Rezension: Raumstation Alpha-Base 2: Überleben (Maritim)

Erstellt am 21. August 2011 von Watchman @scifiwatchman


Nachdem ich bereits die Auftaktfolge der Hörspielserie Raumstation Alpha-Base rezensiert hatte, mache ich heute mit der zweiten Episode weiter, welche den Titel Überleben trägt. Das Hörspiel erschien Ende Mai 2009 beim Label Maritim und hat eine Laufzeit von ca. 49 Minuten.

Die Alpha Base wurde in den Orbit von Zulu I installiert. Alles läuft nach Plan, bis Carmen de Machento etwas zu spüren scheint – Leben – Irgendwo auf Zulu I … Und dieses versucht nur eins! Zu überleben! (
Klappentext) 
Nach einer ansprechenden, allerdings nicht vollständig überzeugenden ersten Folge, nimmt die Handlung der Serie mit der zweiten Folge deutlich Fahrt auf. Autor James A. Owen legt seinen Fokus zunächst auf das Außenteam, das auf dem Planeten Zulu I bereits kurz nach der Ankunft ums Überleben kämpfen muss. Gleichzeitig entwickelt sich ein zweiter Erzählstrang, in dem auch die Besatzung der Alpha-Base sich einer lebenbedrohenden Situation gegenüber sieht. Die Handlung wird dem Titel des Hörspiels in dieser Hinsicht mehr als gerecht.
Kam die Eröffnungsepisode teilweise etwas behäbig daher, steht nun also Action auf dem Programm. Gleichzeitig wird auch das Alpha-Base-Universum konsequent ausgebaut, indem neue Völker eingeführt werden. Mehr als die Tatsache, dass sie existieren, erfährt der Zuhörer in dieser Episode zwar noch nicht, doch das wird sich schnell ändern. Soviel sei an dieser Stelle bereits verraten. Die Folge profitiert von ihrem hohen Erzähltempo, das dem Zuhörer kaum Gelegenheit zum Durchatmen gibt. Die fast fünfzig Minuten Laufzeit scheinen sehr schnell zu vergehen. In Folge 1 hatte man öfters das Gefühl, die Geschichte würde unnötig in die Länge gezogen. Hier ist nun das genaue Gegenteil der Fall. Eine klare Verbesserung, die man als Fan gerne zur Kenntnis nimmt.
Die Actionszenen sind überzeugend choreographiert und von den Soundeffekten her schön umgesetzt. Wirklich erfreulich ist die Tatsache, dass man als Zuhörer dabei stets den Überblick über das Geschehen behält. Dies gelingt in Hörspielen nicht immer, denn Actionszenen sind in der Regel nicht eben dialoglastig, was die Vermittlung der Handlung deutlich erschwert. Wie gesagt, die zweite Folge von Raumstation Alpha-Base bietet in dieser Hinsicht keinen Grund zur Klage. Was etwas zu kurz kommt, ist die Entwicklung der Charaktere. Auch in der zweiten Folge bleiben die Figuren noch unscharf. Hier muss in den nächsten Episoden noch deutlich nachgebessert werden. Wer jedoch auf klassische Space Operas mit Feuergefechten und anderer handfester Action steht, der wird hier bestens bedient.

Etwas gewöhnungsbedürftig ist außerdem immer noch die gestelzte Ausdrucksweise der Charaktere. Sicher, die Handlung spielt in der Zukunft, doch wenn ein Vorgesetzter, die Tatsache, dass ein Offizier angesichts eines drohenden Absturzes das böse Sch…-Wort verwendet, damit kommentiert, dieser möge seine Ausdrucksweise zügeln, dann sorgt dies eher für unfreiwillige Komik und ein gewisses Kopfschütteln. Hier merkt man Raumstation Alpha-Base deutlich an, dass Serien wie Star Trek: TNG oder Star Trek: Voyager als Inspirationsquelle gedient haben.
Insgesamt kann die Sprecherriege, angeführt von Gertie Honeck wieder überzeugen. Alle Sprecher der ersten Folge sind erneut mit von der Partie. Besonders hervortreten kann zwar niemand, doch liefert der Cast eine Ensembleleistung ab, die sich wirklich hören lassen kann. Zwar weht durch die Sprecherauswahl weiterhin mehr als nur ein Hauch von Star Trek: Voyager durch die Serie, doch die Geschichte kommt derart eigenständig daher,  dass sich auch die Sprecher von den Fernsehrollen, die sie über Jahre geprägt haben, zumindest langsam freischwimmen.
Unterm Strich leidet Raumstation Alpha-Base 2: Überleben isoliert betrachtet etwas darunter, die mittlere von insgesamt drei Episoden zu sein, die eine größere Geschichte erzählen. Vieles wird angedeutet, doch die Auflösung erfolgt erst in der nächsten Folge. Dennoch ist sie dem Vorgänger etwas überlegen, denn mit ihr beginnt die Serie, sich von den Vorbildern bzw. Inspirationquellen zu distanzieren und ein eigenes Universum zu schaffen.
Ich gebe gern zu, dass ich nach der ersten Folge unsicher war, ob mich Raumstation Alpha-Base überzeugen kann. Doch diese Folge konnte die Bedenken soweit ausräumen, dass ich auch die nächste Folge hören wollte. Was von dieser zu halten ist, berichte ich demnächst, wenn ich Raumstation Alpha-Base 3: Freund oder Feind? rezensiere.