[Rezension] Dia Reeves, Bleeding Violet

[Rezension] Dia Reeves, Bleeding Violet

(c) Bastei Lübbe

Hardcover mit SchutzumschlagBaumhaus/ Bastei Lübbe
Inhalt (U-4 Text):Nach dem Tod ihres Vaters trampt die 16-jährige Hanna in die texanische Kleinstadt Portero. Dort lebt ihre Mutter, die sie gar nicht kennt. Doch ein herzlicher Empfang ist es nicht, der sie erwartet, und auch das Städtchen ist keineswegs so idyllisch und harmlos wie es zunächst scheint. Hanna ist es gewohnt, wegen ihrer Verrücktheit aufzufallen. Aber hier fällt sie nur auf, weil sie violette Kleider trägt. Unheimliche Ereignisse und der attraktive Wyatt stellen ihre Welt auf den Kopf ...
Zum Buch:Absolut durchgeknallt trifft es wohl noch am besten. Die Geschichte ist genaus so verrückt, wie sie angepriesen wird - und das aber auf erfrischend verständliche Weise.
Hanna ist psychisch krank und der Zustand hat sich eindeutig nicht mit dem Tod ihres geliebten Vaters gebessert, den sie immer sieht, wenn sie ihre Tabletten nicht nimmt. Sie kann mit ihm reden und es ist beinahe so, als wäre er gar nicht tot - obwohl Hanna zu keiner Zeit diesen Umstand vergisst (ebenso wie ihr toter Vater).Nach einer Meinungsverschiedenheit mit ihrer Tante (die recht blutig endete), entschließt Hanna sich dazu, ihre Mutter aufzusuchen, die sie noch nie zuvor gesehen hat und die mit ihrer Tochter nichts zu tun haben will. Im beschaulichen Portero findet Hanna schließlich ihre Mutter und fühlt sich sofort zu ihr hingezogen und tut alles, was in ihrer Macht steht, um die Zuneigung ihrer Mutter zu gewinnen. Dass sie dabei manchmal vollkommen durchgeknallte und unpassende Dinge tut, fällt dabei schon bald nicht mehr ins Gewicht. Denn Hanna bemerkt, dass es doch noch etwas gibt, das weniger stimmt als ihre Psyche: Portero. Dort stimmt nämlich gar nichts. Alles ist verrückt und durchgedreht und unmöglich.Und, wie kann es auch anders sein, Hanna fühlt sich dort wohl. Sie ist sich sicher, den Platz gefunden zu haben, an den sie gehört.
Die Geschichte ist an den Haaren herbeigezogen und vollkommen verrückt - dabei wirkt aber nichts undurchdacht oder schlicht aneinander gereiht. Irgendwo in all dem Wirrwarr entdeckt man doch ein Muster. Und vielleicht sind gerade dieses Muster und der vollkommen normale und unterhaltsame Erzählton der Grund, weswegen die Geschichte noch verrückter wirkt, als sie müsste.Gerade Hannas Gedanken und Taten lassen einen staunen und sich wundern - schließlich würde man sich selbst nie so verhalten und die absurden Gedanken sind tatsächlich so absurd, dass man einen kurzen Moment braucht, um sie zu verarbeiten.
Königlich irre und genial verpeilt - dabei aber unterhaltsam, erschreckend, spannend und lesenswert.
[Rezension] Dia Reeves, Bleeding Violet
Lieben Dank anLübbe

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