Rezension – Cocoon. Die Lichtfängerin

Rezension – Cocoon. Die Lichtfängerin

 

Inhalt:

In Arras , eine Welt in der Selbstbestimmung ein Fremdwort ist, lebt Adelice. Das junge Mädchen ist mit einer seltenen Gabe auf die Welt gekommen. Genau das versuchen ihre Eltern und Adelice vor der Gilde der Zwölf zu verbergen, obwohl Luxus und Macht sie erwarten könnten. Isoliert und ohne ihre Angehörigen beginnt Adelice um ihre Freiheit zu kämpfen.

 

Meine Einschätzung:

Warum die Eltern und Adelice so gegen die Berufung als Webjungfer sind, wollte mir am Anfang nicht so recht einleuchten. Es kann der Protagonistin doch nichts besseres passieren. Jedes andere Mädchen wäre von soviel Ansehen glücklich, warum nicht Adelice. Dennoch beim weiter lesen begann ich die Gründe zu verstehen. Es packte mich Entsetzen und Abscheu, und ich bangte um Adelice. Arras ist in meinen Augen kalt und unheilvoll. Nichtsdestoweniger in dieser feindlichen Umgebung lehnt sich meine Heldin gegen das Regime auf und findet heimlichen Beistand.

Die Welt, die uns hier die Autorin beschreibt, ist für mich schrecklich und grauenvoll. Eine handvoll Männer bestimmen aller Leben bis ins kleinste Detail. Dafür werden die Webjungfern benötigt. Diese werden mit vielerlei Vergünstigungen ruhig gestellt. Sodass keine Unregelmäßigkeit hinterfragt wird, nun regt sich vielleicht der erste Widerstand gegen die ach so heile Welt Arras.

Adelices  passives Verhalten am Anfang hat mich gestört, allerdings entwickelte die Protagonistin im weiteren Verlauf  Mut und Rückgrat. Zusammen mit ihren freundlichen Art wurde mir der Charakter sympathisch, man könnte fast sagen , das Mädchen wurde mir zur Freundin. Sie versucht die Schwächeren zu beschützen, trotz ihrer Angst und Zweifel. Mit ihrem tapferen Wesen ist mir die Protagonistin unter die Haut gegangen, und hat meinen Respekt errungen.

Besonders die fehlende Liebesgeschichte hat mich als Leser erquickt, diese Lösung hat Gennifer Albin wunderbar gelöst. Muss nach meinem Geschmack auch nicht die spannende Geschichte beherrschen. Nun über Loricel möchte ich in der Fortsetzung gerne mehr erfahren. Der Charakter ist mir ebenfalls ans Herz gewachsen.

Bei Maela und Cormac laufen mir Schauder über den Rücken, beide sind ohne Mitgefühl und machthungrig. Für ihre Ziele opfern die zwei alles und jeden, einfach ein skrupelloses Verhalten. Nach reiflichem Nachdenken muss ich Maela Achtung zollen. Es ist wahrlich für eine Frau nicht leicht, in dieser von Männern dominierenden Welt zu überleben. Ich als Leser akzeptiere Maelas gewagten Weg. Immer auf der Hut sein müssen, die eng gesteckten Grenzen nie überschreiten dürfen. Ihr Kartenhaus ist am Ende zusammen gefallen, und Maela stand mit leeren Händen da.

Der Erzählstil ist fesselnd und spannend gehalten. Fühlte mich trotz der bestehenden Schrecken und Hoffnungslosigkeit prächtig unterhalten, es kam an keiner Textstelle zu Langeweile. Meine gespannte Erwartung schraubte sich stufenartig bis zum fabelhaften Höhepunkt. Die Geschichte ist gewiss nicht neu, allerdings was die Autorin für uns Leser da aus dem Hut gezogen hat. Dieser Plot hat mich mitgerissen, es war eine Pracht sondergleichen.

Fazit:

Fesselnder Debütroman von Gennifer Albin, der mich nach mehr lechzen lässt. Die Autorin hat die diversen Zutaten vollkommen gemischt. Das Endergebnis ist für mich ein perfekter Dystopieroman. Mir war es ein wahrer Genuss.

 

Rezension – Cocoon. Die Lichtfängerin

Erschienen ist das Buch im Ink Verlag


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