Rezension: Speechless- Sprachlos von Hannah Harrington

Von Marciafliegt @Marciafliegt






Broschiert:300 Seiten

  • Verlag: Mira Taschenbuch im Cora Verlag; Auflage: 1., Aufl. (Dezember 2013)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3862788482
  • ISBN-13: 978-3862788484
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: 12 - 16 Jahre



Neuigkeiten verbreiten, über andere reden Gossip-Girl Chelsea liebt es. Als sie auf einer Party Zeugin einer intimen Situation wird, erzählt sie natürlich allen davon. Mit schrecklichen Folgen: Ihr Freund Noah wird so zusammengeschlagen, dass er im Koma landet; die Polizei ermittelt; und Chelsea wird von allen gemieden. Um ihren Fehler nicht zu wiederholen, legt sie ein Schweigegelübde ab, genau wie der buddhistische Mönch, über den sie gelesen hat. Einen Monat will sie schweigen, in der Schule und zu Hause. Manche hassen sie dafür aber plötzlich öffnen sich in ihrer stillen Welt Türen: zu einem wunderbaren Jungen, zu Menschen, die ihr verzeihen könnten. Vorausgesetzt, sie kann sich selbst verzeihen.

Geheimnisse für mich zu behalten, ist nicht mein Spezialgebiet.

Ich habe von dem Buch vorher ehrlich gesagt noch nicht so viel gehört. Ich weiß, dass viele Blogger das Buch schon gelesen haben, aber irgendwie habe ich keine der Rezensionen gelesen. Als ich mir dann aber die Inhaltsangabe auf Amazon durchgelesen habe, war ich sofort begeistert und hatte auch einige Erwartungen an die Geschichte. Ich habe erwartet, dass die Idee hinter der Geschichte sehr originell und neu ist, da ich noch nie eine Geschichte in der Richtung gelesen habe. Ich habe erwartet, dass die Geschichte Themen wie Mobbing oder Ausgrenzung behandelt und ich habe erwartet, dass mich die Geschichte fesseln und mitreißen wird.

Ich habe das Buch ertauschen können, nachdem ich von der Inhaltsangabe so Feuer und Flamme war. Ich habe mich richtig gefreut, als ich es dann in der Hand hatte und es anfangen konnte. Ich wollte wirklich sofort mit dem Lesen beginnen. Was ich dann ja auch zum Glück gemacht habe.

