[Rezension]: Das Buch der verborgenen Wünsche – Harriet Evans

[Rezension]: Das Buch der verborgenen Wünsche – Harriet Evans

Natashas Leben ist momentan in einem richtigen Tief: ihre Arbeit läuft nicht mehr wirklich, sie hat gewaltige Beziehungsprobleme mit ihrem Ehemann Oli und schlussendlich stirbt ihre heißgeliebte Großmutter Granny

Für Grannys Beerdigung, fährt Natasha nach langer Zeit wieder zurück nach Summercove, dem Anwesen ihrer Großeltern. Dort hat sie während ihrer Schulzeit immer ihre Sommerferien verbracht, wie auch Jahre zuvor ihre Mutter und deren Verwandten.
Doch ein düsterer Schatten liegt über dem Haus: 1963 starb ihre Tante Cecily. Dieser tragische Tod liegt wie ein Nebel auf der kompletten Familie. Niemand redet je über dieses schreckliche Ereignis, es wird einfach totgeschwiegen. Doch während Natashas Besuch auf dem Anwesen, fällt ihr das Tagebuch der viel zu früh verstorbenen Tante in die Hände: dieses Tagebuch enthält nicht nur die Ängste einer 15-Jährigen, sondern auch ein dunkles Geheimnis.

Die Geschichte hört sich total spannend an, was sie im Grunde auch ist. Leider hat sich der Schwerpunkt mehr in Richtung der Beziehungskrise von Natasha - Oli verlegt, was leider das mysteriöse Familiengeheimnis in den Hintergrund rückt.

Natashas Familie ist sehr groß, es gibt zahlreiche Verstrickungen zwischen den unzählbaren Familienmitgliedern. Die vielen Personen machen es schwer, die Namen richtig zuzuordnen, ich hab einfach den Überblick verloren.
Einige wurden einfach so nebenbei erwähnt, ohne dass sie näher erklärt werden. Dass sogar manche von ihnen zwei oder mehr Namen haben, machte das Ganze nicht einfacher (z.B. Melone - Frank; Granny - Frances - Franty).
Leider konnte ich mich für keinen Charakter wirklich erwärmen. Alle wirken irgendwie farblos und distanziert, ihnen fehlt einfach das gewisse Etwas, die Tiefe. Ich hatte immer das Gefühl, als ob sie alle fast gleich sind.

Im Laufe der Geschichte wechselt man zwischen dem Jahr 1963 und 2009. Die Erzählungen der jeweiligen Einzelgeschichten ist streckenweise langatmig, wobei mir die Passagen aus 1963 am besten gefallen haben. Dort kam eine gewisse Stimmung auf, die im Rest des Buches nicht vorhanden ist.
Vieles ist für den Verlauf total unwichtig und irrelevant. Es hilft natürlich einen größeren Überblick über alles zu bekommen, die Autorin schweift aber zu weit aus. Zwischendrin musste ich mir immer wieder klar machen, um was es eigentlich geht: nämlich das schreckliche Familiengeheimnis um Cecilys tragischen Tod.

"Diese Familie ist vergiftet." Er starrt mich an. "Sie werden es dir nicht sagen, aber sie sind es. Lies es! Finde den Rest! Aber sage es niemandem, lass niemanden sonst es sehen!" (S. 110)

Mal abgesehen davon, wie mir der Inhalt gefallen hat, muss ich den locker-leichten Schreibstil und den trockenen Humor des Buches hervorheben. Die Sprüche kommen so aus dem Nichts, dass man oft schmunzeln muss, man könnte auch sagen: Typisch britischer Humor ;)

"Ich bin nicht in der Stimmung für banale Gespräche über Beerdigungen, und ich bin nicht in Stimmung für die schöne sonnige Jamie, der ich morgens eine reinhauen möchte, so munter ist sie." (S. 266)

Zwischendurch war ich wirklich versucht, aufzuhören. Allerdings ließ mich Cecilys Tagebuch doch nicht los. Ich wollte unbedingt wissen, was es nun mit ihrem mysteriösen Tod auf sich hat. Leider war ich nicht wirklich überrascht, ich wartete immer auf den Clou, der einfach nicht auftauchte.

Fazit: Leider bin ich mit falschen Erwartungen an das Buch heran gegangen. Der Klappentext ist auch wirklich irreführend. Man erwartet nicht, dass plötzlich die Beziehungsprobleme der Protagonistin im Mittelpunkt stehen. Das Buch hat mich im Endeffekt nicht wirklich überzeugt.

[Rezension]: Das Buch der verborgenen Wünsche – Harriet Evans

Mein herzlicher Dank geht an den Droemer Knaur Verlag, für dieses Rezensionsexemplar!

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