viele andere Charaktere zu oberflächlich und zu farblos. Lediglich zwei Figuren können dann immerhin kurzzeitig überraschen.

Zudem merkt man, dass dies der Debütroman von Lawrence ist. Die Dialoge wirken gestellt und hölzern, Handlungsweisen wirken aus der Luft gegriffen und emotionale wie actiongeladene Situationen können beim Leser nicht die sicherlich gewünschte Reaktion hervorrufen. Zu hoffen bleibt, dass Lawrence aus diesen Fehlern lernen kann, sodass der bereits geplante zweite Teil mehr überzeugen kann.

Fazit:

Ein Roman mit eine filmreichen Kulisse, in der sich farblose Charaktere in einer zu offensichtlichen Handlung bewegen, sodass wenig Emotionen beim Leser hervorgerufen werden.

Daten:Mystic City (Mystic City, #1)

Theo Lawrence: Mystic City. Das gefangene Herz
Verlag: Ravensburger-Verlag
ISBN: 978-3473400997Seitenzahl: 411Erscheinungsdatum: 01. Juni 2013
Originaltitel: Mystic City


Bewertung:

3 Sterne

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Zusatzinformationen

Autor:

Theo LawrenceTheo Lawrence, geboren 1984, lebt in Manhatten. Nach dem Abschluss an der Columbia University hat er Gesang studiert. Derzeit bereitet er sich auf seinen Magister in Literatur vor. Während eines Urlaubs in Venedig kam ihm die Idee zu Mystic City, welches sein Debütroman ist.

Weitere Informationen zur Autor finden sich hier.

Quellenangaben:

Cover, Autoreninformation: Ravensburger-Verlag, Autorenbild, englische Ausgabe: goodreads.com

 


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