Die Geschichte

  Ich hatte ja ziemlich hohe Erwartungen an die Geschichte und war richtig gespannt, ob sie mir gut gefallen würde, da ich in diese Richtung noch nie eine Geschichte gelesen habe. Außerdem konnte ich mir sehr gut vorstellen, dass es gar nicht so einfach ist eine Geschichte, die unter anderem von Mobbing handelt so realistisch wirken zu lassen. Ich war sehr gespannt, da ich mir erst die Bewertungen auf Amazon angeschaut habe (aber nur die Sterne *lach*) und die ja echt sehr viel versprechend aussahen. Wie immer würde ich euch gerne erst mal den Inhalt ein bisschen genauer und in meinen eigenen Worten  vorstellen, damit ihr versteht wovon die Geschichte wirklich handelt. Die Geschichte handelt von der 17-jährigen Chelsea, die immer irgendwelchen Klatsch zu erzählen hat und das natürlich auch gerne tut. Sie weiß immer über alles bescheid und liebt nichts mehr, als ihre beste Freundin Kristin mit den neusten Gerüchten zu versorgen. Chelsea könnte man wenn man will als Kristins Anhängsel bezeichnen, da Kristin das beliebteste Mädchen an der Schule ist und sie Chelsea zu ihrer besten Freundin auserkoren hat, aber das auch nur, weil Chelsea immer genau das macht, was Kristin von ihr erwartet.  Chelsea denkt nie daran, dass sie andere Menschen mit ihrer Tratscherei verletzen könnte. Sie hat eben ein ziemlich loses Mundwerk und denkt meistens nicht darüber nach, was ihre Rederei für Folgen haben könnte. Bis zu einem Abend, denn da veränderte sich ihr ganzes Leben... Chelsea war mal wieder mit Kristin auf einer Party und sie hat sich so richtig die Kannte gegeben. Als sie dann ins Bad will, wird sie Zeuge einer für sie scheinbar unglaublichen Szene. Und natürlich ist Chelsea die Erste, die gleich allen von dieser Szene erzählt. Aber genau deswegen wird ihr Freund Noah so sehr zusammengeschlagen, dass er im Koma landet. Ihr loses Mundwerk hat dafür gesorgt, dass ein Mensch, den sie sehr gerne mag verletzt wurde. Das wirft Chelsea vollkommen aus der Bahn und sie legt ein Schweigegelübte ab, weil sie Angst hat, dass sie mit ihrer Rederei noch mehr Menschen in Schwierigkeiten bringt. Leider ist sie deswegen nicht mehr beliebt und es zeigt sich, wer ihre wahren Freunde sind und es eröffnet ihr auch die Möglichkeit auf eine neue Liebe, die ihr ganzes Leben verändern könnte.  Das ist so im groben die Geschichte. Ich möchte euch nicht verraten, was Chelsea dort für eine Szene beobachtet hat, da dies sonst wirklich die ganze Spannung wegnehmen würde.  Die Geschichte hat mich richtig begeistert. Ich war die ganze Zeit über gefesselt und konnte das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen, weil ich die Geschichte so gut und vor allem spannend fand, obwohl sie ja gar keine Actionszenen enthalten hat. Ich wollte einfach wissen, ob Chelsea das mit dem Schweigen durchhält und ob sie sich selbst ihren Fehler verzeihen kann und natürlich ob sie sich ändern wird.  Wie ich schon erwähnt hatte, habe ich noch nie eine Geschichte gelesen, die ein Thema wie Mobbing behandelt hat und ich war positiv überrascht, weil die Autorin es geschafft hat die Geschichte vollkommen realistisch und authentisch wirken zu lassen. Dies ist eine Geschichte über die bösen Folgen des eigenen Handelns, über den Mut die Wahrheit zu sagen und anders zu sein, als alle anderen einen haben wollen, über wahre Freundschaft und über eine Liebe, die ein ganzes Leben auf den Kopf stellen kann. Ich finde an dieser Geschichte keinen einzigen Kritikpunkt und kann sie euch echt nur ans Herz legen.


Die Charaktere

Ich finde die Charaktere in diesem Buch sehr interessant, da jeder von ihnen Fehler hat und sie nicht die perfekten Charaktere sind, die immer alles im Leben richtig machen. Es sind Charaktere mit Herz und Seele und man merkt, dass die Autorin sich mit ihnen sehr viel beschäftigt hat.  Chelsea ist 17 Jahre alt und lebt zusammen mit ihren Eltern ein sehr harmonisches Familienleben. Sie hat sich eigentlich noch nie etwas zu Schulden kommen lassen und liebt ihre Eltern. Doch ihre Eltern wissen nicht, was ihre Tochter für ein Klatschweib ist. Sie weiß alles und erzählt es auch sehr gerne weiter. Sie hat das Gefühl, dass sie das tun muss, damit ihre beste Freundin Kristin weiterhin interessant findet und sie als ihre beste Freundin akzeptiert. Chelsea hat immer Angst, dass Kristin sie irgendwann in den Wind schießt wenn sie nicht mehr das macht, was sie von ihr erwartet. Deswegen wird sie wegen Kristin ein ganz anderer Mensch. Sie trägt Pink, obwohl sie diese Farbe hasst. Sie verrät sich langsam selbst. Nachdem sie gemerkt hat, was sie mit ihrer Tratscherei und Lästerei Noah angetan hat, plagen sie natürlich Selbstzweifel und sie hofft natürlich auf Hilfe von ihrer besten Freundin, aber da kann sie lange warten, denn auf einmal wird sie von dieser angeblich besten Freundin auch noch vor allen fertig gemacht.  Chelsea merkt zum Glück selbst, was sie mit ihrer Rederei angerichtet hat und merkt, dass das jetzt ein Ende haben muss. Da sie allerdings nicht genug an sich selbst glaubt, ist sie der Meinung, dass sie nur aufhört zu tratschen wenn sie das mit dem Sprechen ganz sein lässt. Sie legt ein Schweigegelübte ab und redet noch nicht mal mit ihren Eltern oder den Lehrern. Dadurch bekommt sie sehr viele Schwierigkeiten und die meisten Schüler meiden sie, aber für sie ist es genau das Richtige, denn bevor ihr irgendjemand verzeihen kann, muss sie sich selbst erst mal verzeihen, was sie angerichtet hat.  Chelsea war für mich keine unbedingt sympathische Protagonistin, weil sie sehr naiv war und am Anfang eigentlich nur auf ihren Vorteil bedacht war und nie an andere Menschen gedacht hat. Sie hat sich von ihrer besten Freundin alles vorschreiben lassen, weil sie der Meinung war, dass sie sonst nicht mehr von Kristin akzeptiert wird. Im Laufe der Geschichte hat sie sich zum Glück verändert, sodass sie mir sympathischer wurde und ich gemerkt habe, dass sie ja eigentlich ein total liebes Mädchen ist. Auf jeden Fall ist sie eine sehr interessante Protagonistin mit vielen Ecken und Kannten, die perfekt zu der Geschichte passt. Die andere Charaktere möchte ich euch nicht genauer vorstellen, da das zu viel von der Handlung wegnehmen würde.

