[Rezension] Meine Sonne. Mein Mond. Meine Sterne.

[Rezension] Meine Sonne. Mein Mond. Meine Sterne.

Eigentlich weiß die Mitte dreißig Jahre alte Sunny, dass ihre Beziehung schon lange nicht mehr glücklich ist. Doch nun ist der Tag gekommen, an dem ihr Freund Magnus wegreist und sie zurücklässt. Bis er wiederkommt soll sie ausgezogen sein.

Voller Liebeskummer will sie dies eigentlich gar nicht wahrhaben. Sie hofft immer noch, dass Magnus und sie wieder zueinander finden. Doch tatenlos bleibt sie auch nicht. Trotz Probleme bei der Arbeit und dem Trennungsschmerz nimmt sie ihr Leben in die Hand und versucht, ein weiteres Mal ihr Glück zu finden.

Ich muss sagen, dass es mir sofort ins Auge gesprungen ist, als ich es in meinem Überraschungspaket ausgepackt hatte. Ich mag die Schrift und die Komposition sehr. Das Cover hat auch etwas nostalgisches, wenn nicht sogar trauriges.

Streng genommen stellt es auch nichts konkretes dar. Es erinnert mich aber an diese Art von schwerer Schwebe, die man manchmal fühlt, wenn man vor so einer Situation wie Sunny steht.

Meine Sonne. Mein Mond. Meine Sterne. ist die Fortsetzung des Romans Hinter dem Blau aus der Hand von der deutschen Autorin Alexa von Heyden. Da, meiner Einschätzung nach, beide Bücher in sich abgeschlossene Themen behandeln, kann man das Buch auch ohne den Vorgänger gelesen zu haben, genießen.

Wenn ich von genießen spreche, dann meine ich damit einen süßen Schmerz, der einem die Tränen in die Augen schießen lässt. Auf eine sensible, und sehr liebevolle Weise konstruiert von Heyden die Beziehung zwischen Sunny und Magnus. Wer schon einmal eine Trennung erlebt hat, wird sich in diesen Zeilen, die die Situation so präzise beschreiben, wirklich wieder erkennen. Und hier ist es besonders tragisch, denn nach zwölf Jahren der Partnerschaft getrennte Wege zu gehen, ist schwer und für mich, die vor zwölf Jahren gerade erst eingeschult wurde, eine fast unvorstellbare Zahl darstellt.

"Ausgerechnet wir, Sunny und Magnus, das Traumpaar, das seit Ewigkeiten zusammen ist, sodass Freunde und Familie unsere Namen in einem Atemzug nennen: 'SunnyundMagnus'. Ich kann nicht sagen, wo ich aufhöre und wo er anfängt. Jeder Punkt in meinem Leben ist mit diesem Mann verbunden. Ein Einziges Netz aus 'SunnyundMagnus'. "

Sunny erzählt in der Ich-Perspektive von ihren Verlustängsten, was auch auf den Suizid ihres Vaters zurückzuführen ist. Man spürt die Angst, die sie erlebt, wenn sie sich Gedanken darüber macht, wie es ohne Magnus weitergehen soll oder ob es überhaupt weitergehen kann. Gedanken, die während der Liebeskummer-Phase wohl mehr als verständlich.

Sie reflektiert und sie weiß, dass auch sie Fehler gemacht hat. Vor allem der Frust und der Stress auf der Arbeit bedeutete Gift für ihre Beziehung. Auch in ihr Arbeitsleben erhält man Einblicke - wie sie regelrecht von ihrer Chefin ausgenutzt wird.

Einerseits zerreißt es einem das Herz, von Sunnys Gefühlen lesen zu müssen. Andererseits hat dieses Buch auch eine unheimlich erfrischende Motivation. Es ist ein Buch der Verarbeitung. Und auch wenn die Gefühle noch so schmerzen, ab einem gewissen Punkt merkt man, es geht voran. So wie es im echten Leben auch ist.

Man beginnt, wenn man das Buch liest, sich auch Gedanken über die eigene Beziehung zu machen. Wie zerbrechlich ist das alles? Sunny war auch einmal die Sonne, der Mond und die Sterne für Magnus.

Sollte ich etwas ändern, damit es eben nicht zusammenbricht?

Das Ganze macht es eben auch sehr schwerfällig, aber auf eine spannende, fesselnde Weise. Ein moderner, jugendlicher Schreibstil lockert dies jedoch wieder auf.

Aber warum ist das Buch so realistisch, transparent und ehrlich?

Ich sehe darin zwei Gründe. Zum einen hat das Buch autobiographische Züge, wie uns von Heyden im Epilog erzählt. Das macht alles, was in dem Buch beschrieben wird, sofort viel glaubwürdiger.

"Die Krise hat mir gezeigt, auf was es im Leben ankommt. Nämlich darauf, selbst dafür Sorge zu tragen, dass es mir gut geht. [...] Ohne diese Krise und Trennung hätte ich niemals den neuen Weg eingeschlagen, der mich ein Stück näher dahin führt, wo ich sein will: Bei Alexa, der Frau, die ich versuche, jeden Tag ein bisschen besser kennenzulernen."

Zum anderen schafft die Autorin es, dass man sich so leicht mit Sunny identifizieren kann. Es sind grundlegende Gedanken, die hier angesprochen werden. Gedanken, die jeder hat.

Und es sind eben auch die Gedanken, bei denen alle glauben, dass keiner sie so sehr hat, wie man selbst.

Alexa von Heyden durchbricht diese Barriere. Sie geht mit den Gefühlen an die Öffentlichkeit und zeigt, dass man sich nicht alleine damit fühlen muss.

Natürlich ist das Buch nicht perfekt. Aber ich möchte mir das Buch wirklich nicht schlecht reden. Es ist ruhig und eigentlich passiert auch nicht viel, brilliert aber in vielen kleinen Details, die das ganze Buch wirklich rund werden lassen.

Es ist unheimlich erfrischend, die Liebe aus einer anderen Perspektive zu sehen, als das Kennenlernen und der Phase des "Verliebtseins". Denn so schön und rosa, wie es in den Büchern oft dargestellt wird, ist es leider nicht immer. Und genau diese trübe Stimmung wird in diesem Buch wirklich sehr deutlich.

[Rezension] Meine Sonne. Mein Mond. Meine Sterne.


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