Rezension: Es duftet nach Sommer von Huntley Fitzpatrick

Von Marciafliegt @Marciafliegt




  • Gebundene Ausgabe: 480 Seiten
  • Verlag: cbj (29. April 2014)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3570157504
  • ISBN-13: 978-3570157503
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 12 Jahren
  • Originaltitel: What I thought was true


Die 17-jährige Gwen kann es nicht fassen: Ausgerechnet der größte Fehler ihres Lebens, Cassidy Somers, lässt sich dazu herab, den Sommer über auf ihrer Heimatinsel als Gärtner zu jobben. Anders als Gwen, die befürchtet, sich wie ihre Eltern mit miesen Jobs durch Leben schlagen zu müssen, ist er einer der reichen Kids vom Festland. Doch Gwen träumt davon, dem allen zu entfliehen. Nur was würde das für ihr Leben bedeuten? Gwen verbringt einen berauschenden Sommer auf der Suche nach Antworten darauf, was ihr wirklich wichtig ist, an ihrem Zuhause, den Menschen, die sie liebt und schließlich an sich selbst. Und an Cassidy, der sie in einen verwirrenden Gefühlstaumel zwischen magnetischer Anziehungskraft und köstlicher Unsicherheit stürzt.

Nichts kann mir die Stimmung so sehr vermiesen wie eine Wagenladung Jungs.

Ich habe "Mein Sommer nebenan" von Huntley Fitzpatrick verschlungen. Ich habe es so sehr genossen, dass die Geschichte so gefühlvoll war und, dass sie wirklich das Gefühl von Sommer mit sich gebracht hat. Deswegen war für mich ganz klar, dass ich "Es duftet nach Sommer" auch unbedingt lesen muss. Ich habe erwartet, dass es sich hier bei um eine sehr gefühlvolle, romantische und dramatische Geschichte handelt, die den Geschmack von Sommer hinterlässt und den Leser glücklich stimmt. Ich habe erwartet, dass diese Geschichte genau nach meinem Geschmack ist und ich sie in kürzester Zeit durchgelesen habe. Ich habe mit liebenswerten und sympathischen Charakteren, die mir sehr schnell ans Herz wachsen und mit einem angenehmen und gefühlvollen Schreibstil gerechnet. Ich habe erwartet, dass ich das Buch lieben werde und das Gefühl habe es immer wieder lesen zu könnnen.