Der Schreibstil

Mir hat der Schreibstil richtig gut gefallen. Ich war begeistert, da der Schreibstil perfekt zu der Geschichte gepasst hat. Er war jetzt zwar nichts Besonderes, aber man konnte ihn sehr angenehm lesen und er hat wirklich gut zu der Protagonistin gepasst. Die Geschichte ist aus der personalen Ich-Perspektive von Chelsea geschrieben, was natürlich auch sehr sinnvoll war, da sie nun mal die Protagonistin der Geschichte ist. Außerdem war es für mich sehr interessant, dass man so aus erster Hand die Gedanken und Gefühle der Protagonistin mitbekommen hat, denn so konnte man sie erst richtig kennenlernen. Man hat mitbekommen, warum sie dieses Schweigegelübte abgelegt hat und auch, was sie nach dem Vorfall für Selbstzweifel hatte.  Der Schreibstil war sehr gut zu lesen und das Buch war im Nu ausgelesen. Besonders schön fand ich die Idee, dass die Kapitel nach der Zeit nach dem Vorfall benannt wurden, z.B. "Erster Tag". Alles in einem ist das für mich ein perfekter Schreibstil, an dem ich nichts zu meckern habe.

Der Titel

Ich finde die Wahl des Titels einfach perfekt getroffen. "Speechless- Sprachlos" passt einfach perfekt zu der Geschichte, da Chelsea nun mal sprachlos ist, weil sie ihr Schweigegelübde abgelegt hat. Ich finde, dass der Titel sehr neugierig macht und irgendwie interessant ist. Einfach ein grandioser Titel.

Das Cover

Ich finde, dass das eins der besten Cover ist, die ich jemals gesehen habe. Ich weiß einige werden sich jetzt deswegen über mich lustig machen, aber ich liebe es einfach, weil es so schlicht ist. Das Cover ist eben auch "Sprachlos" und will nichts aussagen. Diese Einfachheit ist das, was dieses Cover ausmacht.



"Speechless- Sprachlos" von Hannah Harrington hat mir sehr gut gefallen und mich richtig sprachlos gemacht. Die Geschichte war für mich etwas total Neues, weil ich noch nie ein Buch mit einer ähnlichen Handlung gelesen habe. Sie war fesselnd, berührend und auch romantisch. Man hat als Leser mitgefühlt und mitgefiebert. Dies ist eine Geschichte über die bösen Folgen des eigenen Handelns, über den Mut die Wahrheit zu sagen und anders zu sein, als alle anderen einen haben wollen, über wahre Freundschaft und über eine Liebe, die ein ganzes Leben auf den Kopf stellen kann. Die Charaktere sind sehr interessant, da sie alle Ecken und Kannten haben und eben nicht perfekt sind, auch wenn manche von ihnen erst so wirken. Die Protagonistin war mir erst nicht so sympathisch, aber sie hat eine sehr große Verwandlung in Laufe der Geschichte durchgemacht und irgendwann konnte ich ihre Entscheidungen nachvollziehen und mochte sie richtig gerne. Der Schreibstil ist sehr angenehm zu lesen und passt perfekt zu der Geschichte und zu der Protagonistin, aus deren Sicht die Geschichte ja geschrieben ist. Er war nichts Außergewöhnliches, aber er konnte mich trotzdem begeistern. Der Titel ist perfekt gewählt und auch die Wahl des Covers lässt meiner Meinung nach keine Wünsche offen.
Ich finde keine Kritikpunkte, denn auch die anfängliche Antisympathie in Bezug auf die Protagonistin hat sich schnell in Luft aufgelöst.