[Rezension] Tessa Dare - Any Duchess Will Do

Von Philialibri

384 Seiten | Verlag: Avon | Sprache: Englisch (fortgeschritten)
 
Plot-Quickie: Ein Duke mit einem traurigen Geheimnis wird von seiner Mutter gezwungen aus einem Raum voller Ladys eine als potentielle Ehefrau auszuwählen - und er entscheidet sich für das Dienstmädchen.
Kommentar:
For once, she was someone's ideal. Unfortunately, she was his ideal thorn in the side. [Dare p.44]

Any Duchess Will Do macht Spaß - sehr viel Spaß sogar. Schon auf den ersten Seiten darf gelacht und geschmunzelt werden, wenn Griffin von seiner eigenen Mutter unter Drogen und nach Spindle Cove (besser bekannt als "Spinster Cove") entführt wird. Und von da an wird es nur immer besser: Um seiner Mutter einen Strich durch die Rechnung zu machen, wettet er mit ihr, dass er das Dienstmädchen Pauline heiraten wird, sollte seine Mutter es schaffen, sie erfolgreich in die Londoner Society einzuführen. Griffins erste Begegnung mit Pauline lässt schon auf einen amüsanten Clash zweier Welten hoffen:
And then, with a creak of hinges and a slam of the rear door - His salvation arrived.She came stumbling through the back entrance of the tavern, red-faced and breathless. Her boots and hem were spattered with alarming amounts of mud, and a strange white powder clung to her everywhere else. [Dare p.20]

Pauline lässt sich auf die Farce ein und handelt mit Griffin aus für 1000 Pfund miserabel zu versagen und seine Mutter damit endgültig von ihren Hoffungen auf eine Schwiegertochter abzubringen. Mit dem Geld möchte Pauline eine Art Bibliothek für die Damen in Spindle Cove eröffnen und somit sich und ihre Schwester unabhängig von ihrem Vater machen.Doch in London angekommen erweist es sich sowohl für Griffin als auch für Pauline schwer, sich an ihren Deal zu halten. Griff, der geschworen hat sich nie zu verlieben, erkennt in Pauline eine willensstarke, fasznierende Frau mit Hoffnungen und Träumen. Er sieht in ihr ein Potential, das nicht einmal sie selbst erkennt.
Griff had never been the fanciful sort, even as a boy. When he was with Pauline, the world was different. She forced him to see thing through fresh eyes. Suddenly his library was the eighth wonder of the world, and Corinthian columns merited blashemy. A ferry across the Thames was an epic journey, and a kiss ... a kiss was everything. [Dare p.227]
Unbemerkt schleicht Pauline sich in das Herzen des Duke und zwingt ihn dazu, sich mit seinen Dämonen auseinanderzusetzen.
Sowohl Pauline als auch Griffin sind liebenwerte und bunte Charaktere. Der Duke ist ganz nach meinem Geschmack: ein Mann mit einer interessanten Hintergrundgeschichte, die ihn Angst vor seinen eigenen Gefühlen haben lässt. Doch er erkennt schon bald, dass Pauline die richtige für ihn ist und ihm helfen kann ein besserer Mensch zu werden.Pauline selbst ist keine hilflose Jungfer - sie kommt ganz gut allein zurecht und ist es gewohnt, für sich und ihre Schwester zu sorgen. Sie nimmt kein Blatt vor den Mund und geht an jegliche Situation mit viel Humor und Temperament heran. Gleichzeitig strebt sie nach einem besseren Leben, dass ihr die Möglichkeit auf Freiheit und Selbstverwirklichung gibt. Griff sieht die Frau in ihr, die sie ist und das imponiert ihr. Doch sie kann und möchte sich auch für ihn nicht verstellen und sich in der Londoner Gesellschaft als etwas zeigen, das sie nicht ist.
Der Schicht-Unterschied zwischen den beiden macht die Beziehung umso interessanter und stellt die Frage, was wichtiger ist: Akzeptanz in der Gesellschaft oder die Chance auf eine liebevolle Beziehung.
Süß, lustig und romantisch. Any Duchess Will Do sollte am besten an verregneten Wochenden gelesen werden, denn hat man einmal angefangen, will man das Buch bestimmt nicht mehr aus der Hand legen.
5 von 5 Punkten
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"I'm not speaking of carnality. I'm speaking of your desirability as a husband. Your reputation leaves a great deal to be desired." She brushed some dust from his sleeve. "Then there's the aging problem.""The aging problem?" He was thirty-four. [...]"To be sure, you're good-looking enough. But there are handsomer.""Are you sure you're my mother?"p.16
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He was enchanted, just a little.p.91
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When she saw him up close, a flash in his eyes gave her the strangest notion. That this was scarcely the first night he'd spent haunting the corridors, staying up much too late and far too alone. That he wasn't nearly so put out by the interruption as he would have her believe.That he might need a kiss - and a little rescuing, too.p.101
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Lord above. She had no idea. She had him enraptured to the point of drooling incoherence, and she had absolutely no idea.She lifted an eyebrow.She's waiting for your reaction. React. But not too much. Only the appropriate amount. A well-chosen word or two.What he said was, "Guh."Oh, hell. Had that unformed syllable actually escaped his throat?p.223f
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There she went again, enchanting him.p.227
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