Rezension - "Flavia de Luce - Mord ist kein Kinderspiel" (Band 2)


Der Autor
Alan Bradley wurde 1938 geboren und ist in Cobourg in der kanadischen Provinz Ontario aufgewachsen. Nach einer Karriere als Elektrotechniker, die schließlich in der Position des Direktors für Fernsehtechnik gipfelte, hat Alan Bradley sich 1994 aus dem aktiven Berufsleben zurückgezogen, um sich nur noch dem Schreiben zu widmen. »Mord im Gurkenbeet« ist sein erster Roman und der in England, USA und Kanada bereits viel umjubelte Auftakt zur Serie um die außergewöhnliche Detektivin Flavia de Luce. Alan Bradley lebt zusammen mit seiner Frau auf Malta.
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Gebundene Ausgabe: 350 Seiten
Verlag: Penhaligon Verlag (27. September 2010)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3764530294 / ISBN-13: 978-3764530297
Originaltitel: 
The Weed that strings the Hangman's Bag
Größe und/oder Gewicht: 21,8 x 14,4 x 3,4 cm

Die Geschichte...

Durch einen glücklichen Zufall kommt die berühmte "Porsons Puppenbühne" (bestehend aus Rupert Porson, seiner Gehilfin Nialla sowie verschiedenen Marionetten) in das beschauliche Dörfchen Bishop´s Lacey, wo sie am Samstag im örtlichen Gemeindesaal ihre Künste in zwei Vorstellungen zum Besten geben. Flavia freundet sich mit der rothaarigen Nialla an, darf dem Puppenspieler vor der Aufführung sogar helfen und ist erstaunt, wie eindrucksvoll Rupert Porson auf der Puppenbühne agiert. Alles läuft wunderbar und das Publikum ist von der Darbietung von "Jack und die Bohnenranke" begeistert, bis das Programm nicht mit dem toten Riesen in Puppenform, sondern mit einer Leiche endet. Was genau ist da geschehen? War es Mord? Flavia ermittelt zum 2. Mal auf eigene Faust...Meine Meinung:Nachdem ich bereits vom 1. Flavia de Luce-Band  ganz angetan war, musste ich natürlich auch die Fortsetzung haben. "Flavia de Luce-Mord ist kein Kinderspiel" heißt der 2. Band der unterhaltsamen Flavia de Luce-Buchreihe

Hauptperson dieser Buchreihe ist die 11-jährige Flavia Sabina de Luce, die sich trotz ihrer jungen Jahre der Chemie und insbesondere Giften verschrieben hat, die sie in ihrem eigenen Labor zusammenmischt. Wenn die neunmalkluge Flavia nicht gerade Gifte braut, ist sie mit ihrem Fahrrad Gladys unterwegs, das bereits ihrer verstorbenen Mutter gehört hat. Freunde hat sie keine, aber dafür gibt es ja die restliche Familie de Luce, die aus ihrem schwer verschuldeten Vater Colonel Haviland (einem leidenschaftlichen Briefmarkensammler) und zwei Schwestern (der 17-jährigen klavierspielenden Ophelia und der 13-jährigen bücherverschlingenden Daffy) besteht. Da ihre Mutter vor vielen Jahren verstorben ist, kümmert sich die äußerst neugierige Miss Mullet um den Haushalt von Buckshaw und der schrullige Dogger um alles, was sonst noch auf dem Anwesen anfällt. Neben Tante Felicity, die zu Besuch ist sowie den Mitgliedern der Puppenbühne, spielen einige kauzige Dorfbewohner des nahe gelegenen Dorfes Bishop´s Lacey  eine Rolle...Flavia ist vorwitzig, blitzgescheit und besitzt eine gute Beobachtungs- und Kombinationsgabe, was ihr bei ihren eigenmächtigen Ermittlungen zugutekommt. Hat mir die Protagonistin mit all ihren Macken im 1. Band noch sehr gut gefallen, ist dies hier nicht mehr der Fall. Flavia sowie die Nebencharaktere, von denen  man wenig Neues erfährt, bleiben leider seltsam blass und können nicht wirklich überzeugen.  Schade, denn ich hatte Flavia schon richtig ins Herz geschlossen.


Auch diese Geschichte trägt sich im Jahre 1950 im idyllischen Örtchen Bishop´s Lacey bzw. auf Buckshaw zu, was ja unter anderem den besonderen Reiz dieser Reihe ausmacht. Dadurch fühlt man sich wie in einem alten englischen Krimi. Diesmal haben mir die witzigen Tagebucheinträge von Flavia gefehlt, die den Vorgängerband gut aufgelockert haben. Und dann drängt sich mir die Frage auf, ob Flavia nicht zur Schule geht, denn davon ist nie die Rede...
Ich-Erzählerin Flavia mit ihrer Liebe zur Giftmischerei erzählt in ihrer schnoddrigen Art und mit schwarzem Humor über die Geschehnisse in  Bishop´s Lacey und berichtet allerlei Wissenswertes aus ihrem Fachgebiet. Es dauert allerdings ewig, bis die Geschichte von "Mord ist kein Kinderspiel" in Schwung kommt und bis sich endlich etwas tut. Außerdem säumen unzählige Längen & unnötige Szenarien diesen Kriminalroman, was den Lesefluss ordentlich bremst. Allerdings gibt es auch ein paar witzige Szenen und Zitate, wie z.B. folgendes:
Zitat Seite 47:Zyankali und Arsen - Ein, zwei Prisen - hast du nicht gesehn - Hinein in die Suppe!Zünde die Kerzen an, Ruf den Bestatter an - Flavias Rache trifft jeden, Der´s wagt, sich mit ihr anzulegen!
Auch der Schreibstil von Alan Bradley kann mich im 2. Band nicht wirklich begeistern und wartet mit so vielen ausführlichen Beschreibungen auf, dass die 350 Seiten nicht gewohnt flüssig zu lesen waren.  Schade, denn ich hatte mich auf eine wunderbare Fortsetzung gefreut.
FAZIT:
Zum 2. Mal macht sich die außergewöhnliche Protagonistin Flavia de Luce allein auf Mördersuche und lässt uns daran teilhaben. Leider konnte mich diese Geschichte nicht so wie der 1. Band "Mord im Gurkenbeet" überzeugen und wartet mit langatmigen Schilderungen auf. Für diesen Krimi mit typisch britischem Humor vergebe ich  2  (von 5) Punkte und bin trotzdem auf weitere Geschichten mit der vorlauten Giftmischerin gespannt.


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