[REZENSION] "Schwiegermutter all'arrabbiata"

Von Buechersuechtig
Für dieses Rezensionsexemplar bedanke ich mich sehr herzlich beim Marion von Schröder Verlag und der sympathischen Autorin.
Cover

Quelle: Ullstein

Die Autorin
Brigitte Jacobi wurde in Lübeck geboren und hat nach ihrem Abitur viele Jahre als Redakteurin für Zeitungen und Zeitschriften in Norddeutschland gearbeitet. Inzwischen lebt sie mit ihren Zwillingstöchtern in Italien und hat bereits unter verschiedenen Pseudonymen viele erfolgreiche Romane veröffentlicht. Oft unternimmt sie ausgedehnte Reisen durch ihre Wahlheimat. Besonders der Süden des Landes, und dort ganz besonders Kalabrien, haben es ihr angetan.
*Produktinformation* Broschiert: 272 Seiten
Verlag: Marion von Schröder (8. Mai 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 354771205X
ISBN-13: 978-3547712056
Größe und/oder Gewicht: 11,5 x 3,5 x 20,6 cm

Leseprobe
Quelle: bic-media.com  *lies mich*
Die Geschichte... Zuerst erfährt Henrike, dass der Pachtvertrag für ihre Marzipanmanufaktur so stark erhöht wird, dass sie sich die Miete dafür die Manufaktur bald nicht mehr leisten kann. Und dann erhält sie von ihrem Lebensgefährten Dario, der wie immer allein in seine Heimat Kalabrien gereist ist, eine kryptische SMS. Er bittet Henrike um Hilfe, da er entführt wurde. Kurzerhand macht sich Henrike, gemeinsam mit ihrem anstrengenden Vater, auf den Weg nach Kalabrien. Als sie in Pietralucca ankommen, fehlt von Dario jede Spur, doch langweilig wird es Henrike nicht... Meine Meinung: Da ich die Bücher dieser Autorin, die unter verschiedenen Namen ihre Romane veröffentlicht, liebe, muss ich natürlich auch ihr neustes Werk lesen. Die Geschichte beginnt Mitte April und dauert ungefähr 5 Wochen. Die Reise startet in Lübeck und führt uns nach einigen Zwischenstationen nach Pietralucca in Kalabrien, wo sich die Geschichte vorwiegend abspielt. Die Ort- und Schauplatzbeschreibungen sind so lebendig gestaltet, dass man sich alles wunderbar vorstellen kann und das Kopfkino zu laufen beginnt.

Die 38-jährige Henrike Burmester ist klein, wohlgerundet und hat das Temperament ihrer ungarischen Mutter, die leider schon verstorben ist, geerbt. Die Konditormeisterin betreibt eine kleine Marzipanmanufaktur in Lübeck, die nicht besonders gut läuft und dann muss sie auch noch erfahren, dass man die Miete in 6 Wochen um das Doppelte erhöhen wird. Und dann erhält Henrike auch noch eine mysteriöse Nachricht von ihrem Freund Dario Serravalle, der entführt wurde und um ihre Hilfe bittet.
Obwohl Henrike und Dario schon mehrere Jahre ein Paar sind, hat der gutaussehende Italiener, der in Lübeck einen Eisladen führt, sie noch nie seiner Familie vorgestellt und reist immer alleine in seine Heimat Kalabrien. Auch wenn Henrike diese Tatsache ein wenig stutzig macht, schließt sie spontan ihr Geschäft und macht sich, mit ihrem kauzigen Vater im Gepäck, auf die Suche nach Dario... Henrike ist eine sympathische und eigenwillige Protagonistin mit einigen Ecken und Kanten, die muss man einfach mögen muss.

Neben Dario spielen auch noch Henrikes Vater Prof. Dr. Hoimar Burmester (ein pensionierter Literaturprofessor mit chronischer Bronchitis und einem Putzfimmel) und Darios Familie bestehend aus der resoluten Mamma Lucia, dem abwesenden Vater Gennaro, dem gutaussehenden älteren Bruder Massimo, Nonna Amelia und Zia Benedetta sowie diversen Bewohnern von Pietralucca als Nebenfiguren eine Rolle und fügen sich ansprechend in die Handlung ein, obwohl hier viele Charaktere Verwendung finden. Der neueste Roman von Brigitte Jacobi alias Brigitte Kanitz birgt eine reizvolle Romanidee, in der das italienische Lebensgefühl gut zum Ausdruck kommt.  In der zauberhaften Geschichte dreht sich alles um Familie, Freundschaft, Liebe und diverse Konflikte. Ich-Erzählerin Henrike schildert die temporeichen Geschehnisse aus ihrem Blickwinkel und gewährt uns dabei Einblick in ihre Gedankenwelt und in ihr Gefühlschaos.
"Schwiegermutter all'arrabbiata" wartet mit einer abenteuerlichen & höchst unterhaltsamen Geschichte vollgepackt mit allerlei Wirrungen, Stolpersteinen und Turbulenzen auf. Obwohl die Story für kurzweilige Unterhaltung sorgt, fehlt mir für die volle Punktzahl das "gewisse Etwas". Das liegt vielleicht auch an der gewissen Vorhersehbarkeit und der detaillierten Schilderung mancher Szenen, weiters hat mir das Ende nicht ganz zugesagt. Vervollständigt wird der turbulente Roman mit dem locker-leichten Schreibstil von Brigitte Jacobiamüsanten Dialogen und mit so bildhaften Beschreibungen, dass man sich das Treiben in Pietralucca lebhaft vorstellen kann und häufig lachen oder schmunzeln muss. FAZIT: "Schwiegermutter all'arrabbiata" entführt uns nach Kalabrien und erzählt die Geschichte von Henrike, die ihren italienischen Freund retten möchte. Auch wenn die Geschichte für meinen Geschmack kleine Mankos enthält, so garantiert "Schwiegermutter all'arrabbiata" dank des abwechslungsreichen Plots, der liebenswerten Hauptperson und der erfrischenden Schreibweise ein paar unterhaltsame Lesestunden. Deshalb erhält dieser Roman wundervolle 4 (von 5) Punkte und eine klare Leseempfehlung.