[Rezension] Neva

[Rezension] NevaNeva

Erscheinungsdatum: 14. 03. 2011

Autorin: Sara Grant

Verlag: Pan

Preis: 16,99 € (gebundene Ausgabe)

Leseprobe

Meine Bewertung

[Rezension] Neva

“Die Regierung kann zwar den Schneefall steuern. Trotzdem kann sie keine zwei identischen Schneeflocken produzieren.” (Zitat Seite 238)

Inhalt: Heimatland ist eine Welt, in der das Leben der Menschen genau kontrolliert, jeder Protest gegen die Regierung streng bestraft wird  und die Gleichheit der Bevölkerung an oberster Stelle steht. Als Neva mit 16 Jahren das Erwachsenenalter erreicht, ihr ein von der Regierung ausgewählte Ausbildungsplatz zugewiesen wird und ihr Freund Ethan mit ihr eine Familie gründen will, denkt Neva an ihre Großmutter zurück. Die Frau, die vor Jahren spurlos aus ihrem Leben verschwand. Plötzlich gestorben heißt es. Doch Neva weiß es besser. Schon seit Wochen stellt sie Tag für Tag fest, dass Menschen aus Heimatland verschwinden, Kinder und Jugendliche von einem Moment zum anderen innerhalb der Kuppel, die alle ihr Zuhause nennen, nie mehr gesehen werden. Neva beginnt Fragen zu stellen und ahnt zunächst nicht, dass ihre Neugier und ihr Argwohn sie in große Gefahr bringen.

Meine Meinung: Als ich vor einigen Monaten die Programmvorschau des Pan Verlags durchstöberte, hat mich das Cover von Neva sofort neugierig gemacht. Die kurze Inhaltsangabe hörte sich mehr als vielversprechend an, sodass Sara Grants Roman sofort auf meinen Wunschzettel gelandet ist. Nun habe ich wochenlang dem Erscheinen des Buches entgegen gefiebert und meine Erwartungen haben sich zu hundert Prozent erfüllt.

Das Wort Heimatland ist ein von der Autorin unheimlich gut durchdachter Begriff für den Ort, den die Figuren im Buch ihr Zuhause nennen. Heimat, das verbindet man mit schönen Erinnerungen, einem Ort, an dem man frei sein kann, sich geborgen und sicher fühlt. Und genau so soll es anscheinend auch sein. Genau so wird es den Menschen, die unterhalb der Schutzkuppel leben, Tag ein Tag aus eingeredet. Doch die Wahrheit ist eine völlig andere. Ein erschreckendes und vorbestimmtes Leben erwartet die Bevölkerung von Heimatland. Die Zukunft der Kinder ist alles andere als rosig. Sie ist gefährlich und skrupellos.

In Sara Grants Buch stimmt für mich einfach alles. Angefangen beim Schreibstil, der modern und angenehm zu lesen ist und somit genau in die Welt der Jugendlichen passt, ohne dabei gestellt zu wirken.

Genauso angetan bin ich von den einzigartigen Charakteren, die zum spannenden Verlauf der Geschichte beigetragen. Sei es Sanna, die Neva bei den Protestaktionen gegen die Protekosphäre unterstützt, Nevas Mutter Lily, die eher eine stille Rebellin ist, Nevas Vater Adam, der nicht der ist, der er zu sein scheint oder Nevas Freund Ethan, der ihr das Leben in Heimatland zusätzlich mit seinen Gefühlen, die er für sie hegt, schwer macht.

Besondere Erwähnung sollte auf jeden Fall die Protagonistin Neva finden, die mich im Laufe der Geschichte immer wieder überrascht und fasziniert hat. Selten habe ich in einem Jugendbuch eine Figur erlebt, die sich so zu ihrem Vorteil entwickelt, mutig und aufrichtig handelt und stets das Wohl ihrer Mitmenschen im Sinn hat.

‚Neva‘ ist in meinen Augen viel mehr als eine dystopische Geschichte. Natürlich steht in diesem Roman die Zukunftsvision einer Welt im Vordergrund, die sich vom technischen Fortschritt des 21. Jahrhunderts kaum unterscheidet, allerdings einer scheußlichen Ideologie zugrunde liegt, die kaum vorstellbar ist. Genauso wichtig sind  in ‚Neva‘ allerdings auch Themen wie Freundschaft, Zusammenhalt, Individualität und Liebe.

Fazit: ‘Neva’ ist ein Buch für Jung und Alt. Sara Grant hat hier eine Geschichte vorgelegt, die eine spannende und erschreckende Zukunftsvision beschreibt und gleichzeitig aufgrund emotionaler Momente unter die Haut geht. ‘Neva’ ist mein bisheriges Lesehiglight in diesem Monat.

Vielen Dank an den Pan Verlag für das Rezensionsexemplar.

[Rezension] Neva