Rezension: Die letzten Tage des Jack Sparks - Jason Arnopp

Rezension: Die letzten Tage des Jack Sparks - Jason Arnopp

© Knaur Verlag

Die letzten Tage des Jack Sparks| Jason Arnopp |

Verlag: Knaur Verlag 2019

Seiten: 400 ISBN: 9783426226810

MEINE BEWERTUNG 

-Moderner Horror-RomanGibt es das Übernatürliche? Nein? Jack Sparks ist ebenfalls dieser Meinung. Bis er sich auf seinen letzten Horror-Trip begibt. 
"Die letzten Tage des Jack Sparks" ist Jason Arnopps Debüt, und ein zeitgemäßer Horror-Roman, der die Moderne mit althergebrachten Facetten des Genres vereint.

Prinzipiell geht es darum, dass Jack Sparks nicht an Geister glaubt. Er lehnt grundsätzlich alles ab, was ans Übernatürliche denken lässt. Egal, ob es Geistererscheinungen, Rituale oder Religionen sind - laut ihm gibt es das alles nicht. Er widmet sein nächstes Buch diesem Thema, weil er zeigen will, wie leichtgläubig Menschen sind.

Nun macht er sich als Journalist und Autor auf die Reise, um dem Übersinnlichen zu begegnen beziehungsweise, um es zu widerlegen. Denn Jack Sparks weiß genau, dass es sich nur um Täuschungen handelt.

Der Titel allein verrät schon, wie diese Reise enden wird. Daher überrascht es kaum, dass Jack Sparks Bruder Alistair diese letzten Tage in diesem Werk zusammenfasst. Dabei verwendet er Jacks Rohfassung, die Schilderung der Ereignisse, bedient sich an Mails, Transkripten und diversen Nachrichten von Jacks Online-Präsenz.

Jack Sparks ist ein arroganter, unsympathischer Typ im Höhenrausch. Seine bisherigen Werke waren allesamt erfolgreich, er sonnt sich im Ruhm und genießt seine Fan-Scharen. Mit seinem oberflächlichem, schroffe Gehabe weiß er nur zugut, dass er Grenzen übertritt. Es kümmert ihn einfach nicht.

Jack macht sich nun an die Arbeit und zur Recherche auf. Sein erster Halt führt ihn nach Italien, wo er einem Exorzismus beiwohnen darf. Es haut alle Anwesenden aus den Socken als der bekannte Journalist einen Lachanfall während des Rituals kriegt - und damit den Exorzismus kippt. Gleich im Anschluss taucht ein mysteriöses Video auf YouTube! auf. Und langsam kriegt es sogar Jack mit ein klein wenig Angst zutun …

„Die letzten Tage des Jack Sparks“ beginnt sehr mysteriös. Schon zu Beginn weiß man, dass Jack gestorben ist. Sein Bruder Alistair bemüht sich, die Ereignisse in diesem Werk zusammenzufassen. Diese Tatsache allein beschwört beim Lesen ein Gefühl von Anspannung und  Neugierde herauf. Außerdem ist es fesselnd, das Geschehen aus erster Hand zu erfahren.

Denn durch Jacks Rohfassung wohnt man der Handlung mit einem Live-Charakter bei. Für mich ähnelt es einem geschriebenen Stil des „Blair Witch Projects“, weil es sich echt und wahr anfühlt. 

Die Handlung selbst ist schon sehr durchtrieben und genial konstruiert. Man fiebert mit Jack, lässt sich von ihm verwirren, runzelt die Stirn, wenn man Alistairs Anmerkungen liest, und fühlt eine Bedrohung, die über die Seiten fließt. 

Bemerkenswert sind all die Elemente und Facetten, die Arnopp gekonnt einbringt. Einerseits sind da all diese bekannten Aspekte, die man aus Horror-Klassikern kennt: Der Exorzismus, die Kirche, die Dämonen, Wahnvorstellungen, Blut und Angst. Andererseits hat er digitale Kommunikationsmedien und den aktuellen Zeitgeist eingebaut, die diesem Horror-Roman einen höchst modernen Anstrich verleihen.

Während des Lesens habe ich mich oft gefragt, was Jack passiert und wie man das Ende erfahren wird, weil er es selbst - aus bekannten Grund - nicht erzählen kann. Mit diesem Schluss hat Jason Arnopp einen Meisterstreich hingelegt, mich verblüfft und dem klassischen Horror alle Ehre gemacht!

Meiner Meinung nach hat Jason Arnopp mit „Die letzten Tage des Jack Sparks“ einen modernen, fesselnden und lesenswerten Horror-Roman hingelegt. Ich hoffe sehr, dass es der erste von vielen ist! 

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Ich bedanke mich beim Verlag für das Rezensionsexemplar.

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