[Rezension] „Kraut und Rübchen“, Elke Pistor (emons)

13 Sep

Ausgabe: KlappenbroschurKraut und Rübchen
Seiten: 272
Erscheinungsdatum: 10.Oktober 2013
Verlag: emons
ISBN: 978-3-95451-179-2

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Inhalt
Ein ungewöhnlicher Fund entführt Katharina weit in die Vergangenheit und weckt böse Ahnungen…

Meinung und Fazit
Dieser Krimi spielt in der Gegenwart, entführt die Hauptfigur Katharina aber auch weit in die Vergangenheit ihrer Ahnen. Dass Elke Pistor diesen zeitgenössisch-historischen Mix sehr gut beherrscht, hat sie bereits in „Das Portal“ bewiesen.
So war es nicht verwunderlich, dass beide Zeitepochen ganz wunderbar beschrieben waren und gekonnt ineinander griffen.
In der geschichtlichen Gegenwart fand ich mich sehr gut wieder. Wenn man erstmals „so richtig“ ins Landleben eintaucht, dann gleicht das unter Umständen einem Kulturschock der besonderen Art. Auf herzliche Menschen, die einen mit offenen Armen empfangen, darf man nicht immer hoffen. Eben diese Beschnupperungs-Erfahrung musste Katharina machen, die sich durch eine Erbschaft plötzlich in einem kleinen Nest im Nirgendwo stehen sieht. Sie will sofort wieder weg, was durchaus verständlich erscheint, doch dann macht sie einen mysteriösen Fund in Form eines Tagebuchs.
Von da an wechseln sich die Geschichten ab, und es wird viel aus früheren Zeiten erzählt. Besonders die damaligen Gepflogenheiten und Standesunterschiede fand ich sehr gut recherchiert und glaubhaft wiedergegeben. Ich persönlich kam erneut zu dem Schluss, dass früher nicht alles besser war, auch wenn das gerne behauptet wird. Aber wie man hier lesen kann, gab es auch damals schon Menschen, die sich gegen herrschendes Unrecht auflehnten. Wenn auch nicht immer mit erlaubten Mitteln.

Neben der Handlung glänzt das Buch durch seine wunderbaren Charaktere. Lebensecht und facettenreich, bescherten sie mir eine lebendige Geschichte und ein wunderbares Lesevergnügen. Katharina war dabei für mich eine sehr gute Identifikationsfigur. Spielend leicht, fast wie eine Freundin, führte sie mich durch die Geschichte. Über manche Begebenheiten und Annahmen war ich dem entsprechend ebenso sprachlos wie sie selbst. Trotzdem war nicht immer alles so, wie es auf den ersten Blick schien… und das war sehr erfrischend.

Elke Pistor hat für meinen Geschmack ohnehin einen Schreibstil der begeistert. Diesmal kam aber noch ein besonderer Aspekt hinzu. Immer wenn Katharina das Buch weg legte oder später wieder zu lesen begann, musste ich schmunzeln. Diese (kleinen) Szenen waren wie aus dem Leben gegriffen und hatten sehr viel Charme.
Auch die Rezepte im Anhang machen das Buch zu etwas besonderem. U.a. lädt das „Teufelszeug“ zum selbermachen ein.

Hier bekommt man großes Lesevergnügen bis zum bitter-süßen Ende, welches ganz ohne wetteifernde Kriminalbeamte und blutrünstige Szenen auskommt. Dafür lernt man umso mehr, wobei die Nachahmung nicht unkritisch ist….. Absolute Leseempfehlung!

Die Autorin
Elke Pistor wurde 1967 geboren, ist verheiratet, hat zwei Kinder, drei Katzen und zahllose rote Accessoires. Sie liebt gute Freude, gutes Essen und gute Bücher und hasst Fanatiker jeglicher Couleur, Intoleranz und Ungerechtigkeit. Andere mögen an ihr ihren rheinländischen Humor, ihre Loyalität, Zuverlässigkeit und Selbstironie. 2011 fand sich ihr Name auf der Short-List zum “NordMordAward”, 2014 erhielt sie das Töwerland-Stipendium. Im Jahr 2012 war sie Jurymitglied für den Friedrich-Glauser-Preis in der Sparte Debüt und 2013 Juryorganisation. Zudem wurde sie 2014 zum zweiten Mal in die Jury des Jacques-Berndorf-Preis (Eifel-Krimi-Förderpreis) berufen. 2014 wurde sie zur Sprecherin des Syndikats gewählt und leitet die Geschäftsstelle. Mehr über Elke Pistor finden Sie unter: www.elkepistor.de

10von10

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Verfasst von - 13/09/2014 in Bücher, Krimi, Rezension

 

Schlagwörter: Bücher, Buch, emons, historisch, Krimi, lesen, Rezension, Rezepte