Die Geschichte Ich hatte an diese Geschichte wirklich sehr hohe Erwartungen und war sehr gespannt, ob sie so gut ist wie die aus "Mein Sommer nebenan", denn die war meiner Meinung perfekt. Ich habe das Buch abends angefangen zu lesen und war am nächsten Tag mittags damit fertig. Ich konnte es irgendwie nicht mehr aus der Hand legen. Ich war am meisten darauf gespannt, ob die Autorin dieses lockere und schöne Sommergefühl dem Leser vermitteln kann, da ich das in ihrem Debutroman schon erlebt habe. Ich wollte mich fühlen als würde ich selbst irgendwo am Meer leben und jeden Tag zum Strand gehen. Ich habe erwartet, dass dieses eine leichte Geschichte ist, die aber trotzdem durch die Dramatik Tiefgang besitzt. Bevor ich euch aber verrate, ob die Geschichte meine wirklich hohen Erwartungen erfüllen konnte, würde ich euch gerne den Inhalt in eigenen Worten ein bisschen näher bringen. Die Geschichte handelt von Gwen, die schon ewig zusammen mit ihrer Familie auf einer Insel vor der Küste Neuenglands lebt. Ihr Leben könnte schlichtweg paradiesisch sein, aber das ist es nicht, denn ihre Familie hat sehr wenig Geld. Ihre Mutter arbeitet als Putzfrau und ihr Vater besitzt einen Imbissstand. Ihre Eltern müssen wirklich jeden Cent zusammenkratzen, denn Gwens Bruder Emory ist krank. Niemand weiß so genau was er hat. Auf jeden Fall ist er anders als achtjährige Kinder. Die ganzen Arzttermine schlucken fast die ganzen Einnahmen der Familie. Deswegen arbeitet Gwen jeden Sommer und auch ihr Cousin Nico hat einen Job. Jeder hilft nur wo er kann und versucht die Familie über die Runden zu bringen. Dieses Jahr arbeitet Gwen endlich mal nicht bei ihrem Vater in der Imbissbude, denn sie hat einen gutbezahlten Job bei einer älteren Dame bekommen, um die sie sich kümmern soll, weil sie sich den Fuß verstaucht hat und deswegen nicht mehr so gut zu Fuß ist. Gwen denkt, dass dies ein entspannter Sommer wird, doch dann steht sie auf einmal Cassidy Somers gegenüber, dem Jungen, den sie am liebsten ganz aus ihrem Leben verbannen würde, weil er sie sehr verletzt hat. Gwen und er hatten nämlich einen verhängnisvollen One-Night-Stand, der Gwen letztendlich das Herz gebrochen hat. Cass arbeitet den ganzen Sommer als Gärtner auf der Insel und das obwohl er eins der reichen Kids vom Festland ist. Gwen kann ihm also nicht aus dem Weg gehen. Sie verspürt das dringende Gefühl von der Insel zu fliehen und alles hinter sich zu lassen: Das harte Familienleben, die viel zu hohe Verantwortung für ihren kleinen Bruder und allem voran Cassidy Somers. Doch es scheint als würde Cass immer mehr ihre Nähe rufen und Gwein fällt in einen Gefühlstaumel, der sie vollkommen verwirrt. Ich habe es so sehr genossen diese Geschichte zu lesen. Sie hat mich zum Lachen und zum Weinen gebracht. Sie hat mich richtig fühlen lassen und die Gefühle der Charaktere transportiert. Sie war die ganze Zeit über spannend und fesselnd. Sie hat mich auch nach dem Beenden nicht mehr losgelassen. Aber vor allem war sie nicht vorhersehbar. Ich war wirklich überrascht wie viele Wendungen diese Geschichte für den Leser bereithält. Anfangs war ich mir hundertprozentig sicher, dass ich weiß wie sie enden wird, doch dann wurde ich eines Besseren belehrt. Diese Geschichte hat so viel romantisches und gleichzeitig erschreckend ernstes. Eine Geschichte über die erste Liebe mit mehr Tiefgang, als man für möglich gehalten hat. Ich hätte niemals erwartet, dass sie so emotional und dramatisch wird. Ich bin von dieser Geschichte einfach nur begeistert und kann sagen, dass sie anders ist als man denkt und das auf eine sehr positive Art und Weise. Sie ist romantisch, aber nicht kitschig. Sie ist dramatisch, aber nicht übertrieben. Diese Geschichte duftet wirklich nach Sommer, denn sie transportiert dieses Sommergefühl der Charaktere perfekt. Ich habe selten eine so überraschende und grandiose Geschichte gelesen. Ich kann wirklich nur über sie schwärmen. Dies ist eine Geschichte, die gelesen werden muss.
Die Charaktere Ich habe selten Charaktere kennen lernen dürfen, die so wenig perfekt waren wie die in diesem Buch. Diese Charaktere sind nicht perfekt, aber menschlich. Ich finde gerade das hat sie so liebenswert für mich gemacht. Das sind Charaktere, die realistisch und authentisch wirken. Ich war wirklich überrascht, dass selbst die Protagonistin noch nicht mal annähernd perfekt ist. Diese Charaktere sind einfach anders, passen damit aber super zu der Geschichte, weil diese es auch ist. Ich habe sie alle in mein Herz geschlossen und weiß gar nicht so genau wen ich am liebsten mag. Sie sind alle auf ihre ganz eigene Art und Weise perfekt und dann doch wieder nicht. Sie sind alle sehr liebevoll ausgearbeitet und man merkt beim Lesen wirklich wie viel Mühe sich die Autorin mit ihnen gegeben hat. Ich kann mir keine besseren Charaktere für diese wundervolle Geschichte vorstellen. Gwen (Guinevere) ist die Protagonistin der Geschichte. Sie lebt ihr ganzes Leben schon auf einer wunderschönen Insel vor der Küste Neuenglands. Sie lebt dort wo alle anderen Urlaub machen und doch ist ihr Leben nie Urlaub, denn Gwen führt kein einfaches Leben. Ihre Familie hat sehr wenig Geld und muss immer darauf achten, dass sie über die Runden kommt. Deswegen hilft Gwen oft im Imbiss ihres Vaters. Von ihrem Gehalt gibt sie mehr als die Hälfte an ihre Mutter ab, damit das Geld überhaupt reicht. Gwen