[Rezension] Mein Leben im Gefängnis – Mit 18 mein Sturz

[Rezension] Mein Leben im Gefängnis – Mit 18 mein SturzMein Leben im Gefängnis – Mit 18 mein Sturz

Erscheinungstermin: 01. Februar 2010

Autor: Mihrali Simsek

Verlag: Arena

Preis: 9,95 € (broschiert)

Seiten: 160

ISBN-10: 3401064347

weitere Titel der ‘Mein Leben…’ Reihe: Mein Leben im Gefängnis, Mein Leben mit der Magersucht, Mein Leben als Model im Rollstuhl, Mein Leben als Straßenkind, Mein Leben als Ritzerin

Leseprobe

Meine Bewertung

[Rezension] Mein Leben im Gefängnis – Mit 18 mein Sturz

 

Inhalt: Mihrali sitzt im Gefängnis. Als er 18 war eskalierte ein Streit auf der Straße, Mihrali zückte ein Messer, ein Mensch starb. Mihrali wurde zu sechs Jahren und 6 Monaten Haft verurteilt. Doch Mihrali bereut seine Tat, möchte Jugendlichen eine Botschaft vermitteln; vermeintlichen Freunden nicht blind zu vertrauen und etwas  Anständiges aus seinem eigenen Leben zu machen.

Meine Meinung: ‘Mit 18 mein Sturz’ ist nun das dritte Buch, was ich aus der ‘Mein Leben…’ Reihe gelesen habe. Und wie auch die anderen Bände, die ich schon kenne, erzählt auch dieses Buch eine tragische Geschichte über das Schicksal eines Jugendlichen, welches von der ersten bis zur letzten Seite unter die Haut geht.

Mihrali berichtet in seinem Buch über zwei sehr prägende Teile seines bisherigen Lebens; die Zeit vor und während seiner Haftstrafe. Sehr detailliert und ehrlich erzählt Mihrali über sein Leben, über sein Verhalten und über seine Denkweisen, die ihm zu dem machten, was er heute ist. Was aber am wichtigsten ist und mich auch dazu bewegt hat, diese Geschichte mit großem Interesse zu lesen, ist die Beantwortung der Frage, wie es dazu kommen kann, dass ein 18-jähriger auf die schiefe Bahn gerät und einen beträchtlichen Teil seines Lebens hinter Gittern verbringen muss. Ich kann mir vorstellen, dass viele Menschen in Mihralis Situation die Schuld bei Mitmenschen, seiner Familie und seinen Freunden, sucht. Nicht aber Mihrali. Er berichtet darüber, dass er stets die Wahl hatte. Nie wurde er dazu gezwungen, mitten in der Woche bis tief in die Nacht auf der Straße rumzuhängen und Alkohol und Drogen zu konsumieren. Keiner hat ihm vorgeschrieben, dass er Mädchen und Frauen wie Objekte behandeln muss. Es gab niemanden, der ihm vorgelebt hat, dass man Konflikte nur mit Gewalt und Waffen lösen kann. Ganz im Gegenteil. All seine Vertrauten, seien es die Eltern oder auch seine Lehrer, wiesen ihn oft darauf hin, dass er Potential hat, er ein ganz Großer werden könnte.

Dann ist da wie bereits gesagt noch Mihralis Zeit im Gefängnis. Mihrali beschreibt auf sehr angsteinflößende Art und Weise sein Leben im Knast. Er redet nichts schön, geht dabei ganz speziell auf seine Gefühle und Empfindungen ein und vor allem darauf, wie das Gefängnis seine Denkweisen verändert hat. Mihrali sagt ganz klar, dass er mit seinem Buch Jugendliche ansprechen will. Er will zeigen, dass es an einem selbst liegt, ob man sein Leben in die Hand nimmt und eine Zukunft vor sich hat. Besonders interessant aber auch abschreckend ist in diesen Abschnitten die Beschreibungen von Mihralis Alltag. Mihrali durchläuft in seiner Haft stets denselben trägen Ablauf, sodass er sich beinahe selbst verliert.

Ein weiterer wichtiger Aspekt in diesem Buch ist das Thema Migration und Akzeptanz in Deutschland. Keiner kann sich wohl wirklich von jeglichen Vorurteilen gegenüber Immigranten freisprechen. Mihralis Geschichte und vor allem die Offenheit, mit Mihrali diese erzählt, ermöglicht einen tiefgründigen Einblick in die Gefühlswelt eines Jungen, der für seine Abstammung in Deutschland verurteilt und in eine Schublade gesteckt wird. Andererseits bleibt es nicht nur bei der Behandlung von Immigration, viel mehr bekommen wir durch Mihralis Erzählung auch eine Einsicht und den muslimischen Glauben, über die Bedeutung des Koran für die persönliche Entwicklung und über die Stellung der Familie im Leben.

Gerade durch den Schreibstil und die Erzählweise stellt Mihrali prompt einen Bezug zur Welt der Jugendlichen her. Am Anfang eines jeden Kapitels findet man ein Gedicht, ein Rap oder eine andere Art von Text, die die Emotionen des jungen Mannes auf kreative Weise ausdrückt. Mihrali spricht den Leser immer wieder direkt an, geht auf Themen ein, die wahrscheinlich für jeden Jugendlichen von Bedeutung sind; Schule, Freunde, die eigene Zukunft. Gerade durch diese Aspekte kann ich mir gut vorstellen, dass  jeder Jugendliche, der dieses Buch in die Hand nimmt, aufhorchen und durch die tragische Geschichte sein eigenes Handeln und die Gestaltung der Zukunft überdenken wird.

Fazit: ‘Mit 18 mein Sturz’ behandelt viele Themen wie beispielsweise Moral, Nächstenliebe und Freundschaft und schafft es trotz der geringen Seitenanzahl deren Wichtigkeit auf ergreifende Weise auf den Punkt zu bringen. Die Bücher aus der ‘Mein Leben…’ Reihe sprechen Problem- und Tabuthemen an, vermitteln gleichzeitig aber sehr wichtige und elementare Werte.

Vielen Dank an den Arena Verlag für das Rezensionsexemplar.

[Rezension] Mein Leben im Gefängnis – Mit 18 mein Sturz


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