[Rezension] Die Elite von Kiera Cass (The Selection #2)

Von Sheerisan @Sheerisan85
Die Elite
by Kiera Cass
Series: The Selection #2
Published by Sauerländer Verlag
on February 20th 2014
Genres: Dystopie, Romance, YA-Book
Pages: 368
Format: Hardcover
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Von den 35 Mädchen, die um die Gunst von Prinz Maxon und die Krone von Illeá kämpfen, sind mittlerweile nur noch 6 übrig. America ist eine von ihnen, und sie ist hin- und hergerissen: Gehört ihr Herz nicht immer noch ihrer großen Liebe Aspen? Aber warum hat sich dann der charmante, gefühlvolle Prinz hineingeschlichen? America muss die schwerste Entscheidung ihres Lebens treffen. Doch dann kommt es zu einem schrecklichen Vorfall, der alles ändert.

Der zweite Band ist bei mir gleich nach Erscheinen ins Regal gewandert, weil es mich wahnsinnig interessiert hat, wie es nun endlich weiter geht mit America, Maxon und Aspen. Wird sie sich endlich entscheiden können?

Der Einstieg in den zweiten Band war trotz des  kleinen Zeitsprungs zum ersten Band wirklich schön fließend. Da ich den ersten Band vor einem Jahr gelesen hatte, war es für mich sehr angenehm, dass uns America am Anfang die Geschehnisse aus dem ersten Band noch einmal kurz zusammen fässt. Auch wenn es sich hier um eine Wiederholung handelt, heiße ich solche Zusammenfassungen für sehr willkommen, denn ich als Leser kann mir auch nicht immer alles merken. 

Neben dem üblichen Leben im Palast wird wird im zweiten Band mehr auf die Gefühle und die innere Welt von America eingegangen. Kiera Cass wird hier deutlicher in der Darstellung von Gefühlen und schafft es ihren Charakter etwas mehr tiefe zu vermitteln. Nach und nach verändert sich America in der Geschichte. Durch gegebene Umstände wird aus der doch recht weltfremden Americas eine junge Frau mit einer eigenen Meinung.

Im ersten Band hatte ich etwas bemängelt, dass mir die politischen und gesellschaftlichen Hintergründe fehlten. Zwar wussten wir alle nach einiger Zeit, dass die Bewohner von Ileá in Kasten leben und zwei verschiedene Rebellengruppen existieren, aber mehr wurde auf diesen Aspekt damals nicht eingegangen. Dies ändert sich im zweiten Band ein bisschen, den America findet in der Bibliothek ein Tagebuch, was ihre Ansicht auf die aktuelle Lage im Land verändert

Desweiteren gibt es auch im zweiten Band wieder Angriffe der Rebellentruppen, die im zweiten Band ein bisschen mehr Platz einnehmen als noch im ersten Band. Außerdem wird klar, das sich Ilea in anderen Teilen der Welt im Krieg befindet und auch das Rechtssystem wird etwas mehr behandelt. All diese kleinen Dinge lenken ein wenig von der Liebesbezihung und dem ewigen Geplänkel der Kandidatinnen ab.

Was Kiera Cass in diesem Buch sehr gut schafft ist die die Unsicherheit von America darzustellen. Das kann man jetzt natürlich ausleben wie man möchte. Es könnte zum einen ein Kritikpunkt sein, dass sie sich nicht entscheiden kann welchen Mann sie denn nun haben möchte. Meiner Ansicht nach waren mir die Zweifel von America auf manchen Seiten einfach zu viel. Dennoch hat es mir im Großen und Ganzen doch recht gut gefallen, wie sie sich von einer unsicheren Frau zu einer mutigen Frau entwickelt hat, die , sollte sie mal Prinzessin werden etwas bewegen und ändern möchte.

Was die Dreiecksbezihung anbelangt, so war sie mir an einigen Stellen wirklich zu viel des Guten. Einige Rezensionen hatten ja ihren lieben Sapß damit dieses Buch wieder einmal zu zerreißen. Das finde ich ehrlich gesagt nicht gerade nett, denn wer den ersten Band auf Grund der Dreiecksbeziehung nicht leiden konnte, der sollte davon ausgehen, dass es sich im zweiten Band nicht ändern wird. Immerhin ist dies eines der Hauptpunkte in diesem Buch. Klar geht es immer wieder um Maxon oder Aspen, Aspen oder Maxon und zum Ende hin habe ich mir auch wirklich gewünscht, dass es endlich endet, denn in meinen Augen ist America den beiden jungen Männern nicht ehrlich gegen über. Immer nimmt sie sich den Mann, der gerade in ihre Situation passt. Ganz nach dem Motto sieh hat alles und die Beiden gehen leer aus. Daher hoffe ich, dass Kiera Cass dieses Beziehungsdrama im letzten Band so schnell wie möglich beendet. 

Was dem Buch in meinen Augen auch wieder sehr zu Gute kam war der angenehme und recht einfache Schreibstil. Die Seiten fliegen nur so an einem vorbei und selbst an recht klebrigen Stellen in der Geschichte kommt man ohne große Probleme schnell vorbei.

Während die Welt in The Selection nur kurz umrandet wurde, hatte ich gehofft hier ein bisschen mehr zu erfahren. Leider wurden meine Erwartungen jedoch nicht erfüllt. Zwar wurde die Welt etwas mehr beschrieben und wir haben auch mehr mehr über den Aufbau der Welt in der America lebt erfahren, aber um zu sagen, dass Kiera Cass hier ihre wunderbare eigene und neue Welt erschaffen hat wäre zu viel. Die Situation mit den Kasten kennen wir immer noch aus China und auch sonst kommt uns vieles zu bekannt vor. Aber wie sich auch im zweiten Band zeigt dient der dystopische Aspekt nur als Hintergrund für die Geschichte.

  

Die Elite ist die spannende Fortsetzung der Dystopie (wenn man dieses Buch denn als solche sehen möchte) The Selection. Dabei ändert Kiera Cass nichts an ihrem System, was für die einen wunderbar funktioniert hat und für die anderen ein Greuel war. Mich konnte der zweite Band jedenfalls trotz einiger Schwächen wieder sehr gut unterhalten. Wer diese Schwächen kennt und sie nicht sonderlich ins Gewicht fallen lässt, der wird auch mit Die Elite wieder ihre Freude haben, denn das Leben und das Casting am Hof von Ileá gehen weiter. 

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