hat im Leben lernen müssen, dass es reiche und arme Leute gibt und, dass die armen Leute immer die härtesten Jobs haben. Gwen möchte nicht so ein Leben wie ihre Eltern führen. Sie würde am liebsten die Insel verlassen und aufs College gehen, etwas vernünftiges lernen und einen gutbezahlten Beruf bekommen, aber Gwen hat nun mal sehr viel Verpflichtungen und kann ihre Familie nicht einfach im Stich lassen. Sie kümmert sich nämlich um ihren 8-jährigen Bruder, der ein bisschen anders ist als andere Kinder. Man könnte sagen er ist verhaltensauffällig und braucht deswegen sehr viel Aufmerksamkeit und muss sehr häufig zum Arzt. Gwen kümmert sich liebevoll um ihren Bruder und übernimmt für ihn eigentlich die Mutterrolle, weil ihre Mutter den ganzen Tag als Putzfrau arbeitet, um überhaupt irgendwie an Geld zu kommen. In Gwens Leben gibt es einen Menschen, den sie am liebsten nie wieder sehen möchte: Cassidy Somers. Der Junge, der ihr nach einem verhängnisvollen One-Night-Stand das Herz gebrochen hat. Gwen würde ihm am liebsten nur noch aus dem Weg gehen und redet sich ein, dass sie ihn hasst. Doch dann steht Cass auf einmal vor ihr, denn er arbeitet diesen Sommer auf der Insel und Gwen ist sich auf einmal doch gar nicht mehr so sicher, ob sie ihn wirklich hasst.  Ich fand Gwen vom ersten Augenblick sehr interessant, weil sie nicht die typische Romanfigur ist. Sie ist nicht eins der Mädchen, die noch nie Sex hatten und auch nur Sex haben werden mit einem Jungen, in den sie wirklich verliebt sind. Gwen ist in der Hinsicht wirklich anders. Sie hatte schon öfter Sex mit Jungs, aber das meistens ohne, dass es ihr etwas bedeutet hat. Doch dann war da dieses eine Mal, bei dem sie wirklich etwas empfunden hat und dann wurde ihr das Herz gebrochen. Ich konnte mich wirklich sehr gut mit ihr identifizieren, weil sie so viel Verantwortung für ihren kleinen Bruder übernimmt und alles irgendwie zusammenhält. Sie ist eine starke Persönlichkeit, die sehr viele Träume hat, die sie ihrer Meinung nach nie in die Realität umsetzen kann. Ich mochte sie sehr gerne und das obwohl sie alles andere als perfekt ist. Für mich passt sie auf jeden Fall in diese etwas andere Geschichte rein. Cass (Cassidy) ist eins der reichen Kids vom Festland, denen das Geld von ihren Eltern eigentlich nur so hinterher geschmissen wird. Cass wurde von der teuren Privatschule geschmissen, auf die schon seine ganze Familie gegangen ist. Damit sein Sohn mal zur Vernunft kommt, kam sein Vater auf die grandiose Idee, dass Cass es mal kennen lernen sollte wie es ist für sein Geld arbeiten zu müssen. Deswegen besorgt ihm sein Vater einen Job als Gärtner auf der Insel, wo auch Gwen lebt. Cass arbeitet hart und läuft dabei immer öfter dem Mädchen über dem Weg, dem er so sehr weggetan hat. Auch Cass mochte ich sehr gerne, denn er ist nicht perfekt, aber auf seine ganze eigene Art und Weise irgendwie wieder schon. Ich habe ihn echt in mein Herz geschlossen, auch wenn er ganz schön Mist gebaut hat. Er ist ein liebenswerter Charakter, den man mögen muss.
Der Schreibstil Ich fand, dass der Schreibstil sehr angenehm zu lesen war. Ich habe sehr gerne mit Gwen gelacht und geweint und das lag vor allem an dem wundervollen Schreibstil, der so viele Gefühle transportiert, dass jeder, der dabei nichts fühlt, wohl schon lange nichts mehr fühlt. Die Geschichte wird aus der personalen Ich-Perspektive von Gwen erzählt was meiner Meinung nach die perfekte Wahl war, weil Gwen lustig ist und gleichzeitig sehr sarkastisch sein kann was ich wirklich sehr genossen habe. Die Seiten sind dank des Schreibstils nur so an mir vorbei geflogen und ich hatte das Buch innerhalb kürzester Zeit durch. Der Schreibstil hat mich gefesselt und mich berührt. Was will man bitte mehr ?! Ich finde, dass die Autorin eigentlich keinen außergewöhnlichen Schreibstil hat, es aber trotzdem schafft den Leser mit ihren Worten vollkommen zu begeistern. Einfach ein wundervoller Schreibstil.
Der Titel Ich finde, dass der Titel perfekt gewählt wurde, denn dieses Buch duftet wirklich nach Sommer. Es duftet nach Meer, Strand, warmen Sommernächten und Sommerregen. Aber vor allem duftet es nach ganz viel Liebe und Romantik. Ich kann mir für die Geschichte keinen besseren Titel vorstellen. Da ist der Titel Programm. Ich finde es wirklich sehr schön, dass man hier schon beim Titel weiß, dass es sich um eine absolute Sommerlektüre handelt, die am besten draußen im Garten oder am Strand gelesen werden sollte. Ich finde auch den Originaltitel sehr schön und passend. Bei dem gefällt mir sehr gut, dass er noch ein bisschen spezifischer auf die Geschichte selbst eingeht. 
Das Cover Ich finde dieses Cover echt schön. Es passt sehr gut zu "Mein Sommer nebenan" und passt auch sehr gut zu der Geschichte. Ich finde es sehr gut, dass die beiden im Garten liegen, da Cass nun mal der Gartenboy ist und sich um die ganzen Gärten auf der Insel kümmert. Trotzdem muss ich sagen, dass ich das Originalcover viel, viel schöner finde. Es ist noch viel romantischer und irgendwie viel mehr mädchen (ja das Wort kann man als Adjektiv benutzen *lach*). Ich werde mir das Buch auch noch auf Englisch kaufen, damit ich dieses wunderschöne Cover jedem zeigen kann *lach*. So sind sie die Bookaholics. Ich kann aber auch am deutschen Cover überhaupt nicht meckern. Ich finde halt das englische einfach noch ein bisschen schöner.

"Es duftet nach Sommer" von Huntley Fitzpatrick erzählt eine Geschichte über eine etwas andere aber wunderschöne erste Liebe, mit mehr Tiefgang als man jemals erwartet hätte. Die Geschichte transportiert Gefühle und ist überraschend anders. Sie enthält Wendungen, die verhindern, dass sie auch nur ein bisschen vorhersehbar ist. Diese Geschichte hat mich zum Weinen und zum Lachen gebracht. Dies ist eine Geschichte, die gelesen werden muss.Die Charaktere sind nicht perfekt und das müssen sie auch gar nicht sein, denn sie sind trotzdem liebenswert und dabei noch völlig realistisch und authentisch. Sie wachsen dem Leser ans Herz und man wird sie lange Zeit nicht vergessen. Der Schreibstil ist sehr angenehm zu lesen und fesselt den Leser mit Witz, tiefen Gefühlen und Spannung. Die Wahl des Titels ist meiner Meinung nach perfekt getroffen worden, da diese Geschichte den Duft von Sommer praktisch versprüht. Man erwischt sich beim Lesen oft genug dabei, dass man sich vorstellt, dass man selbst am Strand in der Sonne liegt oder im Meer schwimmt. Das Cover ist schön und passt hervorragend zu "Mein Sommer nebenan". Ich persönlich finde allerdings das Originalcover noch schöner. Ich finde an diesem wundervollen Buch keine Kritikpunkte und möchte es euch ans Herz legen. Ich kann mir wirklich nicht vorstellen, dass auch nur ein Leser dieses Buch nicht mag.


Vielen herzlichen Dank an den cbj Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares von diesem wundervollen Buch :)