Rezension | "Feuer und Flut" - Victoria Scott

Rezension

"Wenn Sie diese Nachricht hören, sind Sie eingeladen, als Kandidatin am Brimstone Bleed teilzunehmen. [...] Das Brimstone Bleed wird drei Monate dauern und in vier Ökosystemen stattfinden: Wüste, Meer, Berge, Dschungel. Der Gewinn wird das Mittel sein - ein Heilmittel für jede Krankheit für jeden Menschen. [...] Es kann nur einen Champion geben."

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Wenn mein Haar noch krisseliger wird, schneide ich es raspelkurz.

Tella ist mehr als unglücklich, denn ihre Familie ist von der Stadt aufs Land gezogen. Das junge Mädchen fühlt sich isoliert, vermisst ihre Stylingprodukte, ihre Freunde und moderne Kommunikationsmittel. Doch ihre Eltern glauben, dass sie und ihr sterbenskranker Bruder Cody in der Einöde besser aufgehoben seien. Als Tella eine Tages ein mysteriöses blaues Kästchen auf ihrem Bett findet, indem sich ein kleiner Ohrstöpsel versteckt, der Rot aufleuchtet, ahnt sie noch nicht, dass dies ihr Leben verändern wird. Eine Frau flüstert ihr durch das Gerät ins Ohr und erzählt ihr vom Brimstone Bleed - einem mörderischen Wettrennen. Wer es gewinnt bekommt ein einzigartiges Heilmittel geschenkt. Ein Heilmittel, mit dem Tella ihren Bruder retten könnte. Doch das Rennen ist gefährlich, seine Kandidaten müssen sich durch vier Etappen schlagen. Über hundert Mitstreiter, die alles nur eines wollen: Das Heilmittel und für dieses bereit sind alles zu tun. Auch zu töten.

Wird Tella es schaffen? Wird sie überleben? Und ihren Bruder retten können?

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Rezension

Victoria Scott hat mit "Feuer und Flut" einen durchaus beeindruckenden Auftakt, einer neuen Reihe hingelegt. Eine Reihe mit sehr viel Potenzial und Diskussionsstoff. Obwohl die Handlung leicht dystopische Züge aufweist, kann sie zeitlich durchaus in unserer Gegenwart verankert werden und ist trotzdem ganz anders.

Erzählt wird die Geschichte von Tella, einem 17-jährigen Mädchen, das ganz alltägliche Probleme hat, wie etwa ihr Aussehen und das Fehlen von nötigen Stylingprodukten. Denn ihre Eltern haben sie, zusammen mit ihrem sterbenskranken Bruder Cody in die Einöde verfrachtet - da es angeblich das Beste für ihn sei. Tella kann die Entscheidung nicht ganz nachvollziehen, zweifelt aber nicht an ihren Eltern - denn die Liebe zu ihrem Bruder ist einfach zu groß. Als sie dann jedoch die Einladung zum Brimstone Bleed bekommt, einem Wettrennen durch Wüste, Meer, Berge und Dschungel, denkt sie nicht lange nach und stellt sich der gefährlichsten Reise ihres Lebens. Tella ist ein Charakter, mit dem man am Anfang nicht allzu viel anfangen kann. Ständig macht sie sich darüber Gedanken wie sie aussieht und was sie durch ihren Umzug verpasst. Sie vermisst ihr altes Leben und dies kann man als Leser nicht immer ganz genau nachvollziehen, da ihr diese Wüsche in den eigentlich schwierigsten Sitationen in den Sinn kommen. Dadurch ist es oft schwer, die Distanz zu ihr zu überbrücken. Einzig ihre Hingabe und Liebe zu ihrem Bruder, lassen teilweise hinter Tellas Fassade blicken und rücken sie wieder in ein positives Licht. Die Reise durch die Seiten mit ihr, ist aus diesem Grund nicht immer einfach und bis zum letzten Kapitel weiß man nie so ganz, ob man sie als Protagonistin nun mag oder nicht.

Durchaus einfacher hat es hingegen ihr tierischer Begleiter Madox. Dem kleinen Fuchs Pandora gelingt es mit Leichtigkeit, das Leserherz zu erobern. Pandoras sind genetisch modifizierte Tiere. Jedem Kandidaten des Brimstone Bleed, wird eines dieser Tiere bereitgestellt. Die Tiere sollen ihren jeweiligen Kandidaten beschützen. Das Besondere an ihnen: Jeder hat einzigartige Fähigkeiten und unterscheidet sich von den anderen Pandoras. Diese Pandoras sind in meinen Augen das Beste an der Geschichte und helfen, das Werk aus der breiten Masse abzusondern. Sie lassen "Feuer und Flut" aus der Scharr von Dystopien hervorstechen und bezaubern durch ihren ganz eigenen und besonderen Charme. Sie werfen aber auch philosophische Fragen auf, wie etwa ob es richtig ist, genmanipulierte Tiere oder genmanipuliertes Leben zu erschaffen. Was dies für Folgen für die Menschen hat. Ob die Pandoras Gefühle haben und ob es in Ordnung ist sie einfach zu töten oder zu quälen.

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Die Idee ist spannend: Ein mörderischer und gefährlicher Wettlauf, durch vier Etappen. Kandidaten, die nicht nur um ihr eigenes Überleben kämpfen und von genetisch veränderbaren Tieren beschützt werden sollen, sondern zusätzlich das Leben eines von ihnen geliebten Menschen retten wollen und gar nicht so recht verstehen, was es mit dem Brimstone Bleed auf sich hat. Schlicht: Eine Geschichte, die vor Potenzial nur so tropft. Trotz allem schafft es Frau Scott leider nicht, dieses Potenzial voll auszuschöpfen. An vielen Stellen mag deshalb der Funke nicht ganz überspringen. Teilweise fehlt es den Kapiteln an Spannung. Die Autorin verschießt ihr ganzes Pulver eigentlich schon auf den ersten Buchseiten, weshalb ihr dann offensichtlich gegen Ende die Luft ausgeht. Man vermisst das gewisse Etwas und obwohl das Buch relativ schnell gelesen und die Geschichte begierig verfolgt wird, wird man das Gefühl nicht los, dass irgendetwas fehlt. Da kann auch die eigentlich schöne Liebesgeschichte nicht mehr viel rausholen. Schlussendlich bin ich mehr als zwiegespalten. Nicht nur was die Figuren angeht, sondern auch was ihre Handlung betrifft.

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"Feuer und Flut" ist ein solider Auftakt, einer mit Potenzial geladenen Reihe. Dabei weiß Frau Scott leider nicht an allen Stellen dieses Potenzial voll auszuschöpfen. So treibt einen besonders die Suche nach Antworten durch dieses spektakuläre Rennen. Ein besonderes Highlight stellen hier vor allem die Pandoras dar, die nicht nur an Pokémon oder Digimon aus Kindertagen erinnern, sondern die zugleich Sympathieträger sind und den Wunsch im Leser wecken, selbst so ein Tier an seiner Seite zu haben. Das Buch weckt definitiv nicht das höchste der Gefühle, reißt einen aber soweit ins Geschehen, dass man das zweite Werk imaginär schon in seinen Warenkorb legt.

hat viel Potenzial verschenkt, ideenreich, interessant

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