[Rezension] Jodi Picoult – „Die Spuren meiner Mutter“

Die Spuren meiner Mutter von Jodi PicoultJodi Picoult ist die Autorin zahlreicher großartiger Bücher, darunter „Beim Leben meiner Schwester“ und „19 Minuten“. Mit „Die Spuren meiner Mutter“ ist nun ein neuer Roman erschienen, der sich getrost in diese Riege einreihen kann.

Alice Metcalf war eine passionierte Elefantenforscherin, die gemeinsam mit ihrem Ehemann Thomas ein Elefantenreservat in New Hampshire geleitet hat. Dort hat auch die nun 13-jährige Jenna Metcalf ihre ersten Lebensjahre verbracht. Ihre Familie bestand nicht nur aus ihren Eltern, sondern auch aus den Mitarbeitern des Reservats sowie den dort wohnenden Elefanten.

Doch eines Tages wurde diese große Familie brutal auseinander gerissen: eine Mitarbeiterin wurde tot aufgefunden und Alice wurde verletzt ins Krankenhaus gebracht, aus welchem sie plötzlich spurlos verschwand. Jahrelang wurde sie nicht einmal für vermisst gemeldet, blieb aber verschwunden und Jenna wuchs bei ihrer Großmutter auf. Jetzt möchte sich aber Jenna endlich auf die Spuren ihrer Mutter begeben und sie wiederfinden.

Es dürfte kein Geheimnis sein, dass Jodi Picoult mich vor Jahren mit „Beim Leben meiner Schwester“ erstmals begeistern konnte, das Buch bis heute die Leseempfehlung ist, die ich immer nenne, wenn ich nach einer gefragt werde und dass die Autorin eben seither ohne jegliche Zweifel zu meinen Lieblingsautoren zählt. Und obwohl mich bisher kein Picoult-Roman enttäuschen konnte, muss ich auch zugeben, dass ich noch mehrere ihrer Bücher ungelesen (ja, ungelesen) in den Regalen stehen habe. Wahrscheinlich möchte ich mir einfach unbewusst noch ein paar kostbare, unentdeckte Geschichten übrig lassen. Und ich habe die Bücher der Autorin in diversen Ausgaben hier stehen, in verschiedenen Sprachen – neben einer englischsprachigen Ausgabe liegen etliche deutsch- und polnischsprachige Bücher hier.

[Rezension] Jodi Picoult – „Die Spuren meiner Mutter“

„Die Spuren meiner Mutter“ wollte ich – wie eigentlich jedes neue Picoult-Buch – auch bereits im Original („Leaving Time“) lesen, doch als ich das wunderhübsche Buchcover der deutschen Ausgabe gesehen habe, entschied ich mich, darauf zu warten. Und diesmal wanderte das Buch nicht nur ungelesen ins Regal, ich habe es auch tatsächlich gelesen. Und – es wird keinen überraschen – ich fand es mal wieder absolut lesenswert.

Es überrascht mich ja tatsächlich jedes Mal aufs Neue wie großartig der Schreibstil von Picoult ist. Sie benutzt immer diverse Erzählperspektiven, die einen sehr umfassenden Einblick in die jeweilige Geschichte ermöglichen, ohne dass sie zu verwirrend wären. Und Picoult ist eine Meisterin der Recherche. So lernt man in dieser Geschichte unheimlich viel über Elefanten. Über ihre Verhaltensweisen, ihre Eigenheiten, Merkmale und so weiter. Das im Buch beschriebene Elefantenreservat und die Elefanten sind beispielsweise einem echten Reservat und echten Elefanten nachempfunden, so dass man als Leser tatsächlich auch sehr viel lernt und erfährt. Ich persönlich fand die Kapitel, die sich den Elefanten widmen, sogar fast schon am interessantesten. Und ich habe mich sogar ein bisschen in diese eindrucksvollen Tiere verliebt.

»Wenn man an jemanden denkt, den man geliebt und verloren hat, ist man schon bei ihm. Alles andere sind Kleinigkeiten.« – Seite 502

Zum Inhalt der Handlung selbst kann und möchte ich eigentlich fast gar nicht mehr schreiben – schließlich ist so ein umfassender Picoult-Roman eine kleine Entdeckungsreise, die man am besten ohne jegliche Erwartungen antretet. Als erfahrener Picoult-Leser wird man wahrscheinlich einige kleine Parallelen zu anderen Büchern der Autorin feststellen, aber das macht mir persönlich nie etwas aus, da es sich immer um Sachen handelt, die ich eben so an den Büchern schätze. Und ich muss gestehen, dass mich die Autorin auch immer noch überraschen kann, obwohl ich mittlerweile wissen müsste, dass solche Überraschungen in ihren Geschichten anstehen.

„Die Spuren meiner Mutter“ ist ein weiterer fesselnder, interessanter und eindrucksvoller Roman einer absoluten Lieblingsautorin und ich kann wirklich nicht mehr dazu sagen, außer, dass ich es bedingungslos jedem ans Herz legen kann.

5ballerinas

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Bibliografie:

ISBN: 978-3-570-10236-7 / Verlag: C. Bertelsmann / Übersetzung: Elfriede Peschel

Seiten: 512 / ET: 29.08.2016 / Originaltitel: „Leaving Time“



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