[Rezension] Pandemonium

[Rezension] Pandemonium

Bewertung

[Rezension] Pandemonium

Inhalt

Als Lena auf der Flucht in die Wildnis von Alex getrennt wurde, hat sich alles für sie verändert. Plötzlich ist sie auf sich allein gestellt, irrt verletzt durch die Wälder. Als Lena über den Zaun geflüchtet ist, hat sie nicht nur Alex verloren, sondern auch sich selbst, ihr altes Ich.
Völlig verwahrlost und dem Tode nahe wird Lena in der Wildnis von Menschen der Widerstandsbewegung gefunden. Gemeinsam mit der Gruppe fängt Lena ein neues Leben an. Ein Leben, in der die Liebe keine Krankheit darstellt. Nach harten Monaten in ihrer neuen Gemeinschaft macht sich Lena erneut in ihre alte Heimatstadt. Sie hat einen Auftrag, der der Anfang eines Kriegs sein könnte.

Meinung

‘Delirium’ war ein Buch, was mich völlig begeistern konnte. Durch die zarte Liebesgeschichte zwischen Lena und Alex hat Lauren Oliver verdeutlicht, wie wichtig solche Gefühle für ein menschliches Lebewesen sind. Eindringlich wurde erzählt, wie sich ein Mensch durch die Beziehung zu einem anderen Menschen verändern, wie er aus liebevollen Menschen Kraft schöpfen kann und wie aus neu entstandener Liebe Hoffnung entsteht. Doch genauso hat ‘Delirium’ gezeigt, dass mit dem schönsten Gefühl dieser Welt auch Ängste entstehen, Furcht, die Menschen soweit in den Wahnsinn treibt, dass man die Liebe als Gefahr, sogar als Krankheit empfinden kann. Mit Lena und Alex, mit deren vertrauensvoller Beziehung, wurde bewiesen, dass es sich lohnt für die Liebe zu kämpfen. ‘Delirium’ hat sowohl emotionale als auch brutale Akzente gesetzt. Gerade das hat das Buch zu einem fesselnden Leseerlebnis gemacht.

‘Pandemonium’ setzt neue, aber nicht weniger intensive Zeichen. Wenn Lauren Oliver über das Leben in der Wildnis schreibt, fühlt man sich weit in die Vergangenheit zurück versetzt. Die Lebensumstände der Invaliden, wie sie von den geheilten Menschen genannt werden, erinnern an ein Leben in der Steinzeit und setzen somit einen enorm eindrucksvollen Kontrast zu dem Leben der Geheilten, wie wir es im ersten Band der Trilogie erleben konnten. Denn auch, wenn Lenas vergangenes Leben durch die Machenschaften der Regierung natürlich immer zutiefst angsteinflößend und erschreckend war, so hat die Autorin doch immer wieder vor Augen geführt, wie behütet und sicher sich die geheilten Menschen in ihrer Umgebung gefühlt haben. Es war wie ein kuscheliger Kokon, in dem niemand etwas zu befürchten hat.

Die Welt außerhalb des Zauns ist davon wohl das genaue Gegenteil. Die Angst vor dem Verhungern, der harte Kampf ums Überleben, die Ausweglosigkeit, die die Witterungsverhältnisse immer wieder hervorrufen. Doch noch furchterregender ist wieder einmal, dass es nicht die Natur und der normale Lauf der Dinge sind, die für die Menschen die größte Gefahr darstellen. Wieder sind die größten Feinde die Menschen selbst und deren aus Furcht und Wahnsinn zerfressenen Gedanken, die Lena und ihre neuen Freunde immer wieder mit der Gefahr des Todes konfrontieren.

Im Wechsel zwischen Erzählungen aus der Vergangenheit und der Gegenwart erzählt ‘Pandemonium’, wie sich Lenas Leben nach ihrer Flucht entwickelt hat. Doch im Gegensatz zu ‘Delirium’, wo uns Lesern immer wieder hoffnungsvolle Momente geschenkt wurden, wird der Leser im zweiten Band ganz schön auf Trapp gehalten und in einem Schockzustand nach den anderen versetzt. Denn während die Widerstandsbewegung in der Wildnis tüchtig daran arbeitet, den Machenschaften der Regierung in die Quere zu kommen, bleibt auch die Gegenseite nicht untätig. Mit Julian führt Lauren Oliver einen neuen Charakter ein, der den unaufgeklärten Part, den im ersten Band zunächst Lena inne hatte, übernimmt. Als Jugendleiter der VDFA (Vereinigung für ein Deliria-freies Amerika) vertritt Julian die Meinung seines Vaters, der kein geringerer als er Präsident der Vereinigung ist. Lenas Auftrag ist es, der Schatten von Julian zu werden, ihn auf Schritt und Tritt zu verfolgen. Natürlich weiß Lena, dass ihr damit eine wichtige und bedeutende Aufgabe zu Teil wird, doch ist anfangs noch nicht absehbar, welche Gefahren ihr Auftrag mit sich bringt.

Mit dem Handlungsstrang, der wieder innerhalb des Zauns liegt, hat Lauren Oliver der rasanten Handlung innerhalb der Wildnis noch einen drauf gesetzt. Aufgrund der dramatischen Wendungen, die immer wieder, von Kapitel zu Kapitel, eingebaut wurden, wird dem Leser kaum eine Verschnaufpause gegönnt. Brutal und schonungslos wird davon berichtet, welche Auswirkungen die krankhafte Ideologie der VDFA auf die Menschen hat.
Stark im Kontrast dazu stehen die gefühlvollen Momente, die es natürlich auch im zweiten Band wieder zu Genüge gibt. So direkt und nervenaufreibend, wie Lauren Oliver die Gefahrensituationen, in die Lena immer wieder gerät, erzählt, so liebevoll gestalten sich wieder die Momente, die den Leser ans Herz gehen sollen. Sehr eindrucksvoll und intensiv lässt die Protagonistin Lena den Leser an ihrem Gefühlsleben teilhaben. Und das alles wird von Lauren Oliver in eine sehr poetische und bewegende Sprache verpackt.

‘Pandemonium’ entwickelt sich ab einem gewissen Zeitpunkt in eine Richtung, von der ich zunächst überhaupt nicht begeistert war. Ich war ehrlich gesagt von der Autorin enttäuscht, konnte absolut nicht nachvollziehen, warum sie auf einen solchen Zug aufspringen muss. Auch jetzt bin ich mir noch nicht sicher, was ich von gewissen Wendungen halten soll, vor allem, wenn es um die Handlung und Entwicklung des letzten Bands geht.
Doch im Ganzen gesehen gleichen der gefühlvolle Schreibstil der Autorin und die wunderbaren Figuren meinen anfänglichen Unmut wieder aus, sodass ich meine Zweifel schnell wieder über Bord geworfen habe.

Blick in die Zukunft

Der Abschluss der Trilogie wird am 5. März nächsten Jahres mit dem Namen ‘Requiem‘ auf Englisch erscheinen. Ein deutscher Erscheinungstermin ist noch nicht bekannt.
Die Wartezeit kann man sich inzwischen mit der Kurzgeschichte ‘Hana‘, die als eBook erschienen ist, verkürzen. Weitere kleine Geschichten werden folgen; ‘Annabel‘ erscheint Ende Dezember auf Englisch, ‘Raven‘ zeitgleich mit dem Abschlussband.

Fazit

Mit ‘Pandemonium’ setzt Lauren Oliver bekannte und viele neue Akzente. Wer schon im ersten Band die Liebesgeschichte verschlungen hat, der wird auch in ‘Pandemonium’ voll und ganz auf seine Kosten kommen. Auch, wenn ‘Delirium’ bereits durch angsteinflößende und rasante Momente für Gänsehaut sorgen konnte, gelingt es Lauren Oliver mit dem zweiten Band noch eine Steigerung.

Alle Bücher von Lauren Oliver auf Deutsch auf Englisch

Leseprobe

[Rezension] Pandemonium

© Cover und Buchtexte bei Carlsen


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