Rezension: Sterne über Sansibar

Von Kielfeder

Nicole C. Vosseler – Sterne über Sansibar



“Sterne über Sansibar” bei amazon.de
Kurzbeschreibung:
Unbeschwert verlebt Sayyida Salima bint Said, die Tochter des Sultans, ihre Kindheit und Jugend auf der Gewürzinsel Sansibar. Ihr Halbbruder Majid bringt ihr Reiten und Schießen bei, und wissenshungrig wie sie ist, lässt sie sich heimlich im Schreiben unterrichten. Als die junge Frau dem wohlhabenden deutschen Kaufmann Heinrich begegnet, kommen sich zwei Welten näher. Die beiden verlieben sich, und schon bald erwartet Salima ein Kind. Für eine muslimische Prinzessin ist ein uneheliches Kind undenkbar. Eine Heirat mit einem Ungläubigen kommt allerdings auch nicht in Frage. Als Ausweg bleibt nur die Flucht: Sie muss ihr Leben aufgeben, ihren Namen, ihr Vermögen. In Heinrichs Heimatstadt Hamburg hofft das junge Paar glücklich zu werden. Doch was erwartet Salima in einem kalten, fremden Land, so weit entfernt von ihrer Heimat?

Eine wahrlich bewegende Geschichte wie aus Tausendundeiner Nacht…
Sayyida Salima, Prinzessin Salima, wächst behütet als Tochter des Sultans auf der Gewürzinsel Sansibar auf.
Sie führt ein gutes Leben inmitten vieler Geschwister, ihrer Mutter und vielen Stiefmüttern.
Doch sie ist von einem Tatendurst gepackt, einem Durst nach Leben und Freiheit, der Mädchen eigentlich gar nicht zusteht. Ihr geliebter Halbbruder Majid unternimmt wilde Reitausflüge mit seiner Schwester, bringt ihr das Schießen und Kämpfen bei. Sie weben ein starkes enges Band, was jedoch schon in naher Zukunft harten Prüfungen unterzogen werden soll.
Als ihr Vater, der Sultan, stirbt, tritt Majid an seine Stelle. Die einst so vertrauten Geschwister beginnen sich zu entfremden. Daran ändert auch nicht das dichte Netz aus Brüdern, Schwestern, Tanten, Nichten und anderen Verwandten nichts. Salima fühlt sich einsam.
Sie bekommt nach einem weiteren Schicksalsschlag ein kleines Anwesen mit drei Plantagen überschrieben. Sie führt es tüchtig und kann die Erträge stetig steigern.
Die einsamen Abende verbringt sie auf dem Dach. Dort beginnt sich schon bald ein zögerliches Gespräch mit dem Nachbarn auf der anderen Seite der Gasse anzubahnen. Abend für Abend sitzen die beiden und reden. Sie reden und kommen sich dabei immer näher. Dabei, wie sie ihrer beiden Seelenleben voreinander ausbreiten und dem anderen Einblick gewährend. Der fremde von gegenüber heißt Heinrich und ist ein wohlhabender deutscher Kaufmann.
Obwohl es als Unsitte gilt, treffen sich Salima und Heinrich auch schon bald außerhalb der schützenden vier Wände. Die Gerüchteküche kocht über und viele spitze Pfeile werden auf Salima abgesandt. Doch ihre Liebe siegt. Schon bald trägt Salima die Frucht dieser Liebe unter dem Herzen. Fortan muss sie um alles was ihr lieb und teuer ist kämpfen und sie entscheidet sich hierbei für Heinrich. Sie folgt ihm in die Fremde: Nach Hamburg.
Die stolze Prinzessin hat sich mit viel Mut in ein vollkommen unbekanntes Leben gestürzt.
Schon sehr schnell wird ihre noch so junge und unverdorbene Seele durch erste Züge von Trauer gezeichnet sein.
Sie muss um sich selbst kämpfen und hat dabei immer ihren treuen, sie innig liebenden Mann Heinrich an der Seite.
Er versucht ihr jeden Wunsch zu erfüllen und respektiert auch ihre größte Liebe: Sansibar.
Salima will eines Tages dorthin zurückkehren, koste es, was es wolle.
Doch zuvor wird sie durch harte Prüfungen geschickt, die ihr Leben von heute auf morgen noch einmal vollkommen umwälzen.
Sinnlich erzählt begibt sich der Leser mit all seinen Sinnen auf die Spuren einer dramatischen Liebesgeschichte.
Eindringlich und mit viel Liebe ins Detail erzählt, reißt Nicole C. Vosseler den Leser von seinem Stuhl zu Salima. Direkt an ihrer Seite darf er von fremden Gerüchen kosten und ferne Sehnsüchte spüren.
Die untrennbare Liebe zwischen Salima und Heinrich ist kostbar, zerbrechlich, aber doch wunderschön belebt unter den kundigen Händen der Autorin.
Frau Vosseler lässt uns weinen, lässt uns lachen und lässt uns zweifeln.
Die Gefühle Salimas und aller Protagonisten spülen über den Leser hinweg, wie ein reißender Wasserfall. Man will versinken in den fremden Eindrücken und der Kultur und schon wird man fortgerissen zum nächsten Ereignis.
Die Autorin macht die Geschichte zu einem Erlebnis, immer wieder darauf aus, den Leser zu überraschen oder zu verblüffen.
Nicole C. Vosseler hat mich mit diesem Buch restlos überzeugt und das sage ich nicht nur, weil meine Augenwinkel teils beim Lesen voller Tränen waren. Den vielen vergossenen Tränen von Sayyida Salima…

Für das Rezensionsexemplar danke ich ganz herzlich Nicole C. Vosseler!