Rezension: Florence & The Machine – How Big, How Blue, How Beautiful (Island, 2015)

Florence & The Machine, die einflussstarke britische Indieband ist mit dem dritten Album “How Big, How Blue, How Beautiful” (Label: Island Records) zurück. Nach den abwechslungsreichen, emotionalen und eingängigen Alben “Lungs” und “Ceremonials” ist nun die Frage da: Wie gross, wie blau und wie schön ist denn das dritte Album?

Florence mit Apfel (Instagram: @ouhoh)

Hippie-Florence mit Apfel (Instagram: @ouhoh)

FIRST OF: Wieso heissen die eigentlich Florence & The Machine?
Es ist nie zu spät, um zu fragen:
Der erste Teil des Namens ist klar – der stammt von Rotschopf und Sängerin Florence Welch, die 2009 mit ihrem Album „Lungs“ die Indie-Welt so richtig aufgewühlt hat. So weit, so gut. Aber wer ist denn diese „Machine“? Zugegeben – ich dachte lange, dass das „Machine“ für alle Instrumente innerhalb der Band steht. Falsch gedacht! Das „Machine“ aus Florence & The Machine stammt von der Produzentin und Songschreiberin Isabella Summers. Sie hat bei den beiden Alben („Lungs“ und „Ceremonials“) mitgewirkt, -geschrieben, –produziert und -gespielt. Summers (mit Künstlernamen „The Machine“) spielt nämlich seit jeher das Keyboard bei Florence & The Machine. Auch beim dritten Album schrieb Summers frischfreudig mit: Von ihr stammen die Songs “How Big, How Blue, How Beautiful” und “Delilah”.

Florence Welch am Coachella Festival 2015 (Instagram: @ouhoh)

So viele Fränseli: Florence Welch am Coachella Festival 2015 (Instagram: @ouhoh)

ALBUM: “How Big, How Blue, How Beautiful”
„Ceremonials“, das Vorgängeralbum aus dem Jahr 2011 (Singles: “Shake It Out” / “Spectrum”)  war im Vergleich zum Erstling “Lungs” eher ätherisch-esotherisch angehaucht. Es spaltete die Florence-Fangemeinde in zwei Hälften: Die eine Hälfte fand die düstere, etwas introvertierte Florence gut – die andere Hälfte vermisste die Lockerheit des Debuts „Lungs“. Wer weiss: “How Big, How Blue, How Beautiful” führt die Fanbase vielleicht wieder zusammen. Denn… es hört sich ein wenig an wie die Symbiose der zwei Vorgängeralben: Die Leichtigkeit von “Lungs” trifft auf die Brachialität von “Ceremonials”.

Rezension: Florence & The Machine – How Big, How Blue, How Beautiful (Island, 2015)

“How Big How Blue How Beautiful” – das dritte Album von Florence & The Machine

I. HOW BIG?
Auf die Grösse kommt es eben doch an: Der Klang auf “How Big, How Blue, How Beautiful” ist exorbitant: Die Instrumentierung ist so reichhaltig wie ein (frisch gepresster) Multivitaminsaft: Streicher, Bläser und Drums dominieren und füllen alle vermeintlichen Pausen auf. Darüber sprudelt die bekannt mächtige Stimme von Florence Welch. Die Songs auf “How Big, How Blue, How Beautiful” sind keine Lieder für das kleine, stille Kämmerchen. Die Songs “Queen Of Peace” oder “Ship To Wreck” sind im grossen Ausmass Lieder, bei denen man mit der eigenen schiefen Stimme mitsingen möchte.

“To wreeeeeeck — to wreeeeeeeeeeEEEEEEECK”.

II. HOW BLUE?
Blau muss man nicht (zwingend) sein, um die Songs auf “How Big, How Blue, How Beautiful” zu mögen. Die Vorabsingles haben es bewiesen: Wuchtige, kurzweilige Hits überwiegen. Es ist allerdings nicht so, dass Florence & The Machine ausschliesslich auf weitschweifende, epische Lieder setzen: “Various Storms & Saints” ist die Antithese zu all den lauten Hits auf dem dritten Album. E-Gitarre und Streicher umspielen Florence Welch´s Stimme in diesem verwunschenen, feengleichen Lied. Auch “St. Jude” ist ebenso beklommen und feinherzig. Diese verschwiegenen, zarten Lieder erzeugen dieselbe Emotionalität wie die gross aufgefahrenen Stücke auf dem Album. Und die ruhigen Lieder sind es auch, die Melancholie am besten evozieren: A beautiful feeling of “feeling blue”.

III. HOW BEAUTIFUL?
Gemäss dem englischen Musikmagazin NME litt Florence Welch im letzten Jahr an einem “nervous Breakdown”. Wie es sich mit der Musik so verhält, ist “How Big How Blue How Beautiful” die einzig wahre Form der psychologischen Verarbeitung. Der Produzent des neuen Florence-Albums, Markus Dravs, verbot ihr übrigens, Songs über Wasser zu schreiben:

“You’re not allowed to write any more songs about water!” (Markus Dravs, Produzent)“But I did get one in there – ‘Ship To Wreck’ is about water, but it’s not so explicit!” (Florence Welch)

Schon diese Aussage ist beautiful in sich selbst. Denn so wie Florence nicht ohne Songs über Wasser existieren kann, so können wir nicht existieren ohne ihre Songs.
#cheesy

FLORENCE AUF TOUR?
SOUTHSIDE FESTIVAL – 19. JUNI 2015 <3"><3"><3


Tagged: 2015, Albumkritik, alternative, Florence and the Machine, Florence Welch, How Big How Blue How Beautiful, Indie, Isabella Summers, Island Records, Musik, NME, Rezension

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