Rezension: "Das Spiel ist aus"

Rezension: Autor: Jean-Paul Sartre
Titel: Das Spiel ist aus
Verlag: Rowohlt Taschenbuch
ISBN: 3 499 10059 2
Informationen zu Jean-Paul Sartre
Das Drehbuch von Jean-Paul Sartre, 1952 erstmals in Deutschland veröffentlicht, handelt von dem Revolutionär Pierre und der Dame hoher Gesellschaft Eve. Beide kommen durch Gewalt zu Tode. Sie begegnen sich in der Welt der Schatten, nähern sich vorsichtig an und verlieben sich ineinander. Dem Tod fällt auf, dass ihm bei den beiden ein Fehler unterlaufen ist. Denn Eve und Pierre sind eigentlich füreinander bestimmt. Sie bekommen eine zweite Chance, eine sogennante "Reklamation", aber nur unter der Bedingung, dass sie es binnen 24 Stunden schaffen sich kompromisslos zu lieben. Doch die Vergangenheit lässt beide nicht los, sie scheitern an den Fängen ihres alten Lebens.
Das Drehbuch zeigt eine etwas andere Sicht vom Leben nach dem Tod. Über das Ende das Lebens hinaus werden die Menschen von der Bürokratie verfolgt. Sie müssen sich brav an einer Schlange anstellen, um ihren Tod mit ihrer Unterschrift bestätigen. Die Toten kommen in keine eigene Welt. Sie werden zu Schattengestalten, die auf der Welt als Beobachter umher wandeln, ohne das die Lebenden sie bemerken könnten.
Für mich ist die große Frage des Buches: was wäre wenn? Würden wir unsere zweite Chance wirklich nutzen?
Sartres Protagonisten jedenfalls scheitern an der Unfreiheit ihrer Vergangenheit, sie leben ihr zweites Leben nicht so selbstbestimmt wie sie sollten, machen die gleichen alten Fehler und lassen ihre Chance ungenutzt verstreichen. Sie können ihr Schicksal also nicht wirklich verändern und ich bezweilfe, dass wir Menschen unser Schicksal in einem zweiten Leben wirklich bedeutend ändern könnten.
Das Drehbuch ist nur knapp 138 Seiten lang und leicht zu lesen. Man ist schnell auf der letzten Seite, was der Spannung aber keinen Abbruch tut. Die tragische Liebesgeschichte regt zum Nachdenken an und ist leicht verständlich. Man findet nicht oft philosophische Texte, die so eindeutig zu verstehen sind.
Eine wunderschöne, melancholische Geschichte, die sehr empfehlenswert ist!

♥♥♥♥♥

5 von 5 Punkten