[Rezension] Die Bestimmung

Von Dasglueckskind


Einband: Gebunden
Seiten: 480
Verlag: cbt Verlag
Veröffentlicht: 19. März 2012
ISBN-10: 3570161315
Preis: € 17,99(D)




Altruan – die Selbstlosen. Candor – die Freimütigen. Ken – die Wissenden. Amite – die Friedfertigen. Und schließlich Ferox – die Furchtlosen …
Fünf Fraktionen, fünf völlig verschiedene Lebensformen sind es, zwischen denen Beatrice, wie alle Sechzehnjährigen ihrer Welt, wählen muss. Ihre Entscheidung wird ihr gesamtes künftiges Leben bestimmen, denn die Fraktion, der sie sich anschließt, gilt fortan als ihre Familie.
Doch der Eignungstest, der über Beatrices innere Bestimmung Auskunft geben soll, zeigt kein eindeutiges Ergebnis. Sie ist eine Unbestimmte, sie trägt mehrere widerstreitende Begabungen in sich. Damit gilt sie als Gefahr für die Gemeinschaft.
Beatrice entscheidet sich, ihre bisherige Fraktion, die Altruan, zu verlassen, und schließt sich den wagemutigen Ferox an. Dort aber gerät sie ins Zentrum eines Konflikts, der nicht nur ihr Leben, sondern auch das all derer, die sie liebt, bedroht…

Veronica Roth lebt in Chicago und studierte an der dortigen Northwestern University Creative Writing. Im Alter von nur 20 Jahren schrieb sie während ihres Studiums den Roman, der später "Die Bestimmung" wurde, und mit dem sie in den USA auf Anhieb die Bestsellerlisten stürmte.

Auf den ersten Blick erinnert das Cover durch den in Falmmen stehenden Ring, an das Filmbuch-Cover von Die Tribute von Panem. Das macht das Cover zwar nicht schlechter, aber trotzdem bleibt ein fahler Nachgeschmack mit der Note "geklaut".Der Rest des Covers besteht aus einer Skyline einer Stadt und einem mit dunklen, dicken Wolken behangenen Himmerl.Sowohl der Titel als auch der Feuerring sind ertastbar.

Die 16jährige Beatrice muss sich entscheiden.Für eine Fraktion, der sie den Rest ihres Lebens angehören möchte. Doch bei dem ihr helfen sollenden Eignungstest, kommt kein eindeutiges Ergebniss heraus.Beatrice ist eine Unbestimmte.Sie gehört weder zu den Amite, zu den Ken, zu den Candor, zu den Amite noch zu den Ferox.Doch Unbestimmte Menschen leben gefährlich...
Seit seinem Erscheinen wurde dieses Buch gerade in der Blogger-Szene gehypt und gelobt wie selten ein Debüt.. Man hat fast ausschließlich positives gelesen, was mich neugierig gemacht hat. Es wurden sogar Vergleiche mit der Trilogie rund um Catniss und Peeta, Die Tribute von Panemgezogen. Zumindest inhaltlich kann ich das allerdings nicht bestätigen.
Das Buch beginnt für eine Dystopie sehr seicht. Der Leser erfährt viel über das Leben von Beatrice und die Welt in der sie lebt. Es werden einem die einzelnen Fraktionen näher gebracht und erläutert in der die Menschheit unterteilt ist. Das Buch wirkt von Anfang an sehr gut stukturiert und man hat den Eindruck, dass Frau Roth sehr viel Wert darauf legte, dem Leser die Hintergründe der Fraktionen näher zu bringen. Für mich ein Pluspunkt, weil ich genau das in den meisten Dystopien stark vermisse.
Der Schreibstil ist sehr einfach gestrickt und man kann es schnell weg lesen. Er ist sehr angenehm und der Geschichte angepasst. Lediglich die Gewalt im Buch hat mich etwas erschrocken. Hier hätte sich die Autorin bei den Erläuterungen etwas zurückhaltender verhalten können. Auch die Menge an Gewalt- und Kampfszenen im Buch sind nicht zu verachten. Für ein Buch mit einer Altersfreigabe von 14 Jahren, empfand ich einige Szenen zu detailreich beschrieben. Ob man das aber wirklich der Autorin ankreiden darf ist fraglich. Denn die Szenen sind interessant und sehr realistisch beschrieben, was für den Schreibstil von Frau Roth spricht. Vielleicht sollte sich an dieser Stelle der Verlag angesprochen fühlen, und evtl. über eine Altersfreigabe ab 16 nachdenken.
Was ich aber leider defintiv der Autorin anlasten muss, sind die Ausarbeitungen der einzelnen Charaktere. Gerade Beatrice als Protagonistin war mir bis zur Hälfte des Buches etwas zu blass. Ich konnte mich nur mit Mühe in sie hineinversetzen. Sicherlich hätten ein paar Emotionen und Gefühle geholfen, dem Leser die Protagonistin näher zu bringen und sie menschlicher und sympatischer wirken zu lassen.
Ab der Hälfte des Buches hatte ich plötzlich den Eindruck, dass irgendetwas anders wurde. Beatrice nahm plötzlich eine Wandlung vor und ihr Charakter entwickelte sich. Die zu Anfang noch fehlende Tiefe war auf einmal da und Beatrice überraschte mit Gefühlen die nachvollziehbar waren. Sie wurde zu einem Charakter der nicht nur greifbar sondern auch realitätsnah ist.
Aber nicht nur die Charaktere entwickelten sich, auch die Geschichte nahm an fahrt an. Eine überraschende Wendung brachte den erhofften Spannungsbogen mit ganzer Wucht. Die Geschichte hat mich endlich packen können und ab da an konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Es ist ein wahrer Pageturner mit einigen fiesen Cliffhangern bei den Kapitel-Enden.

Der Auftakt einer dystopischen Trilogie, der Anfangs mit blassen Charakteren aufläuft und als Pageturner endet. Ein Buch dessen Charaktere sich mit der Geschichte weiterentwickeln und einem Ende, dass einen neugierig zurück lässt. Die Trilogie wird definitiv weiter verfolgt.