Rezension: Mostviertler Jagd - Helmut Scharner

Von Niwa

© Gmeiner Verlag

Mostviertler Jagd| Helmut Scharner |

Verlag: Gmeiner Verlag 2019

Seiten: 346 ISBN: 9783839225219

MEINE BEWERTUNG 

-Authentische Ermittlungsarbeit und Mostviertler LokalkoloritIm Mostviertel in Niederösterreich ist ein Wilderer unterwegs! Kommissar Brandner geht dem illegalen Jagdtreiben auf den Grund. Prekär wird es, als der Täter auf Menschen schießt. 

„Mostviertler Jagd“ ist der finale Band der Mostviertler-Trilogie um Kommissar Brandner, der schon mehrere Fälle der Gegend bearbeitet hat. 

Dieser Abschlussband verlangt meiner Meinung nach zumindest die Vorkenntnisse zu Brandners letzten Fall, weil ansonsten die Zusammenhänge nicht greifbar sind.

Diesmal zieht es Kommissar Brandner nach Hollenstein und Ybbsitz, wo ein Wilderer sein Unwesen treibt. Als ein Zwölfender erschossen auf einer Waldlichtung liegt, tritt die Presse auf den Plan, Brandners Chef erhöht den Druck, und der Kommissar selbst hadert damit, dass er neuerdings statt Mörder illegale Jäger sucht.

Allerdings spitzt sich die Situation zu, als der Wilderer auf Menschen schießt. Ein Opfer ist Kommissar Brandner von früher ein Begriff. Und er ahnt nicht, dass er bald auf weitere Bekannte trifft.

Der Krimi wird - wie die Vorgänger - aus mehreren Perspektiven erzählt, wodurch eine herrliche Dynamik innerhalb der Ereignisse einkehrt. 

Man folgt Brandners Gedankengänge, wie er sich mit dem Fall auseinandersetzt, klappert dabei Sportschützen und Jäger ab, und sitzt mit ihm im St. Pöltner Büro, wo der Chef den Druck in die Höhe treibt. Zudem gerät sein Privatleben in Schieflage, weil sein Dreimäderl-Haus nicht von Wien nach St. Pölten ziehen mag.

Weitere Blickwinkel nimmt man durch die längst bekannte Jennifer in Waidhofen/Ybbs und dem fehlgeleiteten Hans in Wien ein. Jennifer Chan ist mit der Verwirklichung der wirtschaftlichen Träume ihres Vaters beschäftigt, während Hans das Trauma von Brandners letzten Fällen abschütteln will.

Meiner Meinung nach zeichnen sich Scharners Mostviertler-Krimis durch die realistisch geschilderte Ermittlungsarbeit und dem anschaulichen Lokalkolorit aus.

Der Fall an sich ist nachvollziehbar aufgebaut, wobei Kommissar Brandner alles andere als glänzt. Ich denke, dass es durchaus der Realität entspricht, dass bei Ermittlungen neben harter, systemischer Arbeit vor allem der Zufall eine wichtige Rolle spielt. Jedenfalls schildert der Autor den Polizeialltag, die ermüdende Kleinarbeit und die spärlichen Erfolge äußerst eindrucksvoll.

Wer die Gegend in all ihrer Pracht kennt, fühlt sich sofort nach Hollenstein und Ybbsitz versetzt. Die Landstraßen, die Amstettner Kfz-Kennzeichen, die Beschaulichkeit der Natur durchbrochen vom hiesigen Gebaren finden sich in jedem Detail, was mich als Ortskundige oft zum Schmunzeln bringt.

Der Abschluss der Trilogie und damit das Ende des Falles um die Waidhofner Schuhfabrik, zeigt dramatische Züge, die überraschen. Ehrlich gesagt, dieses Ende habe ich nicht vorhergesehen, und es fällt gar nicht so leicht, den Fall ad acta zu legen. Obwohl Scharner beim klassischen Krimi und damit bei einem neutralen Stil bleibt, schafft er es, den Leser emotional zu berühren und an die Figuren zu binden. Meine Krimi-Zeit im Mostviertel hat mir jedenfalls großen Spaß gemacht, und ich bin ein bisschen traurig, dass Brandner und ich miteinander fertig sind. 

Im Endeffekt, lege ich „Mostviertler Jagd“ jedem Leser ans Herz, der zumindest schon mit Brandner in „Mostschlinge“ ermittelt hat. Es ist ein packender Abschluss, den ich gerne gelesen habe.

________________MEINE BEWERTUNGKommissar Brandner im Mostviertel:1) Mostviertler2) Mostschlinge [Rezension lesen